Tuttosport
+++ Sportzeitung für Italien +++

Trieste jubelt zu früh - Rodengo Saiano dreht das Spiel mit jugendlicher Frechheit

6500 Zuschauer im altehrwürdigen Stadio Nereo Rocco hatten an diesem Freitagabend alles, was der Fußball so zu bieten hat: frühe Hoffnung, jugendliche Unbekümmertheit, gelbe Karten und am Ende eine Prise bittere Ironie. AS Trieste verlor trotz Überlegenheit mit 1:2 gegen das aufmüpfige Rodengo Saiano - ein Ergebnis, das weniger mit Statistik als mit Kaltschnäuzigkeit zu tun hatte.

Schon nach 13 Minuten war der Abend für die Triestiner perfekt angelaufen. Rami Kas, der flinke linke Mittelfeldmann, schlenzte nach feinem Zuspiel von Ernst Grossmann den Ball ins rechte Eck - so elegant, dass man fast glauben konnte, er habe vorher den Rasen gefragt, wo genau er ihn hinlegen soll. "Das war so einer, der einfach sitzt", grinste Kas später, "wenn ich das jeden Sonntag hinkriege, kann ich den Busfahrerposten beim Verein übernehmen."

Trieste dominierte das Geschehen mit 56 Prozent Ballbesitz, ließ den Ball laufen, als hätten sie ihn gemietet, aber nicht gekauft. Rodengo Saiano hingegen - jung, wild und frech - lauerte auf jeden Ballverlust und konterte, als ginge es um den letzten Espresso des Tages. In der 42. Minute klappte das perfekt: Der 18-jährige Vincenzo Cerutti, kaum alt genug, um sich selbst die Schuhe zu kaufen, verwandelte nach herrlichem Steilpass von Domenico Roggiano zum 1:1. "Ich hab nur die Augen zugemacht und gehofft, dass es nicht den Linienrichter trifft", witzelte Cerutti später, während Trainer Jan Beyer daneben stolz nickte wie ein Vater beim Schulabschluss.

Nach der Pause blieb Trieste am Drücker, hatte Chancen durch Beltrame (45., 48.) und Götz (41., 91.), doch der Ball wollte nicht mehr rein. "Wir hätten bis Mitternacht spielen können", knurrte Kapitän Ronald Christ, der später noch Gelb sah (74.), "und wir hätten immer noch versucht, das Tor schön zu spielen."

Rodengo Saiano dagegen zeigte, dass Fußball kein Schönheitswettbewerb ist. Hart in den Zweikämpfen (zwei Gelbe: Di Paolo 27., Bisignano 50.), robust in der Abwehr und eiskalt, wenn’s drauf ankam. In der 76. Minute war es dann ausgerechnet Innenverteidiger Luca Piemontese, der nach einem Freistoß von - natürlich - Roggiano goldrichtig stand und zum 1:2 einköpfte. Der Jubel der Gäste war so laut, dass man glaubte, halb Brescia stünde hinter der Kurve.

"Ich hab einfach gehofft, dass mich keiner deckt", sagte Piemontese mit einem Grinsen, das man normalerweise nur in Pizzerien nach dem dritten Glas Chianti sieht. Trainer Beyer hingegen blieb nüchtern: "Wir wollten mutig sein. Wenn du jung bist und nichts zu verlieren hast, dann gehst du auch mal mit fünf Mann in den Strafraum."

Trieste versuchte danach alles, um das Spiel noch zu drehen. Trainer Ernst Grossmann - pardon, *Spielmacher* Grossmann - rief immer wieder nach vorn, während Trainerstimme von der Seitenlinie hallte: "Ruhig bleiben, Jungs!", was etwa so wirkte, als würde man einem brodelnden Vulkankrater Kamillentee anbieten.

Die Gastgeber schossen insgesamt zehnmal aufs Tor, Rodengo 14-mal - und genau das machte den Unterschied. Während Trieste die Präzision eines Malers ohne Brille an den Tag legte, trafen die Gäste mit der Entschlossenheit eines Zimmermanns auf Akkord.

In den letzten Minuten warf Trieste noch einmal alles nach vorn. Der eingewechselte Beaupre prüfte den Keeper (69.), Götz verzog in der Nachspielzeit knapp (91.). Danach war Schluss - und die Gesichter auf der Tribüne sagten alles: Enttäuschung, Fassungslosigkeit, ein bisschen "nicht schon wieder".

"Wir spielen gut, aber wir verlieren", murmelte Trainer Grossmann nach dem Abpfiff, "das erinnert mich an meine Ehe." Ein Satz, der selbst den gegnerischen Trainer kurz schmunzeln ließ.

Rodengo Saiano hingegen feierte ausgelassen. Die jungen Wilden um Cerutti, Uffugo und Roggiano tanzten auf dem Rasen, als hätten sie gerade die Champions League gewonnen. Vielleicht taten sie das ja in ihrem Herzen - und ehrlich gesagt: Sie hätten es sich verdient.

Am Ende bleibt Trieste die Erkenntnis, dass Ballbesitz allein keine Punkte bringt. Und Rodengo Saiano? Die fahren mit drei Zählern im Gepäck und dem Gefühl nach Hause, ein kleines Fußballmärchen geschrieben zu haben.

Oder wie Beyer es später im Kabinengang formulierte: "Manchmal reicht einfach ein bisschen Mut - und ein Innenverteidiger mit Torinstinkt."

Ein Satz, der in Trieste wohl noch ein paar Nächte nachhallen dürfte.

20.12.643987 17:45
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Adidas - zwei, drei Tage Arbeit im Monat. So wie Klinsmann.
Stefan Effenberg über zukünftige Job-Pläne
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager