Außenseiter
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Tabenkin trifft doppelt - Pirmasens tanzt Lüdenscheid aus

FK Pirmasens hat am Sonntagabend eindrucksvoll bewiesen, dass Flutlichtspiele in der Oberliga C durchaus Glamour haben können - zumindest, wenn man Dani Tabenkin heißt. Der 27-jährige Linksaußen erzielte beim 2:0 gegen Lüdenscheid beide Tore binnen vier Minuten und ließ die 3313 Zuschauer im Sportpark jubeln - und frösteln zugleich, denn nach der Pause passierte auf der Anzeigetafel nichts mehr.

Trainerin Gudrun Schweitzer stand nach dem Abpfiff am Spielfeldrand, verschränkt die Arme, lächelt zufrieden und sagt: "Wir wollten früh klare Verhältnisse schaffen - Dani hat das verstanden." Tatsächlich brannte Pirmasens in der Anfangsphase ein kleines Offensivfeuerwerk ab: 24 Torschüsse verzeichnete die Statistik am Ende, davon gefühlt 23 in der ersten halben Stunde.

Schon in der 14. Minute klingelte es das erste Mal: Hugo Alves, der wendige Flügelläufer mit portugiesischem Temperament, schickte Tabenkin steil. Der zog mit dem linken Fuß ab, und Lüdenscheids Torwart Patrick Schade - 21 Jahre jung und mit großen Augen - sah den Ball nur noch im Netz einschlagen. Kaum hatten die Gäste den Schock verdaut, wiederholte sich das Schauspiel in Minute 18: erneut Alves, erneut Tabenkin, erneut Tor. "Ich dachte, ich träume", lachte Tabenkin später, "aber Hugo hat mir die Dinger auf den Teller gelegt."

Was folgte, war ein Spiel in einer Richtung - allerdings ohne weitere Treffer. Pirmasens kombinierte sich munter durch die Lüdenscheider Abwehr, als hätten sie die "offensive" Taktik ihrer Trainerin wörtlich genommen. Die Gäste dagegen wirkten, als seien sie für ein Schachspiel angereist: viel Nachdenken, wenig Bewegung. Drei Torschüsse in 90 Minuten lassen erahnen, dass ihr Motto "balanced" wohl eher "behäbig" bedeutete.

In Minute 28 sah Samuel Reid auf Pirmasenser Seite Gelb - vielleicht, weil er sich langweilte und etwas Farbe ins Spiel bringen wollte. Schweitzer reagierte prompt: zur Pause kam Jan Körner für den jungen Reid. "Das war geplant", behauptete sie später mit einem Augenzwinkern.

In der zweiten Hälfte verfielen die Gastgeber in eine Art Verwaltungsmodus. Man hatte den Eindruck, sie wollten ihr Passspiel kurz halten, ganz nach Lehrbuch - und das war es auch: laut taktischer Analyse setzten sie konsequent auf Kurzpässe und sicheres Kombinationsspiel. Lüdenscheid versuchte derweil, mit langen Bällen etwas Wind zu machen, aber meist landete der Ball irgendwo im Niemandsland, wo ihn Tiago Gomes oder der souveräne Keeper Dennis Frei locker abfingen.

Der einzige Moment, der die Pirmasenser Fans noch einmal aufschrecken ließ, kam in der 56. Minute, als Olav Meissner von der rechten Seite abzog. Doch Frei tauchte blitzschnell ab. "Ich hatte kurz Gänsehaut", gab der Torhüter zu. "Aber dann fiel mir ein, dass ich ja die Handschuhe an habe."

Danach war wieder Pirmasens am Drücker: Noah Specht, erst 20, prüfte Schade gleich mehrfach (22., 30., 83., 88., 90. Minute), doch der Lüdenscheider Schlussmann hielt, was zu halten war. Vielleicht war es sein persönlicher Sieg des Abends - immerhin blieb die zweite Halbzeit torlos.

Mit zunehmender Spielzeit gönnte sich Schweitzer den Luxus, Nachwuchsspieler einzubauen. Stefan Keller, gerade einmal 17, durfte ab der 70. Minute ran. Er hatte zwei gute Chancen, beide Male knapp vorbei. "Ich dachte, der Ball sei schon drin", rief er lachend seiner Trainerin nach dem Spiel zu. Die antwortete trocken: "Dann musst du das nächste Mal eben sicher treffen."

In der Schlussphase kam noch Kornej Babinow für Alex Coviello, was den Pirmasenser Offensivfluss nicht mehr veränderte, aber dafür sorgte, dass alle ein bisschen Spielzeit bekamen - auch das ein Zeichen für die souveräne Dominanz des Heimteams.

Lüdenscheids Coach (der sich nach Abpfiff weigerte, seinen Namen auf dem Presseformular einzutragen) wirkte sichtlich bedient. "Wir waren einfach nicht mutig genug", murmelte er. "Pirmasens hat uns den Schneid abgekauft - und das, obwohl wir gar keinen Schnee hatten."

Am Ende blieb es beim 2:0 (2:0) - ein Ergebnis, das klarer klingt, als es in der zweiten Halbzeit war, aber die Kräfteverhältnisse exakt wiedergibt. Pirmasens war aggressiver (Tacklingquote 58 zu 42 Prozent), spielfreudiger und schlicht gefährlicher.

Oder, um es mit den Worten von Gudrun Schweitzer zu sagen: "Manchmal reicht ein starker Start. Der Rest ist Verwaltung - oder Stilfrage."

Und wer Dani Tabenkin in dieser Form erlebt hat, weiß: In Pirmasens wird gerade nicht nur Fußball gespielt, sondern auch ein kleines Stück Oberliga-Poesie geschrieben - ganz ohne Reim, aber mit jeder Menge Wucht.

10.08.643993 23:00
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