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Tasmania Berlin siegt spät - Sparta Nijkerk verzweifelt an der Nachspielzeit

Was war das für ein Auftakt in die Champions-League-Gruppenrunde! 59.000 Zuschauer im Stadion von Nijkerk sahen am Mittwochabend ein Spiel, das alles hatte - Tempo, Tore, Emotionen und am Ende einen dieser Momente, in denen die Fußballgötter ihre ganz eigene Art von Humor zeigen: Tasmania Berlin gewinnt 3:2 bei Sparta Nijkerk - dank eines Treffers in der 94. Minute.

Dabei schien zu Beginn alles auf ein Berliner Märchen im Eiltempo hinauszulaufen. Schon nach 13 Minuten köpfte Goran Ilicevic eine butterweiche Flanke von Bjarni Lundqvist ins Netz. Nur vier Minuten später legte Jan Labant nach - nach Pass von Pedro Celis tanzte er im Strafraum zwei Verteidiger aus, schaute kurz und schob eiskalt ein. 2:0, Berlin jubelte, Nijkerk schaute konsterniert.

"Da hatten wir kurz das Gefühl, wir spielen hier gegen eine Maschine", gab Sparta-Trainer Markus Kuzmich später zu. Seine Spieler wirkten in dieser Phase tatsächlich wie eingefroren - oder wie ein Team, das vergessen hatte, dass ein Fußballspiel 90 Minuten dauert. Doch dann kam Benjamin Stanton. Der englische Flügelstürmer, seit Jahren Publikumsliebling, beschloss, dass genug ist mit Berliner Dominanz. In der 30. Minute zog er nach Zuspiel von Danijel Turina ab - 1:2. Und als die Berliner noch über die Wiederaufnahme des Spiels diskutierten, traf Stanton in der 37. Minute erneut, diesmal nach feiner Vorarbeit von Egidius Van Vleck.

2:2 zur Pause, das Stadion vibrierte. Manch einer sagte später, er habe in der Halbzeitpause noch nie so viele strahlende Gesichter und so viele belegte Brötchen gleichzeitig gesehen.

In der zweiten Hälfte kippte die Partie - allerdings nur gefühlt. Nijkerk hatte mehr Ballbesitz (54,8 Prozent), mehr Torschüsse (16 zu 9) und mehr Ideen. Besonders Veli Sauso prüfte Keeper Henri Boyer mehrfach, doch der Berliner Schlussmann hielt, als ginge es um sein Leben. "Ich hatte einfach das Gefühl, heute darf keiner an mir vorbei", grinste Boyer nach dem Spiel, während seine Torwarthandschuhe dampften wie frisch aus der Waschmaschine.

Auch die Zuschauer spürten, dass die Entscheidung in der Luft lag. In der 73. Minute wechselte Berlin doppelt - Brito und Poncela kamen, frisches Blut für müde Beine. Nijkerk konterte mit Bastiaan Schuyler, der für Stanton kam. Ein Tausch, der Mut verlangte, schließlich war Stanton der Mann des Abends bis dahin.

Dann die Dramatik: In der 94. Minute, als alle schon das Unentschieden einpackten wie einen warmen Pullover, kam der letzte Berliner Angriff. Rechts hinten John Gady - eigentlich bekannt für Sicherheitsbälle - flankte blind nach vorne. Der Ball segelte über alle Köpfe, landete bei Bjarni Lundqvist, der kurz stoppte, einmal tief durchatmete und den Ball ins Eck drosch. 3:2. Stille im Stadion - außer im Gästeblock, der förmlich explodierte.

"Ich hab nur gedacht: Bitte nicht wieder so ein Ding in der Nachspielzeit", murmelte Kuzmich. Doch genau so kam es. Auf der anderen Seite strahlte Berlins Coach Michael Meister: "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn wir schon leiden, dann wenigstens bis zur letzten Sekunde."

Die Gelben Karten für Özer Kurtulus (63.) und Sergio Domingos (78.) passten zum intensiven Spiel, in dem keiner einen Zentimeter kampflos hergab. Kurtulus, der kurz zuvor eingewechselt worden war, sagte später trocken: "Ich war halt frisch, da rennt man eben noch zu schnell rein."

Taktisch spielte Nijkerk von Beginn an offensiv über die Flügel, Berlin setzte auf kontrollierte Angriffe durch die Mitte. Am Ende entschied kein System, sondern die schiere Willenskraft.

Was bleibt, ist ein bitterer Beigeschmack für die Niederländer. 16 Abschlüsse, zwei Tore, ein Pfostentreffer - und trotzdem null Punkte. Berlin dagegen reist mit drei Zählern im Gepäck zurück und dürfte diesen Sieg als Initialzündung feiern.

"So was nimmst du mit", meinte Siegtorschütze Lundqvist noch im Kabinengang, während er sich lachend von Mitspieler Labant ein Berliner Currywurst-Bild auf dem Handy zeigen ließ. Und irgendwo zwischen Frust und Fassungslosigkeit fasste es Sparta-Kapitän Turina zusammen: "Manchmal gewinnt eben nicht die Mannschaft, die schöner spielt, sondern die, die länger hofft."

Ein Satz, den man sich in Nijkerk wohl merken wird - vielleicht bis zum Rückspiel in Berlin.

29.03.643987 16:32
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