Football Today
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Teufel in der Zwickmühle - Devils und Barrow trennen sich 1:1

Ein kalter Februarabend in Manchester, 59.000 Zuschauer, Flutlicht, das sich auf regennassem Rasen spiegelt - und am Ende ein 1:1, das niemanden so richtig glücklich macht. Die Manchester Devils verpassten es, sich gegen aufopfernd kämpfende Gäste von Barrow AFC zu belohnen. "Das war wie ein Stück Toast, das immer auf die Marmeladenseite fällt", knurrte Devils-Trainer Reto Klopfenstein nach Spielschluss.

Dabei hatte alles so verheißungsvoll begonnen. Schon in der ersten Minute prüfte Mika Kuqi den Barrow-Keeper George Beecroft mit einem satten Schuss, der allerdings mehr Showeinlage als echte Bedrohung war. Die Devils drückten, doch Barrow hielt dagegen - körperlich, entschlossen, ja fast schon britisch-stur. Nach elf Minuten sah Barrows junger Rechtsverteidiger Alexandru Georgescu Gelb, was Trainer Ingo Königs später trocken kommentierte: "Er wollte wohl zeigen, dass er da ist. Hat geklappt - der Schiedsrichter hat’s auch gesehen."

Die erste Halbzeit war ein taktisches Schachspiel mit viel Mittelfeldgewühl und wenig Esprit. Manchester hatte etwas weniger Ballbesitz (48,5 Prozent), Barrow lauerte auf Konter und hatte insgesamt sogar mehr Abschlüsse aufs Tor (10:8). Trotzdem blieb es beim torlosen Pausenstand, und einige Fans nutzten die Halbzeit, um sich eine zweite Portion Pies zu holen - man wusste wohl, dass man Geduld brauchen würde.

Dann, 47. Minute: endlich Bewegung auf der Anzeigetafel. Jamie Kirwan, der zentrale Mittelfeldmotor der Devils, fasste sich ein Herz und versenkte den Ball nach feinem Zuspiel von Alfie Perlman aus 18 Metern ins rechte Eck. Ein Tor, wie es in jedem Lehrbuch stehen könnte - und der Jubel im Stadion klang, als hätte man gerade die Meisterschaft gewonnen. Kirwan selbst grinste später: "Ich hab einfach mal draufgehalten. Wenn du’s nicht versuchst, triffst du auch nicht - hat mir meine Oma schon gesagt."

Doch die Freude währte kurz. Nur acht Minuten später glich Barrow aus - und das auf die sprichwörtliche englische Art: Flanke von links, Kopfball Hennessy, Tor. Thomas Hennessy, 32 und offenbar unverwüstlich, stieg höher als drei Devils-Verteidiger zusammen und nickte ein. Vorlage kam vom offensivfreudigen Linksverteidiger Afanas Myschkin. "Der Ball war perfekt", meinte Hennessy später, "ich musste nur noch den Kopf hinhalten - und hoffen, dass er nicht wieder rausspringt."

Von da an wurde das Spiel hitziger. Devils-Verteidiger Danijel Jarakovic kassierte in der 63. Minute Gelb und 15 Minuten später Gelb-Rot, nachdem er bei einem harmlosen Zweikampf mehr Eifer als Technik zeigte. "Er hat halt Feuer im Blut", verteidigte ihn Coach Klopfenstein, "leider auch manchmal im falschen Moment." Die letzten zwölf Minuten spielten die Devils also in Unterzahl - und plötzlich roch Barrow an der Sensation.

Cesar Vazquez prüfte den Devils-Keeper Hanegbi gleich dreimal (73., 82., 89.), doch der israelische Schlussmann hielt alles, was auf ihn zuflog. Auf der Gegenseite versuchte Agafon Swetlow in der 83. Minute mit einem wuchtigen Distanzschuss, das Spiel zu drehen, scheiterte aber an Beecroft, der an diesem Abend die Ruhe selbst blieb.

Klopfenstein brachte noch Asen Christow für den müden Aad Putnam (70.) und später Vicente Peyroteo - kurioserweise für Stürmer Kuqi (80.). "Ich wollte einfach mehr Stabilität hinten", erklärte der Trainer. "Und ja, ich weiß, dass das komisch klingt, wenn man einen Linksverteidiger für einen Mittelstürmer bringt."

Barrow-Trainer Königs reagierte ebenfalls und brachte frische Kräfte: Thomas Fournier ersetzte den gelbbelasteten Youngster James Lankford, und in der Nachspielzeit durfte sogar Owen Gage noch für ein paar Sekunden Premier-League-Luft schnuppern.

Am Ende blieb es beim 1:1 - ein Ergebnis, das dem Spielverlauf durchaus gerecht wurde. Manchester hatte die feinere Technik, Barrow den längeren Atem. Die Devils-Fans pfiffen, aber mit halbem Herzen - man hatte gespürt, dass die Mannschaft kämpfen wollte. "Wir haben Charakter gezeigt", sagte Torschütze Kirwan. "Leider hat der Schiedsrichter keinen Charakter gezeigt, als er die zweite Gelbe zückte", fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu.

Barrow feierte den Punkt wie einen Sieg. "In Manchester zu holen, was selbst die Großen oft nicht schaffen - das ist kein Zufall", meinte Königs. "Und nein, wir haben keine Busse vorm Tor geparkt. Vielleicht nur ein Smart, aber der stand goldrichtig."

Fazit: Ein 1:1, das beiden Teams etwas gibt - den Devils vielleicht Demut, Barrow dagegen eine gehörige Portion Stolz. Und während die Fans durch den Regen nach Hause trotteten, blieb die Erkenntnis, dass selbst ein grauer englischer Abend heller werden kann, wenn sich zwei Mannschaften nichts schenken.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "War kein Sieg, aber wenigstens kein Montag."

19.11.643990 13:19
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Rainer Calmund
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