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Es war ein frostiger Samstagabend in Pruszkow, doch die 40.655 Zuschauer im Stadion kamen schnell auf Betriebstemperatur. Schon nach sieben Minuten bebten die Ränge: Der 19-jährige Domenik Szymkowiak drosch den Ball nach feiner Vorarbeit von Rechtsverteidiger Mateusz Hajto humorlos in die Maschen. 1:0 für SK Pruszkow, und Trainer Stefan Petruck sprang an der Seitenlinie so hoch, dass man kurz fürchten musste, er hätte sich das Kreuzband überdehnt. "Domenik hat den Rasen geglüht, so ein Start ist ein Geschenk", grinste Petruck später. Lesh Posen, unter der Leitung von Tomasz Wojciechowski, hatte da wohl noch die Kabine im Kopf. Die Gäste begannen fahrig, ließen zwei frühe Chancen von Sebastien Baillon (1. und 2. Minute) ungenutzt und wirkten danach wie eingefroren. Pruszkow dominierte die erste halbe Stunde, kam durch Szamotulski (26.) und Acevedo (29., 39.) zu weiteren Abschlüssen, doch Posens Keeper Carlos Peretz hielt mit Katzenreflexen alles, was auf ihn zuflog. "Ich hatte das Gefühl, die schießen auf mich, nicht aufs Tor", witzelte der Torhüter nach dem Spiel. Die Statistiker zählten am Ende zwölf Torschüsse für die Gastgeber, acht für die Gäste. Der Ballbesitz? Fast ausgeglichen - 49,8 zu 50,2 Prozent. Doch die Zahlen erzählen nur die halbe Geschichte. Es war ein Spiel, das in seiner Dynamik ständig schwankte: mal wild, mal kontrolliert, zwischendurch einfach nur chaotisch. Nach dem Seitenwechsel versuchte Lesh Posen, Struktur ins Spiel zu bringen. Wojciechowski hatte offenbar in der Pause ruhig, aber bestimmt gesprochen. "Ich habe gesagt: Jungs, ihr dürft auch mal auf das Tor schießen. Es steht da vorne, rechteckig, weiß, mit Netz", erzählte er später schmunzelnd. Das half - zumindest ein bisschen. In der 49. Minute prüfte Athanasiadis Pruszkows Teenie-Keeper Humberto Miguel, der mit 17 Jahren sein erstes Heimspiel in der 1. Liga bestritt. Der Junge blieb cool, als hätte er schon hundert Spiele auf dem Buckel. In der 53. Minute wechselte Petruck den Routinier De Santis aus und brachte den 17-jährigen Yves Schäfer. Der wirkte, als sei er gerade vom Schulhof gekommen, fügte sich aber frech in die Partie ein. Kurz darauf durfte auch der nächste Jungspund ran: Stanislaw Ogaza kam für den müde gewordenen Acevedo (59.). Pruszkow setzte auf jugendlichen Elan - und verlor ein wenig an Erfahrung. Das rächte sich in der 76. Minute: Ecke für Lesh Posen, der Ball segelt in den Strafraum, und ausgerechnet Innenverteidiger Robert Hoj, 32 Jahre alt, stieg am höchsten. Mit der Eleganz eines Betonpfostens, aber der Präzision eines Uhrwerks köpfte er zum 1:1 ein. "Ich dachte, ich träume", meinte der Torschütze später. "Ich bin eigentlich dafür da, hinten aufzuräumen, nicht vorne aufzuräumen." Die letzten Minuten wurden ein offener Schlagabtausch. Mieciel (83.) und Ogaza (85., 87.) für Pruszkow versuchten es aus allen Lagen, doch der Ball wollte nicht mehr rein. Auf der anderen Seite vergab Baillon (81.) die große Chance zum Sieg, als er freistehend über den Ball trat - eine Szene, die selbst in der Kreisliga für Kopfschütteln gesorgt hätte. Dann, in der Nachspielzeit, lag Simeon Athanasiadis plötzlich am Boden. Eine harmlose Szene, doch der Flügelspieler musste raus, Sergi Costa kam für ihn. "Ich bin einfach umgeknickt - wahrscheinlich vor Erleichterung, dass das Spiel gleich vorbei war", scherzte der Grieche später mit dick bandagiertem Knöchel. Am Ende blieb es beim 1:1 - ein Ergebnis, das beiden nicht so recht schmeckt, aber keinem wirklich weh tut. Pruszkow zeigte jugendlichen Schwung, Posen Routine und Geduld. "Ein gerechtes Unentschieden", sagte Wojciechowski nüchtern. "Ein ärgerliches Unentschieden", konterte Petruck. Was bleibt? Ein Abend voller Energie, Emotion und erstaunlich viel Nachwuchs auf dem Platz. Pruszkow führte junges Blut ein, Posen hielt mit Erfahrung dagegen - und beide Teams bewiesen, dass Fußball manchmal kein Sieger braucht, um gut zu sein. Oder, wie es Posen-Kapitän Giovanni Brambilla beim Verlassen des Platzes formulierte: "Manchmal ist ein Punkt mehr wert als drei - vor allem, wenn man dafür nicht erfrieren musste." In diesem Sinne: Heißer Abend, kalter Atem, ein 1:1, das in Erinnerung bleibt. 23.07.643987 08:42 |
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