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Tiago Morte tanzt Innsbruck aus - FC Höchst siegt 2:0 unter Flutlicht

Es war einer dieser Abende, an denen der Atem sichtbar war und die Defensive der SG Innsbruck unsichtbar blieb. 23.423 Zuschauer im Höchster Stadion sahen am Freitagabend ein Spiel, das zwar statistisch ausgeglichen wirkte, aber auf dem Rasen eine klare Sprache sprach: 2:0 für den FC Höchst, beide Treffer durch den glänzend aufgelegten Tiago Morte.

Schon nach drei Minuten prüfte Morte Gäste-Keeper Mikael Söderberg erstmals mit einem satten Linksschuss. "Ich wollte einfach mal schauen, ob er wach ist", grinste der Portugiese später, und tatsächlich: Söderberg war es - noch. Denn in der 15. Minute war er chancenlos, als Morte nach feinem Doppelpass mit Jacques Edgecomb zum 1:0 traf. Ein Tor aus dem Lehrbuch: schnelle Kombination, flacher Abschluss, Jubel. Trainer Ronnie Ekström riss die Arme hoch, als hätte er gerade den Meistertitel gewonnen. "Das war genau die Bewegung, die wir im Training geübt haben - nur dass es dort nie so gut aussah", sagte er augenzwinkernd nach dem Spiel.

Die Innsbrucker, mit leichtem Ballbesitzvorteil (52 Prozent), wirkten zwar bemüht, aber ungefährlich. Drei Torschüsse in 90 Minuten - das ist selbst für eine Mauerwerksfirma zu wenig Beton. Juhani Kuqi, der erfahrene linke Mittelfeldspieler, sah früh Gelb (7. Minute) und versuchte danach, durch Gesten statt Läufe zu glänzen. Ein weiterer Gelber folgte für Friedrich Hahn nach einem rustikalen Einsteigen - es schien, als wolle SG-Trainer die Defensive wenigstens farblich auffallen lassen.

FC Höchst hingegen spielte befreit auf, und das, obwohl sie laut Statistik nur 47,8 Prozent Ballbesitz hatten. Aber was zählt schon Ballbesitz, wenn man ständig den Ball aufs Tor bringt? 16 Torschüsse, viele davon aus allen Lagen - das passte auch zur taktischen Marschroute: offensiv, schussfreudig, fast schon übermütig. Besonders Morte wirbelte auf links, flankte, dribbelte, schoss - und traf erneut. In der 58. Minute war es wieder Edgecomb, der den Ball durch die Schnittstelle legte, und Morte, der eiskalt zum 2:0 vollendete.

"Jacques hat mir den Ball serviert, als wäre er ein Kellner in Paris", lachte Morte nach der Partie. Edgecomb konterte trocken: "Ich wollte eigentlich selbst schießen, aber er stand im Weg - also hab ich halt gepasst."

Danach war die Partie entschieden. Innsbruck versuchte, mit kontrolliertem Aufbau irgendwie den Anschluss zu finden, doch der FC Höchst ließ nichts mehr anbrennen. Der junge Innenverteidiger Timo Miller, 18 Jahre alt und mit Gelber Karte in der 78. Minute bedacht, zeigte eine Mischung aus jugendlichem Übermut und erstaunlicher Ruhe. "Ich dachte, der Schiri würde mich loben, weil ich den Ball getroffen hab", sagte er und grinste schüchtern in die Kameras.

In der Schlussphase durfte auch Nachwuchsmann Robert Bossong noch ran. Er ersetzte den Doppeltorschützen Morte in der 74. Minute und schoss prompt in der 88. Minute aufs Tor - nicht rein, aber immerhin ein Statement: Die Zukunft in Höchst scheint gesichert.

SG Innsbruck dagegen wirkte ratlos. Trainerkommentare blieben aus, stattdessen hörte man aus der Kabine nur das leise Scheppern einer umgekippten Wasserflasche - sinnbildlich für den Abend.

"Wir haben versucht, kompakt zu stehen", murmelte schließlich ein sichtlich angefressener Mikael Söderberg. "Aber Höchst hat es einfach clever gemacht. Zwei Chancen, zwei Tore - das ist Effizienz." Dass diese "zwei Chancen" in Wahrheit 16 Torschüsse waren, ließ er unerwähnt.

Ronnie Ekström hingegen war in Feierlaune: "Wir spielen nicht den schönsten Fußball, aber wir spielen den, der Punkte bringt. Und Tiago? Der spielt manchmal für zwei." Die Fans stimmten auf den Tribünen längst Gesänge an, die man in Höchst wohl noch eine Weile hören wird.

Statistisch bleibt festzuhalten: mehr Ballbesitz für die Gäste, aber 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe für Höchst, dazu eine Torschussquote, die jeden Datenanalysten glücklich macht. Das Ergebnis von 2:0 war also kein Zufall, sondern das Produkt von Spielfreude, Einsatz und einem Mann im Torrausch.

Vielleicht war es einfach der perfekte Abend für den FC Höchst - Flutlicht, zwei Tore, keine Verletzten, und ein Publikum, das sich zufrieden in die kalte Nacht verabschiedete. Oder, wie es ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions formulierte: "Wenn Morte so weitermacht, benennen wir die Haupttribüne nach ihm."

Und wer weiß - vielleicht wäre das gar keine schlechte Idee.

16.11.643987 00:35
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Lorant ist von seinem Niveau her bei einem Verein, der sein Niveau hat.
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