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TSV Rain verzweifelt an der Null: Chancenfestival ohne Happy End gegen Eichede

Es gibt Spiele, die man nur mit einem Schulterzucken und einem tiefen Seufzer verlässt. Und dann gibt es jene, bei denen man trotz eines 0:0 das Gefühl hat, einem kleinen Drama beigewohnt zu haben. Das Duell zwischen dem TSV Rain und dem SV Eichede am 13. Spieltag der 3. Liga Deutschland (2. Div) gehörte zweifellos zur zweiten Kategorie: 18:3 Torschüsse, 55 Prozent Ballbesitz, ein Publikum, das 10621-mal kollektiv die Hände über dem Kopf zusammenschlug - und am Ende doch wieder diese verdammte Null auf der Anzeigetafel.

Schon in der dritten Minute zappelte der Ball beinahe im Netz - allerdings auf der anderen Seite. Jose Maria de Gogorza, Eichedes quirliger Linksaußen, prüfte den Rainer Keeper Miguel Coluna mit einem satten Schuss. Danach aber gehörte das Feld den Gastgebern. Nico Kluge, Connor Irwin, Andre Osterhoudt - sie feuerten, als wäre der Ball ein Silvesterböller. In der 14. Minute rauschte ein Schuss von Irwin so knapp am Pfosten vorbei, dass selbst die Eckfahne zusammenzuckte.

Trainer Patrick Müller stand derweil an der Seitenlinie, wild gestikulierend, als wolle er die Kugel per Gedankenkraft ins Tor befördern. "Wir haben alles versucht - Flanken, Doppelpässe, sogar den guten alten Weitschuss. Aber offenbar hatte der liebe Fußballgott heute frei", kommentierte er nach dem Spiel mit einem gequälten Lächeln.

Eichede hingegen verteidigte sich mit stoischer Ruhe. "Wir wussten, dass sie viel Ballbesitz haben würden", sagte Gästecoach Jana Frost. "Unser Plan war, kompakt zu stehen und auf Konter zu lauern. Zugegeben, der Teil mit den Kontern hat so mittel funktioniert."

Spätestens nach der Verletzung von Tobias Paul in der 37. Minute - er musste für Aslaug Laustsen weichen - beschränkten sich die Gäste fast ausschließlich auf Schadensbegrenzung. Ihr Torhüter Ruben Viqueira avancierte dabei zum Hauptdarsteller des Abends. In der 52. Minute kratzte er einen Schlenzer von John Irwin aus dem Winkel, in der 74. Minute warf er sich waghalsig in einen Schuss von Nico Kluge, und in der Nachspielzeit blockte er sogar einen Kopfball von Mariusz Buncol auf der Linie.

"Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen", grinste Viqueira später. "Aber wenn man 18 Mal beschossen wird, fühlt man sich irgendwann wie in einem Videospiel auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad."

Die Statistik sprach Bände: 57,9 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 18 Abschlüsse, fast doppelt so viele Ballkontakte - Rain dominierte in allen Belangen außer in der, die wirklich zählt. Selbst als Müller in der Schlussphase taktisch auf volles Risiko stellte - Pressing auf "YES", Einsatz auf "STRONG", wie es die Analytiker in ihren Tabellen vermerken würden - wollte der Ball einfach nicht über die Linie.

In der 89. Minute brachte der eingewechselte Iban Morais noch einmal frischen Schwung, sein Schuss aus spitzem Winkel rauschte haarscharf vorbei. Und als Buncol in der Nachspielzeit den Ball volley nahm, hielt das Stadion kurz den Atem an - nur um dann das vertraute "Ooohhh!" der Enttäuschung anzustimmen.

Auf der Tribüne rieb sich ein älterer Fan die Augen und murmelte: "Wenn die heute noch treffen, spendier ich dem Kluge eine Maß Bier." Es blieb beim trockenen Gaumen.

Eichede feierte das 0:0 wie einen Sieg. "Manchmal ist ein Punkt mehr wert als drei", meinte Jana Frost süffisant. "Vor allem, wenn man ihn mit so viel Herz verteidigt." Ihre Mannschaft, taktisch auf "offensiv" eingestellt, hatte am Ende zwar kaum Offensivaktionen vorzuweisen, dafür aber eine Gelbe Karte für Edoardo Albanese (80.) und eine weitere für Vincent Ring (90.). Beide nahmen sie mit dem gleichen Schulterzucken entgegen, das ihr Trainer wohl auch gezeigt hätte.

Patrick Müller dagegen haderte: "Wir müssen an der Effizienz arbeiten. Wenn du so viele Chancen hast und kein Tor machst, fühlt sich das an wie ein Deja-vu mit schlechter Pointe."

Und so endete ein Spiel, das alles hatte - Leidenschaft, Dramatik, Verzweiflung - nur eben keine Tore. Die Fans von TSV Rain gingen mit gemischten Gefühlen nach Hause: stolz auf die Leistung, ernüchtert vom Ergebnis.

Vielleicht tröstet sie der Gedanke, dass es Tore wie Sand am Meer gibt - nur eben nicht an diesem Abend.

Oder, wie Nico Kluge es mit einem Augenzwinkern sagte: "Wenn’s nächste Woche wieder 0:0 steht, fang ich an, Dart zu spielen."

07.06.643987 01:40
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