Tuttosport
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Torflut in Siena: Bianconeri und Yuventus liefern sich ein 5:5-Spektakel

Wer sich am Samstagabend in Siena ins Stadion verirrte, der bekam alles geboten, was den Fußball so verrückt und schön macht - Tore im Minutentakt, Verteidigungen im kollektiven Tiefschlaf und zwei Trainer, die zwischen Verzweiflung und Begeisterung schwankten. Am Ende trennten sich Bianconeri Siena und Yuventus Turin mit einem atemberaubenden 5:5. Ja, richtig gelesen: zehn Tore, fünf pro Team, ein Punkt für die Statistik und ein Spiel für die Geschichtsbücher der 2. Liga Italien.

Schon die Anfangsphase ließ ahnen, dass das kein gewöhnlicher Abend werden würde. Yuventus begann stürmisch - offenbar hatte Trainer Mario Girotti seinen Jungs eingebläut, dass man Verteidigen auch mal anderen überlassen kann. In der 14. Minute zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz: Sergio Exposito, erst 21 Jahre jung und mit der Spritzigkeit eines Espresso doppio, traf nach Vorarbeit vom robusten Innenverteidiger Giulio Di Paolo. Zwei Minuten später legte Owen Preston nach, vorbereitet von - natürlich - Exposito. Siena wankte, aber es fiel nicht.

"Ich dachte kurz, wir werden hier überrollt", gab Sienas Torhüter Evangelos Stephanopoulos später zu, "aber dann habe ich gesehen, dass deren Abwehr auch nur aus Menschen besteht." Und tatsächlich: In der 32. Minute war es Tibo Roegiers, der nach einem schönen Zuspiel von Gianluca Pircher den Anschlusstreffer erzielte. 1:2 zur Pause, und die 16.000 Zuschauer hatten das Gefühl, dass da noch einiges passieren würde.

Nach dem Seitenwechsel kam Siena wie verwandelt aus der Kabine. Pircher glich in der 51. Minute aus - Vorlage von Helmut Schmitz, der später noch einmal im Rampenlicht stehen sollte. Doch kaum hatten die Heimfans zu Ende gejubelt, schlug Yuventus wieder doppelt zu: Exposito in der 55. und 56. Minute - zweimal nach kluger Vorarbeit von Xabier Silfredo. 4:2 für die Gäste, und Girotti drehte sich triumphierend zu seiner Bank: "So, meine Herren, jetzt haben wir’s!"

Leider hatte er es nicht. Tomasz Marx, der bullige Mittelstürmer Sienas, fand das gar nicht komisch und antwortete mit einem Doppelpack in der 61. und 69. Minute. Besonders das zweite Tor - ein Schlenzer aus 18 Metern - ließ den Gästetorwart Diego Cocco aussehen, als wäre er kurz in Gedanken beim Abendessen gewesen. "Ich hab ihn kommen sehen, aber irgendwie auch wieder nicht", murmelte Cocco später kleinlaut.

Doch selbst das war noch nicht der Schlusspunkt: Yuventus’ 19-jähriger Norweger Gunnar Andreassen köpfte in der 79. Minute nach einer butterweichen Flanke von Innenverteidiger Gabriele Marcedusa zum 5:4 ein. Siena-Fans griffen sich an den Kopf, Trainer und Spieler diskutierten wild an der Seitenlinie - und dann kam die 90. Minute.

Ein letzter Angriff, eine Flanke von Luke Mills, und Helmut Schmitz - der Mann mit der gelben Karte und dem unerschütterlichen Glauben an das Gute im Fußball - drosch den Ball volley in die Maschen. 5:5! Das Stadion explodierte, und Schmitz riss die Arme hoch, als hätte Siena gerade die Champions League gewonnen. "Ich wollte einfach nicht verlieren. Außerdem hatte ich versprochen, dass ich meiner Oma ein Tor widme", sagte er lachend.

Yuventus-Trainer Girotti dagegen schüttelte nur den Kopf. "Fünf Tore auswärts und kein Sieg - das ist fast schon Kunst, aber leider die falsche Sorte." Seine Abwehrspieler - Hanson Dag (Gelb in der 5. Minute) und der jugendliche Vincenzo Fadda (Gelb in der 46.) - sahen dabei aus, als wollten sie lieber unsichtbar sein.

Die Statistiken erzählten ihre eigene Geschichte: Yuventus mit 20 Torschüssen und 47 Prozent Ballbesitz, Siena mit 10 Schüssen, aber 52 Prozent Ballkontrolle - was beweist, dass man auch mit weniger Zielwasser reichlich Spaß haben kann. Beide Teams spielten offensiv, Siena ausgewogen, Yuventus fast waghalsig über die Flügel.

Als der Schlusspfiff ertönte, applaudierten selbst die neutralen Zuschauer. "Ich hab schon viele Spiele gesehen", sagte ein älterer Fan auf der Tribüne, "aber sowas Verrücktes? Das war kein Fußball, das war Rock’n’Roll."

Und man kann ihm kaum widersprechen: Zehn Tore, zwei Mannschaften, null Langeweile - ein Abend, der beweist, dass die 2. Liga manchmal spektakulärer ist als die ganz großen Bühnen.

Vielleicht sollte man das Rückspiel einfach in einem Zirkuszelt austragen - Platz genug für Tore, Tränen und Trainer, die ihre Stimme verlieren.

03.05.643987 10:38
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