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Tirat Carmel tanzt - 4:1-Gala gegen die Reds von Raanana

Was für ein Abend in Tirat Carmel! 46.791 Zuschauer sahen ein Spiel, das eher nach Straßenfest als nach Pflichtaufgabe roch. Tirat Carmel FC fegte am Mittwochabend die Raanana Reds mit 4:1 vom Rasen - und das, obwohl Trainerin Babsi Klemm nach eigener Aussage "einen ruhigen, kontrollierten Auftritt" wollte. Ruhig war daran allerdings höchstens der Wind über dem Mittelmeer.

Schon in der zweiten Minute ließ Frans Dahl mit einem satten Schuss aus der Distanz aufhorchen - eine Art Vorwarnung an Raananas Abwehr, die sie höflich ignorierte. Nach einer Viertelstunde war dann Schicht im Schacht: Joel Cantwell verwertete eine butterweiche Vorlage von Mittelstürmer Isidoro Oliveira zum 1:0. "Ich hab nur den Fuß hingehalten", grinste Cantwell nach dem Spiel, "aber ehrlich gesagt war das so gewollt." Oliveira, der Assistgeber, kommentierte trocken: "Wenn Joel nicht trifft, nehme ich ihm die Flügel weg."

Der FC spielte weiter, als gäbe es kein Morgen. Offensiv, mutig, manchmal waghalsig - ganz nach Klemm-Manier. Raanana dagegen wirkte, als hätte man ihnen die GPS-Daten des Balles vorenthalten. Zwar kam Dalia Levinger in der 12. und 41. Minute zu gefährlichen Abschlüssen, doch Torwart Edward Whitman blieb stets Herr der Lage.

In der 33. Minute folgte das 2:0 - und wer sonst, wenn nicht Frans Dahl, sollte es machen? Nach einem energischen Solo über die linke Seite zirkelte er den Ball ins lange Eck. Der Jubel? Ein einziger Wirbel aus Rauch, Gesängen und Konfetti. Und als wäre das nicht genug, legte Dahl kurz vor der Pause noch einen drauf: In der 45. Minute köpfte er nach einer Ecke von Abwehrchef Robert Catalano zum 3:0 ein. "Ich wusste gar nicht, dass ich so hoch springen kann", witzelte Dahl.

Mit diesem Spielstand ging es in die Kabinen. Raananas Trainer Levi Ackerman wirkte da schon, als wolle er lieber den Bus starten. "Wir haben den Gegner zu sehr eingeladen", knurrte er später. "Und sie sind gekommen - mit Kuchen und Kaffee."

Wer dachte, Tirat Carmel würde nach der Pause einen Gang runterschalten, wurde in der 48. Minute eines Besseren belehrt. Wieder Oliveira, wieder eine perfekte Vorlage, wieder Cantwell - 4:0. Die Reds waren da endgültig rot. Ein paar Fans sollen da schon begonnen haben, den nächsten Busfahrplan zu studieren.

Doch ganz kampflos wollte Raanana nicht untergehen. In der 52. Minute belohnte sich die Mannschaft endlich für ihre Bemühungen: Ophir Vollach traf nach feinem Zuspiel von Javi Melendez zum 4:1. Der Ehrentreffer - und gleichzeitig der Moment, in dem Tirat Carmel kurz so tat, als sei Spannung zurückgekehrt.

Danach allerdings war das Spiel ein einziger Kurzausflug in die Statistikabteilung: Tirat Carmel 19 Schüsse aufs Tor, Raanana 10. Ballbesitz? 51 zu 49 Prozent - also fast gerecht, wenn man das Ergebnis ignoriert. Tacklingquote? 54 zu 46 für die Gastgeber, was den Unterschied auf dem Platz ganz gut beschreibt: Tirat Carmel biss, Raanana blickte.

In der 73. Minute sah Raananas Innenverteidiger Harvey MacInnes Gelb, weil er offenbar vergessen hatte, dass Beinstellen selten als höfliche Begrüßung gilt. Und als wäre das nicht genug, flog er in der 94. Minute nach Gelb-Rot endgültig vom Platz - Sekunden nachdem sein Mitspieler Herbert Beckmann verletzt ausgewechselt werden musste. Trainer Ackerman fasste es trocken zusammen: "Wenn’s läuft, läuft’s. Nur leider in die falsche Richtung."

Babsi Klemm dagegen strahlte. "Wir haben unsere Chancen genutzt, das Pressing war frech, und die Jungs haben Spaß am Spiel gehabt", sagte sie mit einem Lächeln, das man sogar in der letzten Reihe spüren konnte. "Und Frans," fügte sie hinzu, "darf sich morgen ausnahmsweise zwei Stück Kuchen holen."

Ein kleines Kuriosum am Rande: In der 94. Minute wechselte Raanana den angeschlagenen Beckmann aus - für Menachem Shitrit. Der kam, sah… und pfiff ab. So kurz war wohl noch kein Einsatz in der Liga.

Am Ende jubelte Tirat Carmel, während Raanana sich in den Katakomben sammelte. Oliveira verabschiedete sich mit einem Augenzwinkern: "Wir hätten noch ein paar Tore machen können - aber wir wollten die Statistikabteilung nicht überlasten."

Ein Abend voller Tempo, Tore und Tirat-Carmel-Charme - wenn’s so weitergeht, wird Babsi Klemm bald den Tanz auf der Tabellenspitze anführen. Und Raanana? Die sollten vielleicht beim nächsten Mal den GPS-Tracker wirklich einschalten.

Schlusswort: Fußball ist eben kein Wunschkonzert - aber für Tirat Carmel war dieser Abend verdammt nah dran an einer Sinfonie in vier Sätzen.

17.07.643993 22:39
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Sex vor einem Spiel? Das können meine Jungs halten, wie sie wollen. Nur in der Halbzeit, da geht nichts.
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