Football Today
+++ Sportzeitung für England +++

Tiago tanzt, Ashford taumelt - Southamptons Galaabend im eigenen Haus

Manchmal fragt man sich, warum man im Februar bei Wind und Regen ins Stadion geht. Die 46.651 Zuschauer im St. Mary’s hatten am Dienstagabend schnell ihre Antwort: Weil Fußball, wenn er so gespielt wird wie vom FC Southampton, einfach Spaß macht. Die Saints zerlegten den überforderten Aufsteiger Ashford Town mit 4:0 (3:0) und ließen dabei phasenweise Erinnerungen an legendäre Offensivfeuerwerke aufleben.

Schon in der ersten Minute knallte Gabriel Beecroft den Ball auf das Gehäuse, als wollte er den Gästen gleich mal zeigen, was sie erwartet. Southampton presste früh, spielte mutig, angriffslustig - und Ashford? Antwortete mit dem taktischen Konzept: "Hoffentlich pfeift er bald ab." Der Plan hielt 19 Minuten, dann war’s vorbei mit der Demut. Jan Ovesen flankte punktgenau auf Manuel Tiago, der mit einer eleganten Drehung und einem satten Schuss das 1:0 erzielte.

Zehn Minuten später durfte selbst Innenverteidiger Carles Ordono jubeln - nach einer Ecke von Matthew Finnan köpfte er das 2:0, als wäre er schon immer Mittelstürmer gewesen. "Ich hab einfach die Augen zugemacht", grinste der Spanier später, "und gehofft, dass der Ball mich findet." Tat er.

Die Gäste sahen da schon ziemlich alt aus, und als Tiago in der 35. Minute sein zweites Tor des Abends erzielte, diesmal nach klugem Steilpass von Nicolaas Derrick, war klar: Das wird ein langer Abend für Ashford. Trainer Michael Böning gestattete sich da erstmals ein Lächeln. "Wir haben die Räume gefunden, und Manuel findet ja ohnehin immer das Tor - manchmal sogar im Training", sagte er mit einem Augenzwinkern.

Nach der Pause wechselte Böning durch, brachte Kai Whitman und Billy Benett, doch der Spielfluss blieb gleich: Southampton dominierte mit 58 Prozent Ballbesitz und stolzen 21 Torschüssen. Ashford kam auf vier - zwei davon ungefährlich, einer mutig, einer zufällig.

Dann kam die Szene, die sinnbildlich für Ashfords Abend stand: In der 59. Minute sah Abwehrchef Jacob Patton Gelb, zwei Minuten später Gelb-Rot - für ein Foul, das man eher in einem Rugby-Stadion erwartet hätte. "Ich wollte nur den Ball spielen", erklärte Patton später trotzig, "aber der Ball war halt nicht da."

Mit einem Mann weniger schalteten die Gäste endgültig in den Überlebensmodus. Southampton spielte das souverän herunter, gönnte sich noch ein paar Kabinettstückchen, ließ aber viele Chancen liegen - bis zur 88. Minute. Da war wieder Tiago zur Stelle, diesmal nach Vorlage von Rechtsverteidiger Leo Broderick. Der Portugiese schnürte damit seinen Dreierpack, und das Publikum sang seinen Namen, als ginge es um den Messias von der Südküste.

"Ich hab einfach Spaß da draußen", sagte Tiago nach dem Spiel, noch mit Rasenflecken auf dem Trikot. "Wenn du solche Mitspieler hast, brauchst du nur noch den Fuß hinhalten."

Ashford-Trainer David Reichart wirkte dagegen leicht gealtert. "Wir haben Lehrgeld bezahlt, sehr viel Lehrgeld", seufzte er. "Aber wenn man die Jungs anschaut - das Durchschnittsalter meiner Startelf war 20! Vielleicht kaufen wir uns nächste Woche Erfahrung."

Zu allem Überfluss musste Ashfords junger Mittelfeldmann Benjamin Bridges in der 86. Minute verletzt raus - ein bitteres Ende eines ohnehin gebrauchten Abends.

Southampton dagegen konnte sich sogar einige Gelbe Karten leisten: Broderick in der 89. und Ordono in der Nachspielzeit nahmen sie wohl als Souvenir mit.

Statistisch gesehen war alles so eindeutig, wie das Ergebnis vermuten lässt: 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 21 Abschlüsse, 4 Tore, 0 Zweifel.

Und während die Flutlichtanlage langsam herunterdimmte, rief ein kleiner Junge von der Tribüne: "Tiago, bleib noch ein bisschen!" Der grinste, winkte - und verschwand im Tunnel.

Ashford wird sich von dieser Niederlage erholen müssen, vielleicht mit einem heißen Tee und einem langen Videoabend. Southampton hingegen darf weiterträumen - mit einem Stürmer, der trifft, wann er will, und einer Mannschaft, die Fußball wieder so aussehen lässt, wie man ihn liebt: schnell, frech, und ein bisschen gnadenlos.

Oder wie Trainer Böning zum Schluss sagte: "Wir wollten zeigen, dass wir mehr können als nur kämpfen. Heute haben wir getanzt."

Und ja - Ashford hat dabei nicht mitgetanzt, sondern zugeschaut.

22.09.643990 17:22
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
In der Nacht von Samstag auf Montag.
Rudi Assauer auf die Frage, wann die Entscheidung zur Entlassung von Frank Neubarth gefallen sei
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager