Diarios de Futbol
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Tore, Taktik, Tropenhitze - Americano Cali und Flamengo liefern sich Halbfinal-Drama

Ein lauer Abend in Cali, 59.000 Zuschauer, Trommeln, Gesänge und ein Rasen, der schon beim Aufwärmen schwitzte - besser hätte das Drehbuch für das Halbfinal-Hinspiel der Amerikaliga kaum sein können. Americano Cali und CF Flamengo trennten sich am Ende 2:2 (0:0) - ein Ergebnis, das beiden Hoffnung lässt, aber keinem wirklich schmeckt.

Die erste Halbzeit war ein Lehrstück in Geduld. Beide Teams kamen mit offenem Visier, aber ohne Zielwasser. Schon nach zwei Minuten prüfte Flamengos Emilio Helguera den Reflex von Cali-Keeper Thierry Peltier - der blieb so cool, als hätte er Eiswürfel im Trikot. Auf der Gegenseite versuchte Behram Demir in der 4. und 13. Minute sein Glück, doch auch Curt Binder im Flamengo-Tor erwies sich als unüberwindbarer Felsen.

"Wir haben gespielt wie in einer Schachpartie mit Turnschuhen", grinste Americano-Trainer Raphael Mö später. "Jeder Zug wurde dreimal überlegt, aber keiner hat matt gesetzt." Tatsächlich wirkte das Spiel bis zum Pausenpfiff wie ein Tanz auf der Rasenkante - viele schöne Bewegungen, wenig Wirkung.

Nach dem Seitenwechsel jedoch explodierte das Match. In der 48. Minute kam der Moment, auf den die Cali-Fans gewartet hatten: Antonio Capucho, der flinke Rechtsaußen, nahm eine butterweiche Flanke von Linksverteidiger Antonio Chalana direkt ab - 1:0 für Americano. Das Stadion bebte, Bierduschen inklusive. "Ich hab’ einfach draufgehalten", lachte Capucho. "Wenn ich nachdenke, geht er nie rein."

Doch Flamengo wäre nicht Flamengo, wenn sie nicht antworten könnten. Nur 14 Minuten später kombinierte sich das Team über die rechte Seite durch, Fernando Coelho flankte präzise, Frederik Laursen nickte ein - 1:1 (62.). Trainer Dino Ma riss die Arme hoch, als hätte er gerade die Champions League gewonnen. "Wir wussten, dass Cali in der Phase offen wird - das war unser Moment", erklärte er mit einem spitzbübischen Grinsen.

Americano Cali ließ sich davon allerdings nicht lange beeindrucken. Vier Minuten nach dem Ausgleich schlug wieder Behram Demir zu, der schon seit der ersten Minute wie ein aufgezogener Duracell-Hase wirkte. Eine Vorlage von Alain Morin landete punktgenau auf Demirs linkem Fuß - 2:1 (66.). Die Fans tobten, Mö tanzte an der Seitenlinie, und selbst der Linienrichter schien kurz zu lächeln.

Doch das letzte Wort hatten die Brasilianer. In der 82. Minute, als die Hitze der Flutlichtlampen längst mit der der Spieler konkurrierte, sorgte der blutjunge Joker Caio Eusebio für kollektives Staunen. Gerade einmal 19 Jahre alt, erst drei Minuten im Spiel - und schon traf er eiskalt zum 2:2. Die Vorlage kam vom ebenfalls eingewechselten Bo Christiansen, der mit seinem ersten Ballkontakt mehr bewirkte als sein Vorgänger in 50 Minuten. "Ich hab’ nur den Ball gesehen und gedacht: Warum nicht?", sagte Eusebio später und grinste wie ein Schüler, der heimlich die Prüfung bestanden hat.

Die Schlussphase war dann ein wildes Hin und Her. Gelbe Karten für Georges Jürgens (79.) und Antonio Chalana (88.), eine Verletzung von Eric Jonsson, der humpelnd den Platz verließ - das Spiel hatte alles, was ein Halbfinal-Krimi braucht. "Das war nichts für schwache Nerven", meinte Dino Ma, "aber wir haben Charakter gezeigt."

Statistisch war es ein Duell auf Augenhöhe: 14 Torschüsse Cali, 16 Flamengo, Ballbesitz knapp zugunsten der Hausherren (53:47) - kein Wunder also, dass keiner als klarer Sieger vom Feld ging. Die Taktik beider Teams war durchgehend offensiv geprägt, wobei Flamengo über die Flügel kam, während Cali mehr über die Mitte kombinierte.

Trainer Mö fasste es zum Schluss treffend zusammen: "Ein 2:2 ist wie lauwarme Suppe - man wird satt, aber glücklich ist man nicht." Sein Kollege Ma konterte trocken: "Dann bringen wir beim Rückspiel eben den Koch mit."

So bleibt alles offen fürs Rückspiel in Rio, wo der Zuckerhut sicher glühen wird. Und wenn Americano Cali die Chancenverwertung verbessert und Flamengo seine Defensive weniger karnevalesk gestaltet, könnte das Rückspiel zum echten Fußballfest werden. Bis dahin dürfen beide Lager träumen - die einen von der Revanche, die anderen vom Heimvorteil.

Fazit: Zwei Teams, die lieber mit offenem Visier als mit Rechenschieber spielen, lieferten 90 Minuten Spektakel, Schweiß und Schlagabtausch. Wer dabei nichts fühlte, sollte vielleicht mal seinen Puls prüfen.

22.08.643993 07:54
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Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
Michael Ballack
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