Tuttosport
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Udinese und Cittadella liefern sich ein verrücktes 2:2 - Fußball als Nervenspiel

49.941 Zuschauer im Stadio Friuli bekamen an diesem Mittwochabend ein Fußballspiel serviert, das irgendwo zwischen Drama, Slapstick und Lehrfilm über Chancenverwertung angesiedelt war. FC Udinese gegen US Cittadella, das klang auf dem Papier nach einem klaren Fall - wurde aber ein 2:2-Spektakel, bei dem sich beide Teams am Ende fragten, ob sie nun eher froh oder frustriert sein sollten.

Udinese begann mit der offensiven Marschroute, die Trainer Emiliano Dicetutto schon vor dem Anpfiff angekündigt hatte: "Wir wollen nach vorne spielen, egal was passiert." Gesagt, getan - nach nicht einmal einer Minute prüfte René Poulin mit einem kernigen Schuss den jungen Cittadella-Keeper Federico Cropalati. Der 18-Jährige, nervös wie ein Schüler beim ersten Date, hielt mit Mühe fest.

Udinese drückte, Cittadella konterte. In der 28. Minute fiel die logische Führung: Rolando Pugliese, der rechte Flügelflitzer mit der Ausdauer eines Duracell-Hasen, zog von außen nach innen und drosch den Ball trocken ins lange Eck - 1:0. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Pugliese später, "aber manchmal ist der Zufall der beste Spielmacher."

Doch die Freude währte kurz. Nur sieben Minuten später zeigte Cittadella, dass sie nicht bloß zum Verteidigen angereist waren. Logan Edgecomb, sonst eher der Mann für die Vorlagen, traf nach feinem Zuspiel von Davib Greenwald zum 1:1. Udinese-Keeper Luca Lange sah dabei aus, als hätte er gerade eine Steuererklärung vor sich: zu spät reagiert, zu wenig Überblick.

Mit diesem Zwischenstand ging es in die Pause. Statistisch war alles fast ausgeglichen - 51 zu 49 Prozent Ballbesitz, 14 zu 13 Torschüsse. Nur die Latte fehlte noch, um das Ganze zu einer echten Fußball-Mathematikstunde zu machen.

Nach dem Seitenwechsel schien Cittadella entschlossener. In der 55. Minute holte sich der junge Kusma Simin eine Gelbe Karte ab - das war so etwas wie das Warmsignal der Gäste. Eine Minute später zappelte der Ball wieder im Netz der Hausherren: Jozsef Bene, 32 Jahre alt, Routinier mit ungarischer Präzision, verwandelte nach einer Ecke von Michele Belcastro zum 2:1 für Cittadella. "Ich hab nur die Augen zugemacht und gehofft, dass keiner im Weg steht", sagte Bene lachend.

Udinese wirkte kurzzeitig konsterniert. Dicetutto schickte in der 63. Minute den jungen Enrico Acri für den erschöpften Mattia Tomasi - und siehe da, die Frischzellenkur wirkte. Nur drei Minuten später traf Nicolae Buzanszky nach schönem Zuspiel von René Poulin zum 2:2. Ein Angriff wie aus dem Lehrbuch: kurz, direkt, effektiv. "Wir wollten zeigen, dass wir auch noch leben", kommentierte Buzanszky mit einem Augenzwinkern.

Die letzten 20 Minuten waren ein offener Schlagabtausch. Udinese wechselte weiter offensiv (Bianchi für Iezzi in der 72., Paulsson für Pugliese in der 81.), während Cittadella-Trainer Michael Schuller lieber auf Sicherheitsverstärkungen setzte. "Ich hab kurz überlegt, selbst einzuwechseln", witzelte Schuller nach dem Spiel, "aber dann fiel mir ein, dass ich keine 20 mehr bin."

Beide Teams hatten noch Chancen: Acri scheiterte in der 71. Minute knapp, Cittadellas Ferrari (ja, so heißt er wirklich) verfehlte das Ziel in der 76. und 87. Minute nur um Zentimeter. Das Publikum stand, schrie, seufzte und applaudierte - ein emotionales Wechselbad, das fast an eine Therapiestunde erinnerte.

Taktisch blieb Udinese bis zum Schluss offensiv, das Pressing wurde in den letzten Minuten sogar aggressiv, während Cittadella sich aufs Kontern verlegte. Doch der Siegtreffer wollte nicht mehr fallen.

Nach dem Abpfiff standen sich die beiden Trainer an der Seitenlinie gegenüber, lächelten müde und reichten sich die Hand. "Ein gerechtes Ergebnis", meinte Dicetutto diplomatisch. Schuller nickte und fügte hinzu: "Wenn wir das nächste Mal führen, sage ich den Jungs: bitte nicht mehr treffen - das bringt Unglück."

Fazit: Ein 2:2, das keiner so richtig einordnen konnte. Udinese war leicht besser in den Zahlen, Cittadella etwas cleverer in den Momenten. Zwei Teams, die sich nichts schenkten, aber beide bewiesen, dass in der Serie A auch abseits der großen Namen Fußball zum Verlieben gespielt wird - mit allem, was dazugehört: Leidenschaft, Fehlern und einem Hauch Wahnsinn.

Oder, wie es Rolando Pugliese beim Verlassen des Stadions formulierte: "Wir hätten gewinnen können, vielleicht sogar müssen. Aber ehrlich gesagt - das war einfach ein schönes Spiel." Und recht hatte er.

23.02.643994 16:25
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