Anpfiff
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SV Meppen überrollt den Effzeh: Frühes Feuerwerk, dann gepflegtes Verwalten

Es war ein kalter Januarabend in Meppen, aber was die 27.000 Zuschauer im Hänsch-Stadion am 4. Spieltag der 2. Liga Deutschland geboten bekamen, hatte Feuer. Der SV Meppen besiegte den Effzeh Köln mit 2:0 (2:0) - und das, weil die Emsländer in den ersten 15 Minuten so loslegten, als wollten sie den Gegner gleich wieder in den Zug Richtung Rhein setzen.

Bereits in der 9. Minute brach Joao Da Cru, der eigentlich als rechter Verteidiger aufläuft, alle taktischen Prinzipien: Er stürmte über den Flügel, legte nicht quer, sondern zog einfach mal ab - und traf. "Ich dachte, der Trainer schreit mich gleich zusammen", grinste der 22-Jährige nach dem Spiel. "Aber als der Ball drin war, hat er nur gelacht und gesagt: ’Mach das ruhig öfter.’" Trainer Daniel Borgmann bestätigte das augenzwinkernd: "Wenn der Außenverteidiger so trifft, darf er auch mal seine Position vergessen."

Der zweite Treffer folgte nur fünf Minuten später - diesmal nach Maßarbeit. Der 17-jährige Luis Bergmann, blutjung, aber mit der Ruhe eines Routiniers, schickte Pascal Otto steil, und der 20-Jährige schloss eiskalt ab. 2:0, 14. Minute - und Köln schaute sich verdutzt an, als wäre Meppen plötzlich Real Madrid.

Danach hätten die Gastgeber das Ergebnis sogar noch ausbauen können. 23 Torschüsse insgesamt - das ist fast schon ein Wink mit dem Flutlichtmast. Ob Völker, Bock oder Browning: alle durften mal. Köln dagegen brachte es auf magere vier Abschlüsse, von denen keiner wirklich die Handschuhe von Keeper Jürgen Pfeiffer gefährdete.

"Wir haben sie am Anfang einfach überrannt", sagte Meppens Kapitän Johann Moser. "Danach war’s ein bisschen wie bei Mario Kart - man führt, und dann fährt man nur noch auf Sicherheit." Tatsächlich schaltete Meppen nach dem frühen Doppelschlag auf Verwaltungsmodus um. Die taktischen Daten belegen es: offensiv ausgerichtet, aber ohne Pressing, kontrolliert, fast schon diszipliniert gelangweilt, könnte man sagen.

Köln dagegen wirkte, als hätte Trainer Toni Tapolski seinen Spielern vor dem Anpfiff gesagt: "Bleibt locker, wir kontern sie aus." Nur: Um kontern zu können, braucht man den Ball. Und den hatte Meppen - zu 52,8 Prozent. Nicht überwältigend, aber genug, um den Rhythmus zu bestimmen.

Tapolski reagierte in der Halbzeit und wechselte Keeper Corey Ross aus. Patrik Jacob kam - wohl um "mehr Erfahrung" zu bringen, wie der Coach später erklärte. Da Jacob 19 und Ross 18 ist, blieb die Frage, ob er sich da nicht nur um ein Geburtstagsjahr vertan hatte. "Wir wollten ein Zeichen setzen", sagte Tapolski hinterher. "Leider hat es keiner gelesen."

Nach der Pause wirkte das Spiel wie eine Theaterprobe, bei der alle schon wissen, wie’s ausgeht. Meppen kombinierte, Köln lief hinterher. Gelbe Karten gab’s vor allem für die Gäste: Ibanez (64.), Diarra (75.) und Klaus (82.) sammelten Verwarnungen wie Panini-Bilder. Auch Meppens Berndt Marx sah Gelb (58.), allerdings mehr aus Übermut denn aus Not.

In der 62. Minute kam Meppens Torschütze Joao Da Cru unter Applaus vom Platz. "Ich wollte nicht, dass er sich noch selbst überholt", witzelte Trainer Borgmann. Für ihn kam Philipp Keller - und auch der fügte sich nahtlos ein.

Kölns beste Chance kam spät, in der 84. Minute. Der junge Georgi Jaroslawzew zog ab, und für einen Moment hielten die Meppener Fans den Atem an. Doch Pfeiffer lenkte den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte - ein Reflex, der Applaus von allen Seiten bekam.

Borgmann zeigte sich nach Schlusspfiff zufrieden, aber nicht euphorisch: "Wir sind auf dem Boden geblieben. Ein 2:0 ist schön, aber wir hätten auch 4:0 spielen können." Der Satz klang nicht wie Überheblichkeit, sondern wie eine nüchterne Feststellung.

Tapolski hingegen suchte Trost in der Jugend seiner Mannschaft: "Unsere Jungs sind jung, sie lernen. Heute haben sie gelernt, dass man in Meppen keine Geschenke bekommt."

Ein Fan auf der Tribüne brachte es launig auf den Punkt: "Wenn Meppen so weiterspielt, müssen wir bald Eintritt zahlen wie in der Champions League."

Und tatsächlich - an diesem Abend sah man einen SV Meppen, der mehr war als ein Zweitligist. Diszipliniert, spielfreudig, effizient - und mit einem rechten Verteidiger, der sich für ein paar Minuten wie Cristiano Ronaldo fühlte.

Oder, wie Joao Da Cru es später lachend formulierte: "Ich wollte eigentlich flanken, aber dann dachte ich: Ach komm, probier’s halt mal." Zum Glück für Meppen - und zum Leidwesen der Kölner.

22.02.643987 19:27
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