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Türkgücü Karsspor und Gela liefern sich ein atemloses 3:3-Feuerwerk

Was für ein Fußballabend in der Champions League! 59.000 Zuschauer im ausverkauften Karsspor-Stadion sahen ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Tore, Gelbe Karten, Verletzungen - und ein Drama in der Nachspielzeit, das selbst die härtesten Fans sprachlos machte. Am Ende trennten sich Türkgücü Karsspor und Gela 3:3 (1:0) - ein Ergebnis, das beiden Teams irgendwie nicht so richtig schmecken wollte.

Von der ersten Minute an war klar, dass hier niemand zum Tee trinken gekommen war. Türkgücü begann offensiv, aber clever auf Konter lauernd - Trainer Akin Nasa hatte seine Elf auf langen Bällen und schnelles Umschalten eingestellt. Und tatsächlich, nach 39 Minuten war es soweit: Michel Eliezer, der umtriebige linke Mittelfeldmann, zog nach einem abgefälschten Pass einfach mal ab - und der Ball zappelte im Netz. 1:0, das Stadion explodierte. Ironie der Geschichte: Nur eine Minute später musste Eliezer verletzt vom Platz. "Ich hab das Tor noch gesehen - danach war nur noch Schmerz", grinste er später mit bandagiertem Knöchel.

Nasa reagierte sofort, brachte den jungen Harrison Hartshorn, der sein Champions-League-Debüt feierte. Und der Youngster fügte sich blendend ein: Nur kurz nach Wiederanpfiff, in Minute 47, zauberte er eine butterweiche Flanke auf den Kopf von Olgun Aydemir - 2:0! Ein Tor, so sauber wie frisch gebügelte Wäsche. "Ich wollte eigentlich flanken, aber wenn der Ball drin ist, beschwert sich keiner", lachte Hartshorn später in die Kameras.

Doch wer dachte, Gela würde sich ergeben, kennt Trainer Michael Müller schlecht. Der gestikulierte an der Seitenlinie, als wolle er seine Spieler mit purer Willenskraft nach vorne schieben. Und tatsächlich: In der 61. Minute klingelte es zum ersten Mal im Kasten von Türkgücü. Javier Vazques schob nach feinem Zuspiel von Dennis Bedard eiskalt ein - 2:1.

Nur vier Minuten später der nächste Schock für die Gastgeber: Nach einer Ecke und einem wilden Gestochere im Strafraum stocherte ausgerechnet Innenverteidiger Tahsin Caliskan den Ball zum 2:2 über die Linie. Wieder war Bedard der Passgeber. "Ein bisschen Glück war dabei", gab Caliskan ehrlich zu. "Aber Glück ist auch eine Taktik."

Das Spiel stand auf des Messers Schneide, die Nerven auf den Rängen lagen blank. Türkgücü antwortete mit purer Wut im Bauch. In der 68. Minute tankte sich Alexander Douglas auf rechts durch, flankte scharf nach innen - und Rafael Otto nickte zum 3:2 ein. Ein Tor wie aus dem Lehrbuch. Otto rannte jubelnd in Richtung Fanblock, küsste das Vereinswappen und brüllte: "Wir geben das nicht mehr her!"

Tja, dachten alle. Doch Fußball wäre nicht Fußball, wenn es nicht die 95. Minute gäbe. Die Nachspielzeit lief, Schiedsrichter Rinaldi hatte bereits die Pfeife im Mund, da flog ein letzter langer Ball in den Türkgücü-Strafraum. Der eben eingewechselte Carl Garcia köpfte quer, und Pablo Tarrega drückte das Leder aus fünf Metern über die Linie - 3:3. Ein Stich ins Herz der Gastgeber.

Während die Gäste jubelten, saß Trainer Nasa fassungslos auf der Bank. "So was nennt man wohl einen Gela-Schock", murmelte er. Müller dagegen grinste: "Wir haben nie aufgehört zu glauben - und Tarrega sowieso nie aufgehört zu laufen."

Statistisch gesehen war das Remis fast gerecht: Türkgücü leicht vorn im Ballbesitz (52 Prozent), Gela mit mehr Torschüssen (14 zu 10). Beide Teams spielten mit offenem Visier, beide Trainer setzten auf Offensive - und beide bekamen dafür graue Haare. Drei Gelbe Karten, zwei Verletzungen, fünf Wechsel und mindestens 59.000 durchgeschwitzte Fans - das war Champions League in Reinform.

Ein besonderes Lob verdiente sich Türkgücüs Torwart Christer Andreassen, der in der 82. Minute mit einer sensationellen Parade gegen Julian Martins das 3:4 verhinderte. "Ich wollte einfach nicht, dass der Abend noch schlimmer wird", sagte der Norweger trocken.

Und so endete ein Spiel, das eigentlich keinen Sieger verdient hatte, aber viele Geschichten schrieb. Michel Eliezer wird wohl noch eine Weile an seinen Knöchel denken, Nasa an die Nachspielzeit - und Gela an die süße Genugtuung eines Punktes in letzter Sekunde.

Oder, wie ein Fan beim Rausgehen sagte: "Wenn das so weitergeht, brauch ich beim nächsten Spiel Baldrian statt Bier."

Ein würdiger Abend für die Champions League - mit sechs Toren, drei Herzinfarkten und einem großen Augenzwinkern.

07.11.643990 18:55
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