El Diario
+++ Sportzeitung für Bolivien +++

Turbion Mamore dreht auf: 4:1-Gala gegen Arauko Prando

Manchmal reicht ein Funke, um ein Fußballfeuerwerk zu zünden. Am Samstagabend in Arauko war der Funke ein früher Treffer von Christiano Gomes - und das Feuerwerk kam danach fast ausschließlich von den Gästen aus Mamore. 20.000 Zuschauer sahen ein Spiel, das als Heimfest begann und als Auswärtsspektakel endete.

Bereits in der 7. Minute wähnte das Stadion den Fußballhimmel offen: Isidoro Rincon flankte butterweich, Gomes stieg höher als alle anderen und köpfte zum 1:0. Das Publikum tobte, der Lautsprecher vibrierte, und selbst der Linienrichter grinste kurz. "Wir wollten zeigen, dass wir zu Hause mutiger spielen können", sagte Gomes später. Leider hielt die Mutprobe nicht lange.

Denn Turbion Mamore, von Trainer Andre Niesenhaus taktisch auf "Offensiv mit Stil" eingestellt, ließ sich vom Rückstand nicht aus der Ruhe bringen. Serge Amyot, der rechte Stürmer mit der Eleganz eines Stepptänzers, tanzte in der 38. Minute durch die Abwehr und traf nach Vorarbeit von Nestor Romero zum 1:1. "Ich hab einfach gewartet, bis sie alle stehen bleiben", lachte Amyot nach dem Spiel. "Dann hab ich geschossen."

Mit diesem Treffer kippte die Partie - und zwar gründlich. Nach der Pause spielte Mamore, als hätten sie in der Kabine Espresso intravenös bekommen. 52 Prozent Ballbesitz, 18 Torschüsse und ein Pressing, das den Heimspielern die Schuhe ausblies. Arauko Prando mühte sich, blieb aber meist im Netz der eigenen Ideen hängen.

Das 1:2 fiel in der 63. Minute: Romero, zuvor Vorlagengeber, drosch den Ball nach Zuspiel von Lars Westphal trocken ins Eck. Torwart Marcio Jorge streckte sich vergeblich; der Ball war schneller als sein Gedanke. Nur sechs Minuten später war’s endgültig vorbei mit der Heimhoffnung: William Cawdor verwandelte nach Amyots Vorlage zum 1:3. Und als Daniel Otto in der Nachspielzeit, nach erneutem Romero-Pass, locker zum 1:4 einschob, applaudierten sogar einige Heimfans - vermutlich aus Fassungslosigkeit.

Trainer Niesenhaus grinste später verschmitzt: "Wir haben einfach weiter Fußball gespielt. Ich hab ihnen gesagt: Wenn ihr schon angreift, dann bitte richtig." Sein Gegenüber - dessen Name offenbar in der offiziellen Liste fehlte, was vielleicht symptomatisch für den Abend war - wirkte dagegen ratlos. "Wir haben gut angefangen, aber dann war der Stecker raus", murmelte er.

Auch die Statistik sprach eine klare Sprache: 18:9 Torschüsse, 53 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und ein Mamore-Mittelfeld, das Arauko regelrecht zirkulieren ließ. Besonders auffällig: Daniel Otto, der zentrale Taktgeber, lief gefühlt doppelt so viel wie seine Gegner. "Ich hatte das Gefühl, die Sonne geht unter, aber wir laufen immer noch", keuchte er lachend nach dem Spiel.

Die wenigen Lichtblicke bei Arauko kamen von Gomes, der nie aufgab, und von Domingo Xuarez, der in der 55. Minute fast den Ausgleich erzielte - sein Schuss strich aber haarscharf vorbei. Stattdessen kassierte Javier Vico in der 78. Minute noch Gelb, weil er offenbar dachte, Ball und Gegner seien ein Kombipaket.

Was bleibt? Ein Heimteam, das nach der frühen Führung in sich zusammensackte wie ein schlecht gefülltes Luftkissen, und Gäste, die den Abend nutzten, um ihre Offensivkunst zu demonstrieren. Mamore spielte Fußball, Arauko spielte mit - unfreiwillig.

Am Ende jubelten die 200 mitgereisten Fans der Gäste lauter als die 19.800 Einheimischen zusammen. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur Höhenluft, sondern auch Tore vertragen", grinste Nestor Romero, der mit einem Tor und zwei Assists glänzte.

Fazit: Turbion Mamore hat an diesem 24. Spieltag der 1. Liga Bolivien nicht nur drei Punkte geholt, sondern eine kleine Fußballlektion erteilt. Arauko Prando dagegen muss sich fragen, warum ein Spiel, das mit einem Traumstart begann, mit einem Albtraum endete.

Vielleicht lag’s am Kaffee, vielleicht an der Courage - sicher aber an einer Mannschaft, die wusste, was sie wollte: Tore, Tempo und Triumph.

Und irgendwo in der Kabine von Arauko soll Gomes nach dem Spiel gesagt haben: "Beim nächsten Mal treffen wir vielleicht wieder früh. Aber dann hören wir einfach nicht mehr auf." Ein guter Plan.

15.11.643987 20:12
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