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Udinese stolpert - Gela siegt mit Leidenschaft und Latte

Es war ein frostiger Abend in Udine, aber die 43.500 Zuschauer im Stadio Friuli brauchten keine Heizdecken - dafür sorgte das 1:2 (1:2) gegen Gela, ein Spiel, das an Dramatik, Energie und unfreiwilliger Komik kaum zu überbieten war. "Das war kein Fußballspiel, das war ein Abenteuerurlaub mit Ball", knurrte Udinese-Trainer Giovanni Mirabella später in der Mixed Zone.

Dabei hatte alles so freundlich begonnen. Schon nach 14 Minuten schien der Abend für die Hausherren perfekt zu laufen: Niko Barth, der Routinier auf dem rechten Flügel, vollendete eine mustergültige Flanke von José Albinana zum 1:0. "Ich hab’ nur die Augen zugemacht und gehofft, dass er durchgeht", grinste Barth später. Und tatsächlich - der Ball ging durch, vorbei an Gelas Torwart Razvan Iorgulescu, der noch in der Luft die Hand hob, als wolle er sagen: "Den hab’ ich fast gehabt!"

Doch Gela wäre nicht Gela, wenn sie sich von einem frühen Rückstand beeindrucken ließen. Trainer Michael Müller, bekannt für seine unerschütterliche Ruhe und Kaugummikau-Technik, blieb stoisch an der Seitenlinie. "Wir wussten, dass Udinese defensiv steht und auf Konter lauert. Also haben wir einfach das Gegenteil gemacht - wir haben angegriffen", erklärte er später mit einem Augenzwinkern.

Und Gela griff an: Mit 15 Torschüssen und einem Ballbesitz von 53 Prozent rollte Angriff um Angriff auf Udineses Strafraum zu. In der 35. Minute wurde der Mut belohnt. Julian Martins, der quirlig-agile Linksfuß, zog nach feinem Doppelpass mit Pablo Tarrega von der Strafraumkante ab - und traf zum 1:1. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Martins lachend zu. "Aber manchmal hat der Ball eigene Pläne."

Udinese wackelte, Gela roch Blut. Nur zehn Minuten später, kurz vor dem Pausenpfiff, kam der Moment, in dem die Defensive der Hausherren endgültig auseinanderfiel. Nach einem Eckball köpfte Innenverteidiger Gabriele Colombo den Ball zurück in den Fünfmeterraum, wo Rechtsverteidiger Jerko Vucevic lauerte - und mit einem beherzten Volleyschuss das 1:2 erzielte. "Ich wusste gar nicht, dass ich das kann", sagte Vucevic nach dem Spiel, "aber meine Füße schon."

Die zweite Halbzeit brachte Udinese zwar mehr Ballkontakte, aber wenig Ertrag. Mirabella reagierte mit einer Reihe von Wechseln - Filipe Makukula kam für Tord Paulsson, später Miralem Tosic für Rene Poulin, und in der 75. Minute durfte der 17-jährige Luca Bianchi für Niko Barth ran. Der Youngster sorgte prompt für frischen Wind, prüfte Gelas Keeper in der 77. Minute mit einem wuchtigen Schuss - doch Iorgulescu streckte sich wie ein Gummimann und lenkte den Ball über die Latte.

"Der Junge hat keine Angst, das sieht man sofort", lobte Mirabella später. "Vielleicht zu wenig Respekt vor der Realität, aber das ist bei Stürmern manchmal hilfreich."

Gela blieb trotz schwindender Kräfte gefährlich. Julien Matthieu und Nevio Galindo hatten mehrere Gelegenheiten, das Ergebnis auszubauen, aber Udineses Torwart Luca Lange hielt sein Team im Spiel. In der 88. Minute brachte Müller noch Marco Frechaut und kurz darauf Javier Vazques - frische Beine für die Schlussphase, die sich eher wie ein kollektiver Nerventest anfühlte.

Udinese warf am Ende alles nach vorne, sogar Innenverteidiger Bailey Munro tauchte im gegnerischen Strafraum auf. Doch der Ausgleich wollte nicht fallen. Stattdessen kassierte Alexandre Roegiers noch Gelb, nachdem er den Ball frustriert auf die Tribüne drosch - ein Symbol für die ratlosen Minuten des Heimteams.

Nach Abpfiff klatschten die Gela-Spieler ausgelassen vor dem Gästeblock, während Mirabella mit verschränkten Armen in Richtung Kabine stapfte. "Wir hatten einen Plan", sagte er später knapp. "Aber Gela hatte zwei."

Statistisch gesehen war das Spiel ausgeglichen - Udinese mit 9 Torschüssen, Gela mit 15, Ballbesitz 46 zu 54 Prozent. Doch der Unterschied lag im Selbstverständnis: Während Udinese defensiv abwartete, spielte Gela mutig, offensiv und mit einem Hauch Anarchie.

"Ich sag meinen Jungs immer: Fußball ist wie Kochen - manchmal musst du improvisieren", meinte Müller mit einem Lächeln. Seine Spieler haben das Rezept offenbar verstanden.

So fährt Gela mit drei verdienten Punkten nach Hause, während Udinese nachdenklich zurückbleibt. Vielleicht, so meinte ein Fan auf der Tribüne, müsse man die Abwehrkette mal in die Kochschule schicken. Ein sarkastischer Vorschlag - aber nach diesem Spiel vielleicht gar kein schlechter.

Und wer weiß: Vielleicht serviert Udinese beim nächsten Mal wieder etwas, das besser schmeckt als kalter Abwehrbrei.

18.06.643987 15:28
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Andreas Möller
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