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Eliteserien | 2. Spieltag | 18.09.26 | Trondheim BK - Bärum FB 3:4 Dabei begann der Abend für Trondheim denkbar unangenehm. Nach gerade einmal drei Minuten traf Pedro Sa Pint nach Vorarbeit von Antonio Zorrilla zur frühen Führung der Gäste. Die Heimabwehr wirkte in diesem Moment, als hätte sie noch auf den Anpfiff gewartet. Bärum hatte zuvor bereits zweimal den Abschluss gesucht, Trondheim benötigte sieben Minuten bis zum ersten Versuch - dann aber nahm die Partie Fahrt auf. In der 21. Minute glich Nuno Suarez für die Mannschaft von Uwe Kämmerer aus. Adam Bosworth bereitete vor, Suarez vollendete - und plötzlich war das Stadion wieder wach. "Wir wollten offensiv beginnen, aber nicht unbedingt schon nach drei Minuten mit einer Charakterprüfung", soll Kämmerer später mit trockenem Humor gesagt haben. Trondheim blieb nun am Drücker. Jorgen Berg prüfte Bärums Torwart mehrfach, Gabriel Callahan scheiterte ebenfalls zunächst, ehe Callahan kurz vor der Pause zuschlug: In der 44. Minute traf der linke Angreifer nach Vorlage von Einar Carew zum 2:1. Die Pause hätte für Trondheim eigentlich Gelegenheit sein sollen, den Vorsprung zu sortieren und vorsichtig zu behandeln. Stattdessen wurde er offenbar wie ein Einkaufswagen ohne Bremse zurück auf den Rasen geschoben. In der 50. Minute glich Sa Pint mit seinem zweiten Treffer aus, diesmal nach Zuspiel von Javier Aguas. Acht Minuten später drehte Bärum die Partie endgültig: Bertil Aagaard traf nach Vorlage von Maurice Auclair zum 3:2. Bärum hatte nun Oberwasser - und statistisch ohnehin die etwas besseren Argumente. Die Gäste kamen auf 16 Torschüsse, Trondheim auf 13. Auch beim Ballbesitz lag Bärum mit 51,83 Prozent knapp vor den Gastgebern, die 48,17 Prozent verzeichneten. Kein überwältigender Unterschied, aber groß genug, um im Nachhinein bedeutungsvoll auszusehen. Fußballstatistiken sind schließlich geduldig und lieben Sieger. Trondheim gab sich nicht geschlagen. In der 76. Minute erzielte Henri Robert nach Vorlage von Adam Bosworth den Ausgleich zum 3:3. Für einen kurzen Moment sah es so aus, als könne die Mannschaft von Kämmerer das Spiel erneut drehen. "Nach dem 3:3 dachte ich: Jetzt bitte einmal alle ruhig bleiben", sagte Robert angeblich. "Das war rückblickend ein sehr optimistischer Gedanke." Denn nur zwei Minuten später schlug Bärum zurück. Nevio Ze Castro, der bereits früh Gefahr ausgestrahlt hatte, traf zum 4:3. Trondheim warf danach alles nach vorn, doch die letzte große Wende blieb aus. In der 87. Minute verschärfte sich die Lage zusätzlich: Tom Bruns sah nach seiner Gelb-Roten Karte den Platzverweis. Ausgerechnet in der Phase, in der Trondheim eigentlich vor allem Spieler und keine Karten gebraucht hätte. Bärums Trainer Savo Partizan lobte nach dem Abpfiff die Widerstandskraft seiner Mannschaft: "Wir haben nach dem Rückstand nicht diskutiert, sondern weitergespielt. Das ist manchmal die einfachste Taktik - und offenbar auch eine wirksame." Sein Gegenüber Kämmerer blieb trotz der Niederlage kämpferisch: "Wir haben drei Tore geschossen. Das sollte normalerweise für etwas Zählbares reichen. Heute offenbar nicht." So blieb Trondheim am Ende nur die Erkenntnis, dass offensive Aufstellungen und 13 Torschüsse durchaus attraktiv aussehen können - solange der Gegner nicht 16-mal schießt und viermal trifft. Bärum nimmt drei Punkte mit. Trondheim bekommt immerhin sieben Tore, reichlich Gesprächsstoff und vermutlich eine Kabinenansprache, die länger dauerte als manche taktische Phase dieser Partie. 18.09.2026 22:02 |
Sprücheklopfer
Eines steht fest: Bis Weihnachten ist die Meisterschaft noch nicht entschieden.
Mario Basler