Jornal do Brasil
+++ Sportzeitung für Brasilien +++

UD Santos ringt Flamengo nieder - Abwehrspieler trifft wie ein Stürmer

Wenn ein Innenverteidiger zum Matchwinner wird, dann ist meist einiges los auf dem Rasen. So geschehen am Freitagabend im Estádio Municipal von Santos, wo UD Santos vor 31.259 Zuschauern den favorisierten CF Flamengo mit 2:1 besiegte. Es war ein Spiel, das alles hatte: frühe Tore, viel Tempo, eine Prise Chaos - und am Ende einen jubelnden Abwehrhünen in der Hauptrolle.

Flamengo begann, wie man es von einer Mannschaft gewohnt ist, die sich selbst gern als "Könige des Offensivfußballs" bezeichnet. Schon in der 12. Minute prüfte Frederik Laursen den Santos-Keeper Arkadiusz Dziekanowski mit einem satten Schuss aus 20 Metern - der Pole im Tor der Gastgeber lenkte den Ball glänzend über die Latte. Vier Minuten später klingelte es dann doch: Julio Hierro, der flinke Linksaußen der Gäste, traf nach feinem Zuspiel von Laursen zum 0:1. Trainer Dino Ma riss die Arme hoch, als habe er die Meisterschaft gewonnen.

Doch wer glaubte, Santos würde sich in die Defensive verkriechen, irrte gewaltig. Das Team von Trainer San Santa reagierte mit Wut im Bauch - und Ralph Frei, dem unermüdlichen Motor im Mittelfeld. In der 27. Minute fasste sich der 24-Jährige ein Herz, nachdem Linksverteidiger Nelio Frechaut den Ball über die linke Seite nach vorn getragen hatte. Frei zog aus 18 Metern ab, und der Ball zischte - leicht abgefälscht - zum 1:1 ins Netz. "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn du zu lange nachdenkst, ist der Moment vorbei", grinste Frei später in der Mixed Zone.

Mit dem Ausgleich war das Spiel endgültig offen. Flamengo kombinierte gefällig, Santos konterte gefährlich. Die Gäste hatten mehr Abschlüsse (14:10), Santos aber den längeren Atem. In der Kabine soll Trainer Santa seine Jungs mit den Worten angefeuert haben: "Wenn ihr schon so schön kämpft, dann sorgt wenigstens dafür, dass es sich lohnt!"

Gesagt, getan: Nach der Pause kam Santos entschlossener zurück. In der 57. Minute trat erneut Frechaut in Erscheinung - diesmal als Vorlagengeber bei einem Standard. Seine Ecke segelte mustergültig auf den Kopf von Innenverteidiger Dylan Montgomery, der sich im Strafraum hochschraubte wie ein Basketballer beim Dunk. Der Ball schlug unhaltbar ein - 2:1! "Ich wollte eigentlich nur stören", gab Montgomery später verschmitzt zu. "Aber wenn der Ball schon auf meinem Kopf liegt … dann muss man halt was draus machen."

Flamengo versuchte danach alles, schaltete auf volles Risiko, wie es die Taktikdaten später bestätigten: Offensive Ausrichtung, aggressives Pressing, volles Risiko. Doch die Santos-Abwehr hielt - auch wenn sie nicht immer elegant, so doch effektiv agierte. In der 85. Minute musste Innenverteidiger Christophe Devereux nach einem Zusammenprall verletzt vom Platz. "Nichts Schlimmes, nur ein Krampf - hoffe ich", meinte Trainer Santa, während er mit besorgter Miene an der Seitenlinie stand. Ersatzmann Sergio Mendes (nein, nicht der Musiker, wie der Stadionsprecher augenzwinkernd anmerkte) fügte sich solide ein.

Der Schlussabschnitt geriet zur Nervenschlacht. Flamengo warf alles nach vorn, Klaus Reiter prüfte Dziekanowski in der 84. und 91. Minute - doch der Keeper blieb Herr der Lage. Santos verteidigte mit allem, was Beine hatte. "In den letzten Minuten hat keiner mehr geatmet, wir haben nur noch gezählt, wie oft der Schiri auf die Uhr schaut", sagte Man of the Match Montgomery nach Abpfiff.

Trainer Dino Ma von Flamengo wirkte dagegen wie jemand, der gerade den Bus verpasst hat: "Wir hatten genug Chancen, aber Fußball ist kein Wunschkonzert. Santos war heute einfach dreckiger - im positiven Sinne."

Am Ende feierten die Hausherren ausgelassen. Die Statistik sprach zwar knapp für Flamengo, doch die Effizienz lag klar bei Santos: 52 Prozent Ballbesitz, weniger Schüsse, aber zwei Treffer. Manchmal genügt eben ein Frechaut, der zweimal Maß nimmt, und ein Montgomery, der sich an der Strafraumkante in einen Torjäger verwandelt.

"So einen Sieg schmeckt man noch am Sonntag beim Frühstück", murmelte Trainer Santa beim Abgang, während die Fans den Namen ihres Abwehrhelden skandierten.

Und wer weiß - vielleicht hat Dylan Montgomery an diesem Abend eine neue Karriereidee gefunden. Wenn es mit der Abwehr nicht mehr klappt, könnte er ja vorne aushelfen. Tore köpfen kann er jedenfalls schon.

27.12.643993 17:52
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
Michael Ballack
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager