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Tigers zähmen die Bees - Wiltshire sticht doppelt bei 3:1-Auswärtssieg

Es war ein kühler Februarabend im Brentford Community Stadium, doch die 10.000 Zuschauer bekamen genug zu sehen, um sich warm zu applaudieren - zumindest die mitgereisten Fans der Hull Tigers. Denn ihr Team zeigte beim 3:1-Auswärtserfolg am 5. Spieltag der 2. Liga England eine erstaunlich effiziente Vorstellung gegen die Brentford Bees, die zwar 57 Prozent Ballbesitz und ebenso viele Torschüsse wie der Gegner hatten, aber im entscheidenden Moment mehr Bienen als Stachel zeigten.

Hull begann frech, offensiv, und mit einer Prise jugendlicher Unbekümmertheit. Trainer Mathias Oergel hatte seine Mannschaft erneut in einer mutigen Ausrichtung geschickt - "Wir wollten nicht mauern, wir wollten beißen", sagte er nach dem Spiel mit einem Grinsen, das nur ein Trainer haben kann, dessen Plan aufgegangen ist.

Die Bees, unter der Woche noch für ihr Kurzpassspiel gelobt, fanden zunächst gut in die Partie. Schon in der 4. Minute prüfte Finn Johannessen den Hull-Keeper Joel Eliot - ein Schuss, der laut Stadionsprecher "mehr Hoffnung als Richtung" hatte. Kurz darauf tauchte auch Hulls Connor Wiltshire erstmals gefährlich vor dem Tor auf. Es war ein Vorgeschmack auf das, was noch folgen sollte.

In der 33. Minute dann das 0:1: Billy Chamberlain, quirlig wie ein Eichhörnchen auf Koffein, setzte sich auf der rechten Seite durch und flankte maßgenau auf Wiltshire, der den Ball trocken ins linke Eck drosch. Keeper Garip Adatepe flog zwar fotogen, aber vergeblich. "Ich hab nur den Wind gespürt, als der Ball vorbeiging", gab er später mit Galgenhumor zu.

Brentford reagierte mit wütenden Angriffen, doch die Tigers standen kompakt. Kurz vor der Pause zirkelte Johannessen erneut einen Ball aufs Tor, doch Eliot blieb unüberwindbar. Die Statistik zur Halbzeit: 0:1, sieben Torschüsse pro Team, aber nur Hull hatte getroffen - Effizienz in Reinform.

Nach dem Seitenwechsel wechselte Oergel gleich dreifach. Unter anderem kam der 19-jährige Ewan Caviness - und der sollte sich nur fünf Minuten später unsterblich machen. In der 51. Minute verwertete er eine Flanke von Alexander Bancroft zum 0:2. Ein klassisches "Youngster-kommt-rein-und-trifft"-Märchen. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich gesagt", lachte Caviness später, während er noch Grasreste aus seinen Stutzen klopfte.

Brentford gab sich nicht auf, und in der 66. Minute schlug endlich der Moment des Ognjen Kranjcar. Nach einem klugen Pass von Gabri Doreste zimmerte der Linksfuß den Ball aus 18 Metern ins Netz - 1:2, und plötzlich lag wieder Spannung in der kalten Londoner Luft. "Da dachten wir, jetzt kippt das Ding", meinte Mittelfeldmann Luke Chevallier später.

Doch Hull blieb eiskalt. Wiltshire, der schon das erste Tor erzielt hatte, setzte in der 88. Minute den Schlusspunkt. Wieder war Bancroft der Vorlagengeber, wieder war die Brentford-Abwehr einen Schritt zu spät. 1:3 - und das Stadion verstummte.

In den Schlussminuten wurde es noch ruppig: Javier Aguas holte sich in der 90. Minute Gelb ab, kurz nachdem Teamkollege Evan Gallagher in der 53. ebenfalls verwarnt worden war. Und als ob das nicht genug Drama wäre, verletzte sich Hulls Routinier Lewis Payne kurz vor Abpfiff. "Nur eine Zerrung, hoffe ich. Ich bin ja keine zwanzig mehr", meinte er augenzwinkernd, gestützt von zwei Betreuern.

Am Ende stand ein Ergebnis, das Brentford schmerzte, aber kaum unverdient war. Die Bees hatten zwar mehr Ballbesitz, aber die Tigers waren bissiger in den entscheidenden Momenten. Hulls Trainer Oergel fasste es trocken zusammen: "Manchmal musst du nicht schön spielen, sondern einfach treffen."

Bees-Coach (dessen Name in den offiziellen Unterlagen kurioserweise fehlte) wirkte dagegen ratlos: "Wir haben das Spiel kontrolliert, aber nicht gewonnen. Klassischer Dienstagabend eben."

Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus - wohl wissend, dass man gegen solch effiziente Tigers auch mal gestochen werden darf.

Und während Hull jubelnd in den Mannschaftsbus stieg, hörte man Wiltshire sagen: "Zwei Tore - das gibt heute kein stilles Abendessen." Sein Lächeln verriet: Der Mann hatte noch Hunger - auf mehr Tore, mehr Siege, und vielleicht auf ein Dessert namens Aufstiegskampf.

Ein Spiel also, das zeigte: Ballbesitz ist schön, Tore sind schöner. Die Bees summten, die Tigers brüllten - und am Ende lag die Beute im Kofferraum des Gästebusses.

15.07.643990 07:07
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Marcio Amoroso ist der Prototyp des Spielers, der nach einem 1:10 höchst zufrieden nach Hause geht, weil er das einzige Tor geschossen hat.
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