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Liga MX | 1. Spieltag | 17.09.26 | UD Atlante - Atletico Puebla 2:0 Puebla hatte den Ball sogar etwas häufiger. 51,9 Prozent Ballbesitz standen für die Gäste zu Buche, Atlante kam auf 48,1 Prozent. Ein kleiner Besitzvorteil also - ungefähr so bedeutend wie die Frage, wem im Restaurant die Speisekarte länger gehört, wenn am Ende nur einer bestellt. Denn während Puebla den Ball verwaltete, verwaltete Atlante das Spiel. Schon nach drei Minuten wurde es erstmals gefährlich. Maurizio Domanico prüfte die Abwehr, eine Minute später war der Mittelstürmer erneut zur Stelle - diesmal mit Folgen. In der 4. Minute verwertete Domanico die Vorarbeit von Arkadi Putin zur frühen Führung. Der Name des Vorbereiters mag auf der Tribüne für den einen oder anderen erstaunten Blick gesorgt haben, sein Pass war allerdings ganz unpolitisch: präzise, zielgerichtet und ausgesprochen unangenehm für Puebla. "Wir wollten von Beginn an zeigen, dass wir nicht zum Abwarten hier sind", sagte Trainer Ozi Star nach dem Spiel. Das Zitat ist sinngemäß aus der Pressekonferenz rekonstruiert - die Botschaft aber war auf dem Rasen unübersehbar. Atlante trat offensiv auf, spielte bevorzugt kurze Pässe und schoss, wenn sich eine Gelegenheit bot. Nicht jede Gelegenheit war eine gute. Aber Atlante hatte offenbar beschlossen, auch den weniger guten Chancen eine faire Lebenszeit zu schenken. Domanico blieb der auffälligste Unruheherd. In der 11. und 38. Minute tauchte er erneut gefährlich auf. Arkadi Putin versuchte es in der 13. und 71. Minute, Miroslav Kozacik gab Schüsse in der 23. und 42. Minute ab. Auch Amit Buzaglo, Pablo Quaresma und weitere Atlante-Spieler beschäftigten die Defensive der Gäste. Zur Pause führte der Gastgeber verdient, obwohl Puebla keineswegs völlig die Orientierung verloren hatte. Die Gäste spielten ausgeglichen und suchten nach Lösungen - nur fanden sie auf dem Platz offenbar gerade niemanden, der eine hatte. Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Kräfteverhältnis wenig. Puebla blieb bei seiner ausgewogenen Spielweise, verzichtete auf aktives Pressing und kam kaum zu Abschlüssen. Der einzige dokumentierte Torschuss der Gäste fiel in der 73. Minute: Innenverteidiger Antonio Jordao versuchte sein Glück. Für einen Ausgleich war das ungefähr so viel Druck wie ein höfliches Klopfen an einer verschlossenen Tür. Atlante dagegen blieb geduldig und gefährlich. In der 75. und 76. Minute folgten weitere Abschlüsse, anschließend brachte Trainer Star frische Kräfte. In der 83. Minute war die Partie dann entschieden: Vincent Ibano traf nach der Beteiligung von Amit Buzaglo zum 2:0. Puebla hatte bis dahin tapfer dagegengehalten, doch Ibano nahm den Gästen auch den letzten Rest Hoffnung. "Nach dem zweiten Tor war klar, dass wir das Ergebnis nach Hause bringen müssen", lautete die sinngemäße Einschätzung aus dem Atlante-Lager. Gelbe Karten für Fernando de Torre, Evan Giles und Antonio Jordao sowie eine späte Verletzung von Amaury Futre sorgten noch für Unruhe. Am Ergebnis änderte das nichts. Atlante gewann nicht nur, sondern gewann mit einer bemerkenswert klaren Chancenbilanz. Und Puebla? Hatte mehr Ballbesitz, aber weniger Ideen. Im Fußball ist das gelegentlich die eleganteste Art zu verlieren. 17.09.2026 20:39 |
Sprücheklopfer
Als wir die Kampagne vor vier Jahren begonnen haben, standen wir bei Null Komma Null Point Null Prozent.
Franz Beckenbauer über die deutsche WM-Bewerbung 2006