Sportovni Noviny
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Tor-Feuerwerk in Opava: Hradec Kralove siegt 4:3 nach spektakulärem Schlagabtausch

Wenn Fußball ein Theaterstück wäre, hätte der 14. Spieltag der 1. Liga Tschechien in Opava das Prädikat "Drama mit Feuerwerk" verdient. 16.000 Zuschauer im Městský Stadion bekamen am frostigen Abend alles geboten, was den Sport so herrlich unberechenbar macht: sieben Tore, eine Gelb-Rote Karte, fliegende Schienbeinschoner und einen Trainer, der kurz davor war, seine Mütze zu verspeisen.

Am Ende gewann Hradec Kralove mit 4:3 beim SK Opava - ein Ergebnis, das so wild klingt, wie das Spiel tatsächlich war. Dabei hatte zunächst alles recht gemächlich begonnen. Opava, das Heimteam, setzte mit 58 Prozent Ballbesitz auf ruhigen Aufbau, während Hradec mit seiner offensiven Grundordnung und 19 Torschüssen früh klarmachte: Wir sind zum Schießen hier, nicht zum Zuschauen.

Die Partie nahm Fahrt auf, als Nicolas Le Tallec in der 43. Minute den Ball - nach feinem Zuspiel von Callum Buchan - aus spitzem Winkel ins lange Eck drosch. "Das war kein Schuss, das war eine Liebeserklärung an den Fußball", schwärmte Trainer Thomas Michael Rinesch nach dem Spiel, während Le Tallec lachend entgegnete: "Ehrlich gesagt, ich wollte eigentlich flanken."

Nach der Pause drehte Opava kurzzeitig das Spiel - oder versuchte es zumindest. Kaum war der Tee ausgetrunken, schnappte sich Karel Penicka (53.) den Ball, tanzte zwei Verteidiger aus und netzte nach Vorlage von Jaroslaw Chomutow ein. Die Tribüne tobte, Trommeln hallten durch die kalte Nacht, und der Stadionsprecher überschlug sich fast vor Begeisterung.

Zehn Minuten später sah die Welt in Gelb-Blau noch schöner aus: Samuel Yeates (68.), der ewige Dauerläufer im Mittelfeld, traf nach schöner Vorarbeit von Karoly Feher zum 2:1. "In dem Moment dachte ich, jetzt kippt’s richtig", gab Opava-Kapitän Erich Brabec später zu. Doch Hradec Kralove hatte andere Pläne.

Nur vier Minuten nach Opavas Führung schlug Le Tallec erneut zu (72.), diesmal nach glänzendem Pass von Antonio Albacar. Und kaum hatte man den Torschrei der Gäste verdaut, zappelte der Ball schon wieder im Netz: Stefanos Kalitzakis (74.) traf nach Vorarbeit von Buchan zum 3:2 für Hradec. Trainer Rinesch klatschte an der Seitenlinie, als hätte er persönlich das Tor erzielt.

Opava wankte - und Hradec legte nach. Kalitzakis schnürte in der 80. Minute seinen Doppelpack, diesmal nach Flanke von Rechtsverteidiger Jack Lujan. 4:2, und plötzlich griff Rinesch zur Wasserflasche, als wäre sie Champagner. "Wir haben da gespielt, als wären wir elf Verrückte auf einem Jahrmarkt", grinste der Coach.

Doch das Spiel hatte noch eine letzte Wendung parat. In der 92. Minute, als Hradec bereits in Unterzahl agierte - Xavi Martins hatte nach Gelb-Rot (90.) den Platz verlassen -, schaffte Volker Dubois für Opava den Anschluss. Yeates, der unermüdliche Vorlagengeber, hatte den Ball perfekt serviert. 3:4, die Fans jubelten trotz Niederlage, als hätten sie gewonnen.

Statistisch war’s eine kleine Absurdität: Opava dominierte den Ball, Hradec dominierte den Strafraum. 58 Prozent Ballbesitz und neun Torschüsse für Opava standen 19 Versuchen der Gäste gegenüber. Und wer so oft schießt, der darf auch mal viermal treffen.

Die Gelben Karten für Feher (59.), Lujan (86.) und Martins (87.) passten ins Bild eines hitzigen Abends, an dem niemand zurückzog. Nach dem Abpfiff applaudierten die Heimfans den eigenen Spielern - auch das ist Fußballkultur.

"Wir haben offensiv gespielt, fast schon zu offensiv", gestand Rinesch mit einem Augenzwinkern. "Aber wer will schon langweilige 1:0s?" Sein Gegenüber, Opava-Coach (dessen Name auf dem Spielbericht mysteriöserweise fehlte), zeigte sich trotz Niederlage gefasst: "Wenn man sieben Tore sieht, sollte man eigentlich zufrieden sein. Nur schade, dass vier davon nicht unsere waren."

So endete ein Spiel, das wohl noch lange in den Gesprächen der Opava-Fans nachhallen wird. Vielleicht weniger wegen der Punkte, sondern wegen der Emotionen, die ein 3:4 eben mit sich bringt.

Und während der Platzwart später die Tornetze überprüfte, soll er gemurmelt haben: "Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald Ersatznetze im Abo." Ein Satz, der diesen Abend ziemlich treffend zusammenfasst.

18.06.643987 15:23
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