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Torlos, aber nicht trostlos: Freiburg und Linx teilen sich die Punkte

Es war einer dieser Fußballabende, an denen der Ball offenbar eine geheime Abneigung gegen Tornetze hegte. Freiburg und der SV Linx trennten sich am Freitagabend im Regionalliga-A-Duell mit einem 0:0, das in der Statistik nach Langeweile klingt, auf dem Rasen aber ein erstaunlich lebendiges Schauspiel bot. 4750 Zuschauer sahen Flanken, Schüsse, Gelbe Karten, eine Verletzung, aber eben - kein einziges Tor.

Freiburg begann die Partie mit leichtem Druck, 55 Prozent Ballbesitz und der Hoffnung, den Heimvorteil in Punkte umzuwandeln. Schon nach sieben Minuten prüfte Tom Hübner den Linxer Keeper Oscar Haase mit einem wuchtigen Linksschuss, der allerdings eher den Flutlichtmast streichelte als das Tornetz. "Ich dachte, der geht rein, ehrlich!", grinste Hübner nach dem Spiel und hob entschuldigend die Hände. Kurz darauf versuchte Janis Becker sein Glück, aber Haase war hellwach - und blieb es auch für die nächsten 80 Minuten.

Linx wirkte anfangs wie der ungebetene, aber bestens vorbereitete Gast: frech, spielfreudig, mit 18 Torschüssen fast doppelt so aktiv wie der Gastgeber. Besonders Rechtsaußen Robert Jahn schien beschlossen zu haben, dass Ballkontakte nur zählen, wenn sie mit einem Schuss enden. Zwischen der 66. und 75. Minute feuerte er gleich viermal aufs Freiburger Tor - jedes Mal knapp vorbei, jedes Mal mit einem entschlossenen "Na, das nächste Mal!" auf den Lippen.

Trainer Michal Dickschat kommentierte das nach der Partie mit einem trockenen: "Wenn Robert heute einen Zentimeter besser gezielt hätte, würden wir jetzt alle lächeln." Stattdessen lächelte höchstens Freiburgs Torhüter Leon Kessler, der mit stoischer Ruhe und blitzschnellen Reflexen den Kasten sauber hielt.

Für Freiburg wurde es Mitte der ersten Halbzeit kurz brenzlig, als Linx-Mittelfeldroutinier Bernt Kühne nach einem unglücklichen Zweikampf verletzt liegen blieb. Nach kurzer Behandlung musste er raus - für ihn kam der 18-jährige Detlev Miller. "Ich hab einfach gesagt: Lauf, Detlev, und denk nicht nach", erzählte Dickschat lachend. Miller tat genau das - und sorgte mit jugendlichem Übermut für frischen Wind, aber nicht für frische Tore.

Die Partie blieb intensiv, manchmal zu intensiv. In der 45. Minute sah Tom Hübner Gelb, nachdem er einen Linxer Konter etwas zu beherzt unterband. Später erwischte es Linx-Verteidiger Morgan Shepherd, der in der 82. Minute für ein rustikales Einsteigen ebenfalls verwarnt wurde. "Das war nur ein bisschen britischer Einsatz", erklärte Shepherd augenzwinkernd.

Je länger das Spiel dauerte, desto offensiver wurde Linx. Die Gäste wechselten in der 56. Minute erneut - der junge Eduardo Henrico kam für den Innenverteidiger Linus Schmitt, was sinngemäß bedeutete: "Alles nach vorne!" Freiburg blieb seiner ausgewogenen Taktik treu, vielleicht zu treu. Während Linx in den Schlussminuten wild presste und mit starker Aggressivität und vollem Einsatz auf den Lucky Punch hoffte, verteidigte Freiburg diszipliniert, aber ohne große Entlastung.

In der 89. Minute dann die Szene, die kurzzeitig für kollektives Herzrasen sorgte: Andreas Gruber, Freiburgs agiler Linksaußen, tanzte sich durch zwei Linxer Verteidiger und zog ab - haarscharf am Pfosten vorbei. "Ich hab schon gejubelt", gab Trainer Dickschat später zu, "bis ich merkte, dass der Ball draußen war." Auch Freiburgs Trainer - der sich mit einem knappen "Wir nehmen den Punkt" zufrieden zeigte - dürfte innerlich kurz gezuckt haben.

So endete ein Spiel, das kein Tor, aber reichlich Geschichten bot. 27 Torschüsse, zwei Gelbe Karten, eine Verletzung, drei Wechsel und jede Menge Laufarbeit - Fußball kann manchmal ein Nullsummenspiel und dennoch ein Erlebnis sein.

"Das war kein 0:0 der langweiligen Sorte, eher ein 0:0 mit Herzklopfen", meinte Linx-Kapitän Carsten Vollmer nach dem Abpfiff. Und Freiburgs Abwehrchef Andre Schumann ergänzte mit einem Augenzwinkern: "Wenn wir schon keine Tore schießen, dann wenigstens keine kassieren. Das ist ja auch eine Art Offensive."

Am Ende stand ein torloses, aber keineswegs trostloses Unentschieden - ein Spiel, das weniger von Treffern lebte als von Spannung, Einsatz und der leisen Ironie des Fußballs: Manchmal ist der schönste Angriff eben der, der fast reingeht.

13.04.643990 14:53
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Jens Jeremies
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