Fréttablaðið
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Tindastoll trotzt IBV ein 1:1 ab - trotz Dauerbeschuss und Eiseskälte

Wer an diesem frostigen Februarabend im Stadion von Tindastoll saß, der brauchte neben Mut und heißem Kaffee vor allem eins: Geduld. Und doch bot das 1:1 (1:1) gegen IBV Vestmannaeyjar am 3. Spieltag der 1. Liga Island alles, was ein ehrlicher Fußballabend braucht - ein frühes Tor, viele vergebene Chancen und ein paar gelbe Karten, die das Blut in den Adern wenigstens kurz erwärmten.

Schon in der 5. Minute bebte die kleine Arena mit ihren 9819 unerschütterlichen Zuschauern. Henry Johnstone, der bullige Mittelstürmer aus Schottland, nahm eine weite Flanke von Innenverteidiger Helgi Hanson volley - und versenkte den Ball unhaltbar im Winkel. "Ich dachte erst, der Ball sei zu hoch. Dann hab ich einfach die Augen zugemacht und gehofft", grinste Johnstone nach dem Spiel, während ihm der Atem in kleinen Wölkchen entwich.

Was folgte, war ein klassisches Beispiel dafür, wie man einen Gegner stark macht: Tindastoll zog sich zurück, IBV Vestmannaeyjar bekam zunehmend Oberwasser. Der Ballbesitz sprach Bände - 56 Prozent für die Gäste, die sich den Ausgleich redlich verdienten. IBV-Coach Gunnlaugur Magnússon hatte seine Mannschaft auf kontrollierten Angriff eingestellt, und das zeigte Wirkung. Allen voran Albert Hanson, der links außen wirbelte, als sei er auf einem Sommerturnier statt im isländischen Februar. In der 43. Minute nahm er einen Pass von Rechtsverteidiger Hermann Dahlstrom auf, ließ zwei Gegenspieler stehen und schob eiskalt zum 1:1 ein.

"Albert war heute unser Zündfunken", lobte Magnússon später. "Er hat das Tor gemacht - und fast noch zwei weitere vorbereitet. Nur der Torwart hatte was dagegen." Gemeint war Tindastolls Keeper Sergio Bischoff, der mit mehreren Paraden den Punkt festhielt.

Denn in der zweiten Hälfte wurde das Spiel zunehmend einseitig. IBV schoss aus allen Lagen - 12 Mal insgesamt -, doch das Tor schien wie vernagelt. Vicente Morais scheiterte früh, Jose Silva zielte gleich dreimal zu genau auf Bischoff, und der junge Gudmund Bjorklund setzte den Ball in der 76. Minute aus drei Metern über die Latte. "Ich hab den Wind falsch eingeschätzt", murmelte er später kleinlaut. Sein Trainer kommentierte trocken: "Das war der Wind, der von unten kam, oder?"

Tindastoll dagegen wirkte nach vorne immer wieder gefährlich, wenn Henry Johnstone den Ball bekam. Der Stürmer kam noch zu drei weiteren Abschlüssen (55., 84.), doch IBV-Torwart Marco Ibano war jeweils zur Stelle. "Der Mann hatte heute Magnet-Hände", fluchte Tindastoll-Coach Jörg Wenneker, halb bewundernd, halb resigniert. "Aber immerhin haben wir nicht verloren. Gegen eine Mannschaft, die doppelt so oft aufs Tor schießt, ist das fast ein Sieg."

Zweimal Gelb gab’s obendrauf für die Gäste - Albert Hanson (16.) und Salvador Gelmirez (39.) durften sich über besonders intensive Zweikämpfe definieren. "Das war kein böses Spiel", meinte Schiedsrichter Arnarson. "Aber manchmal vergessen die Jungs, dass der Ball nicht schreien kann."

Taktisch blieb alles beim Alten: IBV spielte diszipliniert, ausgewogen, und verzichtete auf wildes Pressing. Tindastoll dagegen versuchte es offensiver, mit gelegentlichem Anlaufen - "Pressing light", wie Wenneker es nannte. "Wir wollten sie früh stören, aber irgendwann hat uns einfach die Luft gefehlt."

Als der Schlusspfiff ertönte, war das 1:1 leistungsgerecht. Tindastoll hatte den besseren Start, IBV das klarere Spiel. Und während die Fans sich in ihre Jacken wickelten und langsam in die Dunkelheit verschwanden, stand Henry Johnstone noch lange an der Eckfahne und blickte über das Feld. "So ein Tor in der fünften Minute", sagte er leise, "das vergisst man nicht. Aber ich hätte lieber drei Punkte gehabt."

Ein gerechtes Unentschieden also - und doch eines, das beiden Seiten Stoff zum Nachdenken gibt. IBV wird sich fragen, wie man mit 12 Schüssen nur einmal trifft. Tindastoll dagegen, wie man nach einem Traumstart so tief in die eigene Hälfte geraten kann.

Oder, wie ein älterer Fan beim Rausgehen sagte: "Ein Punkt ist besser als kalte Füße ohne Tor." Und recht hatte er.

22.06.643990 03:40
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