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Ekstraklasa | 11. Spieltag | 21.08.26 | GKS Tychy - Polonia Warschau 2:0 Um 20.30 Uhr begann die Partie mit jenem vorsichtigen Abtasten, das im Fußball gern als "kontrollierter Start" verkauft wird. In Wahrheit sah es zunächst so aus, als wollten beide Mannschaften herausfinden, ob der Rasen wirklich bis zum anderen Strafraum reicht. Polonias Taylor Morrison sorgte allerdings schon nach drei Minuten mit einer Gelben Karte für den ersten Farbtupfer des Abends. Danach nahm Tychy Fahrt auf. Bartilomiej Piechniczek prüfte Polonias Torhüter Marcin Willimowski in der fünften Minute, ehe Domenik Szamotulski im Mittelfeld auffällig oft zum Abschluss kam. In der 16., 23., 32., 35. und 63. Minute suchte der 30-Jährige sein Glück - fünf Versuche, kein Treffer, aber eine bemerkenswerte Hartnäckigkeit. "Domenik hat heute bewiesen, dass man auch ohne Tor sehr beschäftigt wirken kann", soll Trainer Reuss nach dem Spiel mit einem Lächeln gesagt haben. Polonia hielt dagegen. Mateusz Piechaczek tauchte mehrfach gefährlich auf, Amaury Barros versuchte es aus dem Zentrum, und auch Xavier Albentosa brachte die Tychyer Defensive gelegentlich ins Grübeln. Der Ballbesitz sprach am Ende deutlich für die Gäste: 55,95 Prozent zu 44,05. Doch Ballbesitz ist bekanntlich kein Treuebonus. Wer ihn hat, bekommt nicht automatisch auch die Tore dazu. Zur Pause stand es 0:0. Tychy hatte bis dahin bereits zwölf Torschüsse abgegeben, Polonia deren vier. Die Partie war also keineswegs ereignisarm, nur das Netz zeigte sich ausgesprochen unkooperativ. Auf den Rängen wurde die Geduld derweil mit Gesängen, Gesten und vermutlich dem einen oder anderen inneren Stoßgebet gepflegt. Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild zunächst ähnlich: Polonia kombinierte, Tychy lauerte. Beide Teams blieben taktisch ausgewogen, ohne aktives Pressing - ein Umstand, der den Spielern Raum ließ und den Zuschauern gelegentlich den Eindruck vermittelte, sie sähen eine besonders engagierte Partie Schach auf Rasen. In der 64. Minute war es dann vorbei mit der Ausgewogenheit. John Ross schaltete sich von rechts ein und bereitete den Treffer von Gretar Geirsson vor. Der Angreifer vollendete zur 1:0-Führung für Tychy. Ein Tor, das den Spielverlauf nicht völlig auf den Kopf stellte, ihn aber zumindest kräftig schüttelte. Polonia musste nun mehr riskieren. Sigmund Söderberg versuchte es in der 86. und 93. Minute, doch Tychys Abwehr um Amadeus Wisio blieb standhaft. Der Innenverteidiger hatte selbst zweimal den Abschluss gesucht und durfte sich anschließend wohl als Verteidiger mit Offensivambitionen fühlen. In der 77. Minute machte Alberto Guardia schließlich alles klar. Nach mehreren Wechseln aufseiten der Gastgeber brachte der eingewechselte Offensivmann Tychy mit seinem Treffer zum 2:0 endgültig auf die Siegerstraße. "Wir hatten nicht immer den Ball, aber wir hatten die entscheidenden Momente", sagte Reuss angeblich. Eine Aussage, die so schlicht ist, dass sie im Fußball fast schon wieder klug klingt. Am Ende standen 17 Torschüsse für Tychy und nur sieben für Polonia zu Buche. Die Gastgeber gewannen zudem die Zweikampfquote mit 55,01 Prozent. Polonia hatte mehr Ball, Tychy mehr Wirkung - und damit drei Punkte. Im Fußball reicht das gelegentlich. Zum Glück, sonst müsste man Tabellen künftig nach Passquoten sortieren. 22.08.2026 07:15 |
Sprücheklopfer
Wie war noch die zweite Frage? Das ist nicht so einfach, ich bin schließlich Fußballer.
Mehmet Scholl bei einer Pressekonferenz, nachdem ihm zwei Fragen auf einmal gestellt wurden