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Swindon Town zieht nach frühem Paukenschlag ins Pokalfinale ein

Es war eine dieser Nächte, in denen der Fußball zeigt, dass Statistik und Realität längst keine besten Freunde sind. 43.500 Zuschauer drängten sich im County Ground und sahen ein Halbfinale, das in den Zahlen klar Barrow AFC gehörte - im Ergebnis aber Swindon Town: 1:0. Ein Treffer nach gerade einmal zwei Minuten genügte, um aus einem Pokalabend einen Abnutzungskrimi zu machen.

"Ich hatte noch nicht einmal mein Kaugummi ausgepackt, da zappelte der Ball schon im Netz", grinste Swindons Trainer Barney Cheep nach dem Abpfiff. Es war Joseph Greenwald, der Altmeister auf der linken Seite, der mit einem trockenen Schuss nach Vorarbeit von Mason Hathaway die frühe Führung erzielte. "Wir wollten gleich zeigen, dass wir da sind", sagte Greenwald, "und ehrlich gesagt - ich dachte, der Torwart schaut noch, wo der Pfosten steht."

Danach begann eine Partie, die sich anfühlte, als hätte jemand die Zeitschaltuhr auf "Dauerstress" gestellt. Barrow AFC rannte an, schoss aus allen Lagen, dominierte mit 52 Prozent Ballbesitz und stolzen 15 Torschüssen. Doch Swindon verteidigte mit allem, was Beine hatte - manchmal wohl auch mit etwas Glück. Besonders Torhüter Freddie Huxley, 25, wuchs über sich hinaus. In der 19. Minute parierte er Haddingtons Schuss aus kurzer Distanz, in der 36. flog er dem Ball von Cesar Vazquez entgegen wie ein Mann, der keine Angst vor blauen Flecken kennt.

"Der Junge hat Hände aus Beton", knurrte Barrows Coach Ingo Königs in der Pressekonferenz, "wir hätten hier auch bis Mitternacht spielen können, und er hätte immer noch alles gehalten."

Taktisch blieb Barrow bis zum Schluss offensiv, ließ aber die letzte Präzision vermissen. Hennessy scheiterte gleich dreimal, Mascarenhas gleich dreimal, Dierickx gleich dreimal - wer mitzählt, merkt: Hier war Frust vorprogrammiert. Spätestens, als Thomas Fournier in der 85. Minute Gelb sah, weil er Lancaster am Trikot festhielt, schien bei Barrow mehr Verzweiflung als Plan auf dem Platz zu stehen.

Swindon hingegen zog sich nach der Pause tief zurück. Trainer Cheep reagierte früh: Erst kam Tyler Lancaster für den jungen Freddie Monroe, dann Connor Bosworth für den Torschützen Greenwald. "Wir mussten frische Beine bringen, sonst hätten wir irgendwann nur noch mit Armen verteidigt", erklärte der Coach mit einem Augenzwinkern. Die entscheidende Szene der zweiten Hälfte war allerdings unschön - Charles Warriner verletzte sich in der 65. Minute bei einem Sprintduell und musste raus, Teemu Forssell übernahm. Der Finne machte seine Sache ordentlich und hatte in der 72. Minute gar die Chance zum 2:0, doch Barrows Keeper Beecroft rettete mit den Fingerspitzen.

"Ich hab kurz gedacht, er lässt ihn durch", meinte Forssell später lachend, "aber dann hat er mich eines Besseren belehrt."

Barrow warf in den letzten 15 Minuten alles nach vorn, Pressing auf höchster Stufe, während Swindon nur noch Konter im Sinn hatte. In der 90. Minute hatte Joel Simpson den letzten Abschluss - ein Distanzschuss, den Beecroft sicher parierte. Danach blieb nur Jubel in Rot-Weiß und ratlose Gesichter in Blau.

Statistisch sah das Ganze fast absurd aus: 15:5 Torschüsse, bessere Zweikampfquote, mehr Ballbesitz - und trotzdem 0:1. Fußball eben. "Das ist wie beim Dart - wer die Doppel nicht trifft, verliert", fasste Barrows Mittelfeldmann Freddie Hannigan trocken zusammen.

Während die Swindon-Fans nach dem Schlusspfiff die Pokalhymne brüllten, stand Cheep noch minutenlang am Spielfeldrand, sichtlich bewegt. "Ich bin stolz auf meine Jungs. Das war kein schönes Spiel, aber ein ehrlicher Sieg."

Ingo Königs hingegen verschwand mit gesenktem Kopf in den Katakomben, murmelte noch etwas von "unglaublicher Effizienz" und "diesem verfluchten frühen Tor".

So zieht Swindon Town nach einem Abend, der mehr Herzschlag als Ballkunst bot, ins Pokalfinale ein. Und wer weiß: Vielleicht war der Schuss von Greenwald nicht nur der Treffer des Abends, sondern der Türöffner zu einem ganz großen Finale.

Oder wie ein alter Fan auf der Tribüne es formulierte: "Ein Tor in der zweiten Minute, 88 Minuten Herzrasen - das ist Swindon."

31.12.643987 00:42
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Das ist das größte Kompliment, was sich eine Mannschaft zuteil werden kann.
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