Tuttosport
+++ Sportzeitung für Italien +++

Udinese kämpft sich nach 0:2-Rückstand zurück - Lecce verschenkt den Sieg

"Fußball ist manchmal wie ein schlechter Witz - du lachst nicht, aber du kannst auch nicht wegschauen", grinste Udinese-Trainer Emiliano Dicetutto nach dem 2:2 gegen UD Lecce. Ein Satz, der das Geschehen im Stadio Friuli an diesem Samstagabend treffend zusammenfasst. 40.021 Zuschauer sahen ein Spiel, das Lecce in der ersten Halbzeit kontrollierte - und Udinese in der zweiten Hälfte in einen Akt purer Willenskraft verwandelte.

Die Ausgangslage war klar: Lecce, geführt vom geheimnisvoll titulierten Coach The Wizard, kam mit offensivem Elan und langen Bällen, Udinese setzte auf kontrolliertes Aufbauspiel. Doch nach 45 Minuten war klar, wer den Zauberstab schwang. In der 23. Minute war es Giorgio Alberti, der nach einer Ecke von Verteidiger Gabriele Cropani den Ball wuchtig ins Netz köpfte. Drei Minuten später legte Bruno Amantea nach - mustergültig bedient von Franco Argentano. 0:2. Zwei Tore in drei Minuten. Die Fans von Udinese starrten fassungslos auf die Anzeigetafel, während The Wizard an der Seitenlinie die Hände hob, als wolle er sagen: "Seht ihr? Magie."

Lecce schien in dieser Phase alles im Griff zu haben. 55 Prozent Ballbesitz, 17 Torschüsse insgesamt, und ein Sturmlauf über Valentino Rosati, der gleich vier Mal gefährlich abschloss. "Wir waren im Flow", erklärte später Alberti, "aber vielleicht zu sehr. Wir dachten, das Spiel sei schon gelaufen."

Dann kam die Pause - und mit ihr eine bemerkenswerte Wandlung. Dicetutto soll in der Kabine laut geworden sein. "Ich habe ihnen gesagt, sie sollen aufhören, wie Philosophen zu spielen. Fußball ist kein Gedichtband!", verriet er später. Und siehe da: Udinese kam mit Feuer zurück.

In der 66. Minute war es ausgerechnet Rechtsverteidiger Jeno Bene, der die Wende einleitete. Nach Vorlage von Andras Kohut, dem unermüdlichen Taktgeber im Mittelfeld, knallte er den Ball aus spitzem Winkel ins lange Eck. Nur zwei Minuten später machte Innenverteidiger Lionel Couto den Ausgleich perfekt - diesmal auf Zuspiel von Tord Paulsson. Zwei Abwehrspieler, zwei Tore, zwei Minuten. "Wenn die Stürmer nicht wollen, machen’s halt die Verteidiger", witzelte Couto nach dem Spiel und kassierte dafür Applaus in der Mixed Zone.

Von da an war es ein offener Schlagabtausch. Lecce drängte auf das 3:2, doch Udinese verteidigte mit wachsender Leidenschaft. In der 77. Minute sah Cropani Gelb nach einem rustikalen Einsteigen - "der wollte den Ball, aber der Ball war schon in Triest", spottete ein Kommentator. Nur eine Minute später bekam auch Couto seine Verwarnung. Das Spiel kippte in Richtung Drama: jeder Zweikampf wurde zum kleinen Krieg, jeder Pass zur Mutprobe.

Dicetutto brachte frische Kräfte - den 18-jährigen Luca Bianchi für Leonardo Iezzi und später den ebenso jungen Giorgio Castello. Die Jugend wirbelte, das Publikum tobte. "Ich hab’ Gänsehaut bekommen, als sie mich reingerufen haben", sagte Bianchi nach seinem Debüt, noch mit leuchtenden Augen. "Das war wie ein Traum - nur mit mehr Schweiß."

Lecce blieb gefährlich, Rosati prüfte Torhüter Luca Lange noch zweimal, doch der Schlussmann der Gastgeber hielt, was zu halten war. The Wizard stand an der Seitenlinie, die Arme verschränkt, und murmelte etwas, das wie ein Fluch klang - oder vielleicht nur ein enttäuschtes "mamma mia".

Am Ende blieb es beim 2:2 - ein Ergebnis, das beiden Teams irgendwie nicht schmeckte. Lecce verschenkte einen sicher geglaubten Sieg, Udinese fühlte sich trotz Aufholjagd um den Lohn gebracht. "Wenn du 0:2 hinten liegst und dann 2:2 spielst, darfst du nicht meckern", meinte Dicetutto, "aber ich tue es trotzdem."

Statistisch gesehen hätte Lecce den Sieg wohl verdient gehabt: mehr Torschüsse, mehr Ballbesitz, mehr Kontrolle. Aber Fußball ist kein Statistikspiel. Manchmal reicht ein bisschen Wut, ein bisschen Stolz - und zwei Verteidiger, die plötzlich wissen, wo das Tor steht.

"Heute haben wir gezeigt, dass wir Charakter haben", sagte Couto zum Abschied. "Und dass wir auch Tore schießen können, wenn es sonst keiner macht."

Vielleicht war es am Ende gar kein Zauber, sondern schlicht menschlicher Trotz, der aus einem verlorenen Spiel ein packendes 2:2 machte. Udinese lebt noch - und The Wizard muss wohl neue Tricks üben.

27.01.643991 23:57
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Der Vorteil von Trainern wie Branko Zebec und Ernst Happel war ihre kuriose Sprache. Die Spieler mussten sich stark konzentrieren, um zu verstehen, was sie meinten. Deshalb kam ihre Botschaft so gut rüber.
Felix Magath
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager