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Udinese und Genua teilen sich die Punkte - Spektakel mit Schönheitsfehlern

Wenn man an einem lauen Märzabend in Udine 44.025 Zuschauer in ein Stadion bekommt, muss man ihnen auch etwas bieten - und genau das taten der FC Udinese und Doria Genua am 32. Spieltag der Serie A. Das 2:2 (1:1) war ein Spiel voller Energie, kleiner Dramen und großer Gesten - und ein Paradebeispiel dafür, wie zwei Teams gleichzeitig gewinnen und verlieren können.

Von Beginn an war klar: Udinese wollte. Trainer Emiliano Dicetutto ließ seine Mannschaft offensiv auftreten, als hätte man zu Hause etwas gutzumachen. Schon in der fünften Minute prüfte Leonardo Iezzi den gegnerischen Keeper Damian Velasco mit einem satten Schuss - ein Vorgeschmack auf das, was folgen sollte. Nur zehn Minuten später brandete das Stadion förmlich über: Rene Poulin, der flinke Linksaußen, zog nach feiner Vorarbeit von Rechtsverteidiger Jeno Bene ab und traf trocken zum 1:0. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Poulin später, "und gehofft, dass der Ball nicht im Parkhaus landet."

Doch Genua ließ sich nicht einschüchtern. Trainer Gurkennose Gurk, dessen Name schon fast nach Pressespaß klingt, hatte seine Elf auf kontrolliertes Risiko eingestellt. Sein Motto: lieber schön verlieren als hässlich punkten. Und so kam’s, wie’s kommen musste - in der 35. Minute tankte sich der junge Edoardo Cerzeto nach einem langen Ball von Innenverteidiger Vahap Bayraktar durch und schob eiskalt ein. 1:1, und der Gästeblock tanzte. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Cerzeto später zu, "aber wenn der Ball rein will, dann will er halt rein."

Mit diesem Unentschieden ging’s in die Pause, und wer da dachte, dass die zweite Halbzeit ruhiger wird, hatte das falsche Spiel erwischt. Keine drei Minuten nach Wiederanpfiff traf Nicolae Buzanszky für Udinese - eine Koproduktion mit dem erneut starken Poulin, der sich auf links durchtankte und punktgenau flankte. 2:1, Stadion im Ausnahmezustand, Dicetutto mit ausgebreiteten Armen an der Seitenlinie, als wolle er die Energie der Tribünen aufsaugen. "So will ich mein Team sehen", brüllte er in Richtung seiner Bank.

Doch Doria Genua blieb gallig. Besonders der junge Azmi Tzabar, 24 Jahre alt und mit der Körpersprache eines Mannes, der keine Lust auf Niederlagen hat, sorgte immer wieder für Gefahr. In der 59. Minute belohnte er sich selbst: Nach Vorlage von Giorgio Rizzi traf er zum 2:2. "Ich hab das Gefühl, dass wir heute mehr Spaß als Punkte geholt haben", meinte Tzabar später mit einem Augenzwinkern.

Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. 14 Torschüsse Udinese, 13 Genua - ein Beweis dafür, dass hier niemand auf Sicherheit spielte. Gelbe Karten gab’s auch genug, mal aus Frust (Rizzi in der 23.), mal aus purer Schusseligkeit (Gomes in der 70., Almond in der 81., Cerva in der Nachspielzeit). Besonders kurios: Als in der 89. Minute Genuas Torwart Velasco ausgewechselt wurde, flachste Trainer Gurk: "Er hat mehr geschwitzt als ich - das ist unfair."

Taktisch war’s ein Spiel aus der Kategorie "alle nach vorn und hoffen, dass hinten nichts passiert". Beide Teams standen offiziell offensiv, das Pressing blieb jedoch weitgehend Theorie. Der Ballbesitz? Fast ausgeglichen: 49,3 Prozent Udinese, 50,6 Prozent Genua - statistisch ein Spiegelbild des Ergebnisses.

In der Schlussphase hätte der 18-jährige Luca Bianchi fast noch Geschichte geschrieben. Frisch eingewechselt, zog er in der 76. Minute aus spitzem Winkel ab - der Ball zischte knapp vorbei. "Ich hab kurz gedacht, ich bin der Held", gestand der Teenager später, "aber dann war ich halt wieder Luca aus der Jugend."

Nach dem Abpfiff mischten sich Erleichterung und Enttäuschung. "Wir hätten das dritte Tor machen müssen", sagte Udineses Trainer Dicetutto mit einem Blick, der gleichzeitig stolz und genervt wirkte. Gurk hingegen blieb gelassen: "Ein Punkt in Udine ist wie ein Espresso - klein, aber stark."

So endete ein Abend, an dem Fußball nicht nur gespielt, sondern zelebriert wurde. Zwei Mannschaften, die lieber nach vorne als nach hinten dachten, zwei Trainer mit Humor und ein Publikum, das wusste, was es an diesem Sport hat.

Und irgendwo in der Umkleide soll Rene Poulin noch gesagt haben: "Wenn wir nächste Woche genauso spielen, bring ich den Ball wirklich bis ins Parkhaus." Man darf gespannt sein.

14.09.643993 16:32
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Wenn ich heute Kapitän bin und das Schiff sinkt, alle müssen helfen, dann kann doch der Koch nicht kommen und sagen: 'Ich kann nur die Bratpfanne halten.'
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