Tuttosport
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Udinese siegt mit Minimalismus - Cittadella verzweifelt an sich selbst

Es war einer dieser italienischen Fußballabende, an denen 43.500 Zuschauer im altehrwürdigen Stadio Friuli die Kunst des knappen Siegens bewundern durften. FC Udinese gegen US Cittadella, Tabellenmittelfeld gegen Aufsteiger mit Mut - und am Ende stand ein 1:0, das so italienisch war wie Espresso nach Mitternacht: stark, kurz und mit einem bitteren Nachgeschmack für die Gäste.

Schon der Auftakt versprach mehr Feuer, als die Statistik später zugab. Nach gerade einmal einer Minute prüfte Frederic Baptiste den Heimtorhüter mit einem satten Schuss - Udineses Keeper Luca Lange war hellwach und sah dabei aus, als hätte er das schon beim Frühstück geahnt. In der 13. Minute dann das, was Trainer Giovanni Mirabella später "den einzigen Moment völliger Klarheit" nannte: Filipe Makukula, der rechte Mittelfeldroutinier mit einem Hang zu Drama, nahm einen Pass von Tord Paulsson auf, drehte sich elegant - und versenkte den Ball ins lange Eck. 1:0. Danach? Nichts für Ästheten.

Cittadella, von Coach Michael Schuller mit offensiver Grundhaltung und dem hübschen Plan "Wir spielen einfach besser" ausgestattet, rannte, kombinierte, schoss - und scheiterte. Ganze 14 Torschüsse standen am Ende in der Statistik, doch keiner wollte ins Netz. "Wir hätten heute bis Mitternacht weiterspielen können, und der Ball wäre trotzdem nicht reingegangen", knurrte Stürmer José Pérez, der gleich fünfmal verzog.

Udinese hingegen tat, was italienische Teams seit Generationen perfektionieren: nach der Führung Beton anrühren. 54,9 Prozent Ballbesitz klangen dabei fast nach Kontrolle, doch in Wahrheit war es eine Abwehrschlacht mit Stil. "Wir haben defensiv gespielt, aber mit Seele", sagte Trainer Mirabella später. Wobei man sich fragen darf, ob das "Seele" oder "Schweiß" war.

Die Partie kippte endgültig in Richtung Udinese, als Cittadellas Mittelfeldmotor Igor Buterin in der 81. Minute übermotiviert in einen Zweikampf ging und dafür glatt Rot sah. "Ich habe nur den Ball gesehen", beteuerte er, während Schiedsrichter und Gegenspieler gleichermaßen ungläubig den Kopf schüttelten.

Bis dahin hatte Cittadella immer wieder versucht, Udineses Defensive auseinanderzuziehen - über die Flügel, über die Mitte, sogar mit langen Bällen aus der Abwehr. Doch das Bollwerk um Bailey Munro, der später durch Age Fjortoft ersetzt wurde, hielt stand. Selbst als die Gäste in der Schlussphase alles nach vorne warfen, blieb der Ausgleich ein Traum. In der Nachspielzeit feuerte José Pérez noch einen letzten verzweifelten Schuss ab, der irgendwo zwischen Tribüne und Hoffnung landete.

Trainer Schuller stand danach mit verschränkten Armen vor den Reportern. "Wir haben vieles richtig gemacht, außer das Tor", sagte er mit einem Lächeln, das mehr Zähne zeigte als Freude. "Udinese hat uns in der ersten Halbzeit überrascht, danach nur noch genervt - aber das gehört wohl dazu."

Bei Udinese dagegen herrschte nach dem Abpfiff die typische Mischung aus Erleichterung und Understatement. Filipe Makukula grinste und meinte: "Wenn man ein Tor schießt, muss man danach nur noch verteidigen. Das ist Mathematik." Sein Trainer nickte dazu ernsthaft und fügte hinzu: "Wir wollten gar nicht mehr. 1:0 ist ein ehrliches Ergebnis."

Statistisch war das Spiel ein Paradoxon: Cittadella mit mehr Abschlüssen (14:10), besserer Zweikampfquote (52,3 Prozent), aber null Toren. Udinese dagegen mit weniger Aufwand, mehr Effekt. Der Inbegriff von "effizient" - oder, wie ein Fan auf der Tribüne rief: "Das ist kein Fußball, das ist Diebstahl mit Genehmigung!"

Das Publikum nahm es gelassen. Einige pfiffen, andere applaudierten. Die meisten gingen einfach nach Hause, zufrieden, dass wenigstens einer gewonnen hatte.

So bleibt Udinese nach 19 Spieltagen im sicheren Mittelfeld der Serie A, während Cittadella weiter um Punkte kämpft - und vielleicht bald auch um Nerven.

"Wir lernen daraus", versprach Schuller zum Abschied, "aber nicht heute."

Und irgendwo in der Ecke des Stadions, während die Flutlichter erloschen, hörte man einen Udinese-Fan sagen: "Ein Tor, drei Punkte - das ist Kunst."

Wer wollte da widersprechen?

07.09.643987 09:04
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Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme
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