Haaretz Sports
+++ Sportzeitung für Israel +++

Tirat Carmel FC zerlegt Kafr Kanna - ein Offensivfeuerwerk mit Stil und Stahl

Es war einer dieser Abende, an denen man im Stadion von Kafr Kanna nicht wusste, ob man lachen, weinen oder einfach nur applaudieren sollte. 36.000 Zuschauer sahen am 28. Spieltag der 1. Liga Israel ein Spiel, das schon nach drei Minuten entschieden schien - und das lag nicht an einem frühen Platzverweis, sondern an einem Innenverteidiger namens Eugenio Conte. Ja, richtig gelesen: ein Innenverteidiger eröffnete das Torfestival.

In der 3. Minute wuchtete Conte den Ball nach Vorlage von Ansgar Henriksson per Kopf in die Maschen - ein Tor, so trocken wie seine spätere Gelbe Karte in der 88. Minute. "Ich wollte eigentlich nur klären", grinste der Italiener nach dem Spiel. "Aber dann dachte ich, wenn ich schon da bin, kann ich auch gleich treffen."

Von da an wirkten die Kafr Kanna Greens wie ein Team, das kollektiv die Pausenansprache verpasst hatte. Zwar hatten sie mit 51 Prozent leicht mehr Ballbesitz, aber was nützt das, wenn der Gegner 21 Torschüsse abfeuert und man selbst nur drei zustande bringt? Trainerin Babsi Klemm von Tirat Carmel FC fasste es trocken zusammen: "Wir haben heute nicht gespielt, wir haben getanzt - und die Greens mussten zusehen."

Und tatsächlich: Tirat Carmel spielte Fußball, wie man ihn in dieser Liga selten sieht - über die Flügel, mit Tempo, mit Präzision. Rahim Erkin und Rasmus Clausen machten die Außenbahnen zu Schnellstraßen, und in der Mitte verteilte Henriksson die Pässe, als hätte er einen Kompass eingebaut.

Nach der Pause ging es weiter wie in Halbzeit eins: Kafr Kanna rannte, Tirat Carmel kombinierte. In der 62. Minute belohnte sich Clausen für sein unermüdliches Offensivspiel. Nach einer butterweichen Flanke von Kacper Wojciechowski versenkte der rechte Mittelfeldspieler den Ball aus 18 Metern - so lässig, dass der Torwart Morgan Lewis nur noch den Kopf schütteln konnte. "Ich hab ihn kommen sehen", seufzte Lewis später, "aber der Ball hat sich entschieden, nicht auf mich zu hören."

Das 0:2 war die endgültige Entscheidung, doch Tirat Carmel hatte noch Lust auf mehr. In der 69. Minute brachte Klemm frische Beine: Isidoro Oliveira kam für Claude Gaudin - und sollte in der 87. Minute den Schlusspunkt setzen. Nach einer Ecke stieg Conte, der Held der Anfangsphase, wieder hoch und legte mustergültig für Oliveira ab. Der bedankte sich mit einem platzierten Schuss ins rechte Eck. 0:3, Deckel drauf.

Die Greens? Sie versuchten es. Georgi Jankow hatte in der 17. Minute die größte Chance, aber sein Schuss landete dort, wo die Hoffnungen der Heimfans blieben - auf der Tribüne. Fernando Velazquez und Asgeir Holmqvist versuchten es in der zweiten Halbzeit immerhin noch mit Distanzschüssen (53. und 83. Minute), aber Tirat-Carmel-Keeper Edward Whitman hatte einen dieser Tage, an denen selbst Fliegen ins Netz fliegen, aber kein Ball.

Statistisch war es eine klare Sache: 21:3 Torschüsse, 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe für die Gäste, und das, obwohl die Greens nominell mehr am Ball waren. "Wir haben Ballbesitz gewonnen, aber das Spiel verloren", murmelte ein frustrierter Karel Kroca - und sprach damit wohl für die ganze Mannschaft.

Babsi Klemm dagegen konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen: "Das war wie im Training - nur lauter." Und als sie nach dem Geheimnis ihres Offensivstils gefragt wurde, zwinkerte sie: "Ich sag nur: Flügel auf, Mittelfeld frei, Tore rein."

Am Ende blieb den Fans der Greens nur Applaus - für den Gegner. Tirat Carmel FC spielte kompromisslos, intelligent und mit einer Leichtigkeit, die man in dieser Liga selten sieht. Wenn sie so weitermachen, wird man wohl noch öfter von ihnen hören.

Und Kafr Kanna? Die müssen sich nicht schämen, aber vielleicht mal über ein neues Trainingsmotto nachdenken. Denn Ballbesitz mag schön sein - aber Tore sind bekanntlich das, was auf der Anzeigetafel steht.

Schlusswort eines Zuschauers beim Verlassen des Stadions: "Die Greens hatten heute grünes Licht - nur leider in die falsche Richtung."

09.08.643993 13:33
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Sex vor einem Spiel? Das können meine Jungs halten, wie sie wollen. Nur in der Halbzeit, da geht nichts.
Berti Vogts
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