Außenseiter
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Torfestival in Wittenberge: Coburg siegt 5:4 nach furiosem Schlagabtausch

Es war ein Abend, an dem die Verteidiger beider Teams wohl lieber zu Hause geblieben wären. 3571 Zuschauer sahen in Wittenberge ein Spiel, das eher an ein Tischtennismatch als an ein Fußballduell erinnerte: Angriff folgt auf Angriff, Tor auf Tor - am Ende jubelte DVV Coburg nach einem 5:4-Spektakel über die Gastgeber.

Wittenberge startete wie aus der Kanone geschossen: Bereits in der 5. Minute traf Joshua Franz nach feiner Vorarbeit von Rafael Schreiner zum 1:0. "Ich dachte, das wird heute ein gemütlicher Abend", grinste Franz später mit verschwitztem Trikot. Denkste. Nur 14 Minuten später glich Coburgs Okan Kiskanc aus - nach tollem Zuspiel von Leon Schindler, der später noch eine Hauptrolle spielen sollte. Trainerkommentare? Der Coburger Coach (Name blieb geheimnisvoll unter Verschluss) brüllte nur: "Endlich mal einer, der laufen kann!"

Wittenberge wirkte vom Gegentor kurz benommen und fing sich dann den nächsten Treffer: In der 34. Minute zirkelte Coburgs Rechtsverteidiger Marko Klug den Ball mit der Präzision eines Ingenieurs in den Winkel - flankiert von Edoardo Mantovani, der sich danach stolz die Haare richtete. 1:2 zur Pause, und die Heimfans fragten sich, ob sie vielleicht versehentlich eine Offensivschule statt eines Fußballspiels besucht hatten.

Nach dem Seitenwechsel ging es munter weiter. Robert Mai, der Coburger Stürmer mit dem unerschütterlichen Selbstbewusstsein eines Mittelstürmers der alten Schule, erhöhte in der 52. Minute auf 3:1. Wieder war es ein Angriff, der so geschmeidig lief, dass selbst die Ballbesitzstatistik (52,4 % für Coburg, 47,6 % für Wittenberge) applaudierte. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Mai trocken, "und gehofft, dass der Ball nicht in die Parkbucht fliegt."

Doch Wittenberge zeigte Moral. Nur fünf Minuten später war es erneut Joshua Franz, der nach Vorlage von Marcus Sander das 2:3 markierte - sein zweiter Treffer, sein zweiter Sprint über die rechte Seite, und der zweite Moment, in dem der Stadionsprecher fast die Stimme verlor. Die Hoffnung keimte, die Tribüne bebte, und der Duft von Bratwurst mischte sich mit dem Geruch der Aufholjagd.

Aber Coburg hatte noch Pfeile im Köcher. In der 64. Minute traf Leon Schindler selbst - diesmal nach Vorlage von Robert Mai. 2:4, und so langsam geriet das Spiel zu einem offenen Schlagabtausch mit dem Untertitel "Verteidigung optional".

Dann kam Alexander Kohl. Der 31-jährige Mittelfeldmann von Wittenberge zimmerte in der 75. Minute den Ball aus 20 Metern ins Netz - 3:4! Nun wackelte Coburg, und die Heimfans witterten das Wunder. Fünf Minuten später traf Walther Arnold, Innenverteidiger mit Offensivdrang, zum 4:4. Vorlage? Wieder Sander. Der jubelte mit bandagiertem Knie, bevor er kurz darauf verletzt raus musste. "Das war’s dann wohl für heute", murmelte er, während die Betreuer ihn vom Feld führten.

Doch das Fußballschicksal ist oft grausam - und manchmal trägt es Trikotnummer 24. Okan Kiskanc, bereits Torschütze zum 1:1, schloss in der 88. Minute einen Konter ab, wieder nach Vorlage von Schindler. 4:5, Game over. Der Jubelblock der Gäste drehte durch, während die Wittenberger Fans fassungslos in ihre Becher starrten.

"Wir haben heute alles gegeben - leider auch den Ball", seufzte Wittenberges Kapitän Walther Arnold, der trotz seines Treffers zerknirscht wirkte. Trainer und Taktik? Beide Teams starteten erstaunlich ähnlich: "balanced" in der Ausrichtung, "balanced" im Angriff, "sure" beim Abschluss - nur dass Coburg dieses "sure" etwas wörtlicher nahm. 16 Torschüsse zu 9 sprechen eine klare Sprache.

Selbst die Statistik konnte den Wahnsinn kaum einfangen: neun Tore, eine Gelbe Karte (für Klug), eine Verletzung (Sander), ein Spiel, das an einem kalten Januarabend für warme Hände sorgte - zumindest vom vielen Klatschen.

Zum Schluss stand Coburg jubelnd im Abendnebel, während Wittenberge mit gesenkten Köpfen in die Kabine trottete. "Wenn du vier Tore schießt und trotzdem verlierst, weißt du, dass irgendwas schiefgelaufen ist", knurrte Wittenberges Coach. Und Coburgs Okan Kiskanc grinste nur: "Manchmal brauchst du einfach den richtigen Lauf - und einen Gegner, der mitmacht."

Fazit: Wer an diesem 11. Spieltag der Oberliga F nicht im Stadion war, hat ein Fußball-Feuerwerk verpasst. Wer dabei war, braucht vermutlich erst einmal einen Kamillentee zur Beruhigung.

26.05.643987 02:55
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