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Valencia schockt Oviedo - Fricke trifft doppelt, Leech tanzt die Abwehr aus

Es war einer dieser Abende im Estadio Carlos Tartiere, an denen man sich fragt, ob der Fußballgott vielleicht ein Valencianer ist. 33.277 Zuschauer sahen, wie Real Oviedo am 27. Spieltag der Primera División mit 1:3 gegen Valencia CF unterging - und das, obwohl sie mehr Ballbesitz hatten, mehr Pässe spielten und phasenweise sogar besser aussahen. Leider zählen in diesem Spiel nun mal nicht der Wille, sondern die Tore. Und die schoss fast ausschließlich Valencia.

Schon in der zweiten Minute war der Abend für die Gastgeber kurzzeitig gelaufen. Eine Flanke von Bojan Denic segelte in den Strafraum, Oviedos Abwehr starrte ehrfürchtig auf den Ball - und Frank Fricke, seines Zeichens Innenverteidiger mit der Eleganz eines Presslufthammers, drosch das Leder zum 0:1 in die Maschen. Zwei Minuten später setzte George Leech noch einen drauf. Nach Vorarbeit von Rutger Haswell tanzte er an drei Verteidigern vorbei, als wären sie Trainingshütchen, und schob überlegt ein. 0:2 nach drei Minuten - Oviedos Trainer soll zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht richtig auf seiner Bank gesessen haben.

"Wir wollten eigentlich ruhig anfangen und das Spiel kontrollieren", murmelte ein sichtlich konsternierter Oviedo-Kapitän nach dem Spiel. "Dann stand es plötzlich 0:2, und ich dachte, der Schiri pfeift gleich ab, weil’s unfair ist."

Doch Real Oviedo zeigte Moral. In der 12. Minute verkürzte Eduardo Aldecoa nach Pass von Bartilomiej Lato auf 1:2. Das Stadion tobte, und für einen kurzen Moment glaubte man an die Wende. Die Gastgeber hatten mehr Ballbesitz - rund 55 Prozent -, kombinierten ansehnlich durchs Mittelfeld, und Spieler wie Bernardo Garcés und Mateo Rueda versuchten, mit Distanzschüssen den Ausgleich zu erzwingen. Doch Valencias Keeper Francisco Pelegrin erwischte einen Sahnetag.

"Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass mich der Ball trifft", grinste Pelegrin später, nachdem er binnen Minuten drei brandgefährliche Oviedo-Schüsse entschärft hatte.

Bis zur Pause blieb es beim 1:2, und das Publikum verabschiedete die Mannschaft mit höflichem, aber verhaltenem Applaus in die Kabine - begleitet von einigen spanischen Flüchen aus den oberen Rängen.

Nach dem Seitenwechsel kam Oviedo mit viel Schwung, aber Valencia mit eiskalter Effizienz. Wieder war es Frank Fricke, der in der 51. Minute nach einem Eckball von Denic goldrichtig stand. 1:3, und die Gesichter der Oviedo-Fans verwandelten sich in eine Mischung aus Fassungslosigkeit und Resignation. Fricke rannte jubelnd zur Auslinie, riss die Arme hoch und brüllte: "Das ist für alle, die denken, Innenverteidiger schießen keine Tore!" - Man gönnt’s ihm.

Oviedo mühte sich weiter. Rueda flankte, Aldecoa köpfte, Rogosic versuchte es mit der Brechstange - aber der Ball wollte nicht mehr rein. Insgesamt 11 Schüsse aufs Tor standen am Ende zu Buche, doppelt so viele hatte Valencia, und das spiegelte sich im Ergebnis wider.

Trainer Sascha Schmidt, Valencias deutscher Coach, blieb nach dem Spiel gewohnt trocken: "Wir haben heute gezeigt, dass man auch ohne viel Ballbesitz viel Spaß haben kann." Auf die Frage, ob Fricke künftig als Stürmer auflaufe, lachte Schmidt: "Wenn er weiter so trifft, muss Rutger Haswell sich warm anziehen."

Etwas anders klang das beim unterlegenen Oviedo-Trainer. "Wir sind nicht auseinandergefallen, wir haben uns nur kurz hingelegt", sagte er mit Galgenhumor. "Valencia hat die Chancen genutzt, wir haben die Statistik gewonnen. Leider gibt’s dafür keine Punkte."

Die Schlussminuten verströmten dann die Atmosphäre eines Trainingsspiels: Valencia verwaltete, Oviedo verzweifelte, und das Publikum sehnte das Ende herbei. In der Nachspielzeit hatte Martin Dobias noch einmal die Gelegenheit, das Ergebnis zu erhöhen, aber Oviedos Keeper Ruben Zubiaurre rettete mit einer spektakulären Parade - das lauteste Raunen des Abends.

Am Ende blieb es beim 1:3 (1:2). Valencia feierte, Oviedo analysierte, und die Fans verließen das Stadion mit dem bitteren Gefühl, dass Ballbesitz zwar schön ist, aber Tore eben schöner.

Vielleicht fasste es Oviedos Youngster Xavi Barreda am besten zusammen: "Wir haben viel gespielt, sie haben viel getroffen. Nächstes Mal drehen wir’s einfach um."

Ein charmantes Fazit eines 17-Jährigen - und vielleicht die beste Zusammenfassung eines Abends, an dem Real Oviedo zwar Fußball spielte, aber Valencia CF Fußball gewann.

18.07.643993 23:05
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Kopfball war für mich immer so etwas ähnliches wie Handspiel.
Günter Netzer
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