La Hora
+++ Sportzeitung für Ecuador +++

UD Portoviejo siegt mit Geduld und einem goldenen Lope-Moment

Es war einer dieser Abende in Portoviejo, an denen das Stadion schon beim Aufwärmen vibrierte. 35.619 Zuschauer hatten sich am Valentinstag eingefunden - und obwohl es in der ersten Halbzeit keine Liebeserklärung an den Offensivfußball gab, wurde es später doch noch eine innige Romanze zwischen Geduld und Belohnung. UD Portoviejo gewann am 8. Spieltag der 1. Liga Ecuador mit 1:0 gegen Guacamayo Azogues - und das dank eines Tores von Luís Lope in der 62. Minute.

Trainer Special Agent - ja, der Mann heißt wirklich so - hatte seine Elf offensiv ausgerichtet, aber mit "weichem Einsatz", wie die Statistiker später feststellten. "Wir wollten das Spiel kontrollieren, nicht zertrümmern", erklärte er mit einem Grinsen, das irgendwo zwischen Understatement und Selbstironie pendelte. Seine Jungs hielten sich daran: 17 Torschüsse, aber lange ohne Ertrag.

Guacamayo Azogues unter Coach Exibit Strohmeyer, der mit seinem Namen eher an einen Rapper als an einen Fußballtrainer erinnert, hielt dagegen - aggressiv, laut, mit fünf Schüssen aufs Tor, die aber meist in den sicheren Händen von Portoviejos Keeper Marcos Espriu landeten. "Ich hatte heute mehr Ballkontakte als mein Friseur letzte Woche", scherzte Espriu nach dem Spiel.

Die Partie begann lebhaft: Schon in der dritten Minute zwang Nuno Fortun den gegnerischen Torwart Arjen Van Dousen zu einer ersten Glanzparade. Fortun blieb überhaupt der auffälligste Unvollendete des Abends - sechs Abschlüsse, null Erfolg. In der 14. Minute donnerte er den Ball aus fünf Metern über das Tor, und selbst die Fans auf der Tribüne schauten kurz auf ihre Schuhe. "Ich dachte, der Ball will einfach nicht rein", murmelte Fortun später, "aber zum Glück hat Luís das erledigt."

Bis dahin hatte Portoviejo das Spiel dominiert, auch wenn der Ballbesitz mit 48,7 Prozent leicht für die Gäste sprach. Doch Azogues tat wenig mit seiner Überlegenheit. Ricardo Domingos, der 33-jährige Stürmer mit der Aura eines Mannes, der schon alles gesehen hat, prüfte Espriu in der 9. und 23. Minute - beide Male scheiterte er an den Fäusten des Torwarts.

Dann kam die Stunde der Wechsel. In der 58. Minute brachte Special Agent den 30-jährigen Luís Lope für den jungen Javier Aguas - eine Maßnahme, die sich vier Minuten später als goldrichtig erwies. Lope betrat das Feld, rückte nach links, schnappte sich in der 62. Minute einen Abpraller am Strafraumrand und schlenzte den Ball mit der Präzision eines Chirurgen ins rechte Eck. 1:0. Jubel, Rauchfackeln, und irgendwo in der Kurve fiel ein Bierbecher in die falsche Richtung.

"Ich hab einfach draufgehalten", grinste Lope danach. "Manchmal denkt man nicht, man tut einfach. Heute war so ein Tag." Sein Trainer nickte zufrieden: "Er hat das gemacht, was ich ihm in der Kabine zugerufen habe - aber das wird hier nicht zitiert", meinte Agent, halb scherzend, halb ernst.

Guacamayo Azogues reagierte mit Wut, aber ohne Struktur. Strohmeyer brachte zwei frische Außenverteidiger, Semjon Skworzow (65.) und später Pieter Dag (75.), um das Spiel über die Flügel zu öffnen. Doch anstatt Flanken zu sehen, bekamen die Fans vor allem verzweifelte Fernschüsse zu Gesicht. Didier Billet prüfte Espriu in der 66. Minute, Domingos versuchte es noch einmal in der 80. - beide Male blieb der Torwart Sieger.

In der Schlussphase hätte Portoviejo das Ergebnis ausbauen können. Joel Williamson, erst 20 Jahre alt und mit der jugendlichen Unbekümmertheit eines Straßenfußballers, tauchte in der 73. Minute frei vor Van Dousen auf, scheiterte aber. Kurz darauf drosch Linksverteidiger Aitor Coluna den Ball aufs Dach des Tores. Die Fans lachten, der Trainer seufzte. "Das war kein Schuss, das war ein Gruß an den Satelliten", kommentierte ein Zuschauer trocken.

Als der Schiedsrichter nach 92 Minuten abpfiff, atmete Portoviejo auf. Ein Sieg des Willens, der Geduld und - ja - der richtigen Einwechslung. Die Statistik sprach eine klare Sprache: 17:5 Torschüsse, bessere Zweikampfquote, mehr Mut. Nur beim Ballbesitz hatte Azogues leicht die Nase vorn, aber das dürfte Trainer Strohmeyer kaum trösten. "Wir haben gut gepresst, aber schlecht gezielt", sagte er. "Pressing ohne Treffer ist wie Salsa ohne Musik."

So bleibt Portoviejo im oberen Tabellendrittel, während Azogues weiter nach Stabilität sucht. Die Fans feierten noch lange nach Abpfiff, und als Luís Lope schließlich vom Platz in die Kabine verschwand, rief ihm jemand zu: "Luís, heirate uns!" - Er lachte nur und winkte.

Ein romantischer Sieg also, der zeigte: Wer am Valentinstag trifft, darf die Stadt der Liebe für eine Nacht Portoviejo nennen.

18.08.643990 22:08
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Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
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