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Tirat Carmel FC rettet sich spät - 2:2 gegen mutige Herzliya Yellows

Ein lauer Freitagabend, 20:30 Uhr, Flutlicht über dem Stadion von Tirat Carmel - und 45.617 Zuschauer, die gekommen waren, um Fußball zu sehen. Sie bekamen Drama, Emotionen und ein Ergebnis, das beiden Seiten irgendwie zu wenig war: Tirat Carmel FC und die Herzliya Yellows trennten sich 2:2, ein Spiel, das so schwankend war wie der Puls von Trainerin Babsi Klemm in der Schlussphase.

Schon die ersten Minuten versprachen Spektakel. Tirats Stürmer Isidoro Oliveira prüfte früh den gegnerischen Keeper mit gleich drei Schüssen in den ersten zehn Minuten. Doch wer vorne die Chancen liegen lässt, wird hinten bestraft - klassisches Fußballgesetz Nummer eins. In der 7. Minute schlug Valentin Hreidarsson für die Yellows zu, nach Vorarbeit von Alexander Williamson. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich gesagt", grinste der Mittelfeldmann später. "Und plötzlich war der Ball drin. Ich dachte zuerst, es sei Abseits."

Tirat Carmel reagierte mit Wut im Bauch. In der 19. Minute tauchte Innenverteidiger Leandro Djalo nach einer Ecke auf - ja, Innenverteidiger! - und köpfte zum 1:1 ein. Der Jubel war laut, aber nicht von Dauer. Kurz vor der Pause, in der 45. Minute, kombinierte sich Herzliya noch einmal durch die Mitte. Wieder Williamson als Vorbereiter, diesmal schob Daniel Ben eiskalt zum 2:1 für die Gäste ein. "Wir haben einfach weitergemacht", erklärte Herzliyas Coach Kula Shaker später mit einem Lächeln, das so breit war wie sein Angriffsspiel.

Dann Pause. Babsi Klemm, die Trainerin von Tirat Carmel, wirkte in der Kabine offenbar überzeugend. Ihre Mannschaft kam deutlich druckvoller zurück, stellte auf aktives Pressing um und ging volles Risiko. Die Zuschauer spürten den Wechsel, plötzlich war Feuer auf dem Platz. "Ich hab ihnen gesagt: Wenn ihr schon lauft, dann bitte so, dass es knallt", verriet Klemm nach der Partie mit einem Augenzwinkern.

In der 67. Minute fiel dann der verdiente Ausgleich. Oliveira, der sich zuvor schon an Torhüter Antunez die Zähne ausgebissen hatte, vollendete nach feinem Zuspiel von Joel Miller zum 2:2. Der Jubel war ohrenbetäubend. Oliveira rannte zur Eckfahne, küsste das Vereinswappen - und bekam von Mitspieler Rasmus Clausen einen Klaps, der fast eine Gelbe wert war. Die Gelbe kassierte Clausen dann tatsächlich sieben Minuten später, allerdings für ein taktisches Foul.

Das Spiel blieb offen. Beide Teams warfen alles nach vorne. Insgesamt 25 Torschüsse, 13 für Tirat Carmel, 12 für Herzliya - und das bei nahezu ausgeglichenem Ballbesitz (47 zu 53 Prozent). Die Abwehrreihen hatten alle Hände voll zu tun, Torhüter Georg Danielsen auf der einen und Joao Antunez auf der anderen Seite zeigten Glanzparaden. Besonders Danielsen rettete in der 78. Minute gegen Williamson mit einem Reflex, der an Handball erinnerte. "Ich hab einfach gehofft, dass er mich anschießt", lachte der Keeper später. "Hat geklappt."

Herzliya blieb offensiv, aber die letzte Konsequenz fehlte. Vielleicht lag es an der Auswechslung von Daniel Ben zur Pause - Ersatzmann Pauel Cure blieb blass. Shaker verteidigte seine Entscheidung: "Daniel hatte Krämpfe. Außerdem wollte ich mehr Körper im Zentrum." Dass Körper allein keine Punkte bringt, bewies die Schlussphase: Tirat Carmel drückte, Oliveira vergab in der 88. Minute die Riesenchance zum Sieg, als er aus fünf Metern über das Tor drosch. "Ich wollte den Ball elegant treffen", murmelte er später. "Hat wohl zu elegant geklappt."

Am Ende stand ein 2:2, das niemanden wirklich glücklich machte. Klemm sprach von "einer moralischen Rückkehr aus der Hölle", Shaker von "verlorenen Punkten, die sich wie ein Sieg anfühlen". Die Fans beider Seiten applaudierten trotzdem - sie hatten ein intensives, ehrliches Spiel gesehen.

Reporterfazit? Tirat Carmel FC zeigte Herz, Herzliya zeigte Technik - und beide Teams zeigten, dass man auch ohne Sieger ein großartiges Fußballspiel liefern kann. Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Wenn’s immer so spannend ist, brauch ich bald Herztabletten - aber ich komm trotzdem wieder."

Und so ging ein Abend zu Ende, an dem es keinen Verlierer gab - außer vielleicht die Stadionverkäufer, die in der Pause keine Hotdogs mehr hatten.

11.07.643987 17:45
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