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Tasmania Berlin verspielt das Viertelfinale in letzter Sekunde

Es hätte ein Berliner Fußballabend zum Feiern werden können - doch am Ende blieben 59.000 Zuschauer im Olympiastadion sprachlos zurück. Tasmania Berlin und Linfield FC trennten sich im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League 2:2 (2:1). Ein Ergebnis, das auf dem Papier ordentlich klingt, aber in Wahrheit eine bittere Pille für die Gastgeber war: Der späte Ausgleich der Gäste in der 94. Minute zerstörte alle Hoffnungen auf das Weiterkommen.

Von Beginn an zeigte Tasmania, dass man den nordirischen Gästen nicht nur den Tee, sondern auch den Ballbesitz streitig machen wollte. Mit 56 Prozent Ballbesitz und elf Torschüssen gegenüber sechs von Linfield war der Plan klar: vorne draufgehen, hinten wach bleiben. Trainer Michael Meister hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt, und das zahlte sich früh aus.

Bereits in der 10. Minute bebte das Stadion, als Heikki Kuqi nach einem präzisen Pass von Louis Gebhardt die Kugel humorlos ins Netz drosch. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich gesagt. Der Ball wollte wohl auch rein", grinste der Finne nach dem Spiel. Der Jubel war noch nicht verklungen, da schlug Linfield zurück - und das ausgerechnet durch einen Innenverteidiger. Michael O’Halloran, 22 Jahre jung, schlich sich bei einer Ecke nach vorne und köpfte zum 1:1 ein (12.). "Ich wusste gar nicht, dass ich so hoch springen kann", lachte der Abwehrmann später, während sein Trainer Joe Brunner trocken ergänzte: "Vielleicht sollten wir ihn öfter in den Sturm stellen."

Tasmania ließ sich davon nicht beirren. Angetrieben vom unermüdlichen Michael Konrad auf der rechten Seite, drückten die Berliner weiter. In der 30. Minute belohnte sich Goran Ilicevic mit dem 2:1, nachdem Konrad mustergültig aufgelegt hatte. Der Mittelstürmer rannte jubelnd zur Eckfahne und formte mit den Händen ein Herz - "für meine Oma, die jedes Spiel schaut, auch wenn sie Linfield-Fan ist", erklärte Ilicevic später verschmitzt.

Linfield kam in dieser Phase kaum noch aus der eigenen Hälfte, und Torhüter Nicolas Picard hielt seine Mannschaft mit zwei glänzenden Paraden im Spiel. "Ich hatte das Gefühl, ich wäre bei einem Handballspiel im Tor", stöhnte er nach Abpfiff.

Nach dem Seitenwechsel blieb Tasmania am Drücker, doch es fehlte die letzte Konsequenz. Kuqi hatte in der 52. Minute die Entscheidung auf dem Fuß, verzog aber knapp. Meister reagierte und brachte mit Jan Labant frische Beine, doch Linfield blieb zäh. In der 65. Minute sah Linksverteidiger Logan Staunton Gelb - ein Symbol für den wachsenden Frust der Gäste, die mehr mit den Schiedsrichterentscheidungen haderten als mit dem Ball.

Doch Joe Brunner, so scheint es, hatte einen Joker in der Tasche. In der Schlussphase stellte er auf volles Risiko um, ließ offensiv pressen und brachte frische Stürmer. "Wir hatten nichts mehr zu verlieren, also haben wir alles verloren - außer das Spiel", kommentierte er mit typisch britischem Humor.

Tasmania dagegen wirkte müde. Die Offensivfreude der ersten Halbzeit wich einem nervösen Ballgeschiebe. Der Ballbesitz blieb zwar hoch, doch die Beine schwer. "Wir wollten das Ergebnis verwalten", gab Kapitän Pedro Celis zu. "Aber manchmal verwaltet man sich selbst aus dem Wettbewerb."

Dann die Nachspielzeit: 94. Minute, letzter Angriff. Wieder taucht O’Halloran im Strafraum auf, diesmal ohne Gegenspieler. Ein hoher Ball, ein Kopf, ein Schrei - 2:2. Linfield jubelte, Tasmania sank zu Boden. Coach Meister trat wütend gegen eine Trinkflasche, die anschließend noch auf dem Rasen weiterflog als mancher Torschuss seiner Spieler. "Das ist Fußball", knurrte er in die Mikrofone, "manchmal gewinnt eben der, der nicht weiß, dass er verlieren sollte."

Kurz darauf flog auch noch Linfields Leon Kenny mit Gelb-Rot vom Platz (93.), aber das änderte nichts mehr. Der Schiedsrichter pfiff ab, und Tasmania stand da wie ein Konzertbesucher, der merkt, dass die Zugabe schon vorbei ist.

Statistisch gesehen war alles auf Berliner Seite - mehr Ballbesitz, mehr Schüsse, bessere Zweikampfquote. Doch Tore zählen, nicht Daten. Linfield spielte am Ende das, was man in Belfast wohl "Überlebensfußball" nennt.

"Wir sind enttäuscht, klar", sagte Goran Ilicevic in der Mixed Zone, "aber wenn du in der Nachspielzeit ein Tor kassierst, hast du irgendwo vorher was falsch gemacht." Linfield-Coach Brunner grinste dazu nur: "Wir Iren geben halt nie auf - nicht mal, wenn der Schiri schon nach der Pfeife greift."

Ein Abend also, der alles hatte: frühe Tore, späte Dramen, fliegende Flaschen und gebrochene Herzen. Für Tasmania Berlin endet die Champions-League-Reise mit einem bitteren Lächeln - und der Erkenntnis, dass selbst 59.000 Zuschauer manchmal nicht laut genug schreien können, um ein Tor in der 94. Minute zu verhindern.

Und irgendwo in der Kabine von Linfield FC summt Michael O’Halloran wahrscheinlich leise vor sich hin: "Zweimal getroffen, und ich bin eigentlich Verteidiger..."

14.06.643993 00:08
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