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SV Linx tanzt die Lilien schwindelig - 3:1 im Flutlicht von Linx

Ein kühler Februarabend, Flutlicht, 4984 Zuschauer und ein SV Linx, der Fußball wie aus dem Lehrbuch spielte - so lässt sich der 3:1-Erfolg gegen den SV Darmstadt am 10. Spieltag der Regionalliga A wohl am treffendsten zusammenfassen. Während die Gäste aus Hessen mit breiter Brust und offensiver Ausrichtung angereist waren, zeigten die Linxer, dass man auch mit "balancierter" Taktik und einem Hauch badischem Pragmatismus zu glänzen vermag.

Von Beginn an entwickelte sich ein Spiel, das eher nach Oberhaus als Regionalliga roch. Linx agierte mit sicherem Passspiel (54 % Ballbesitz) und zielstrebigem Zug nach vorne. Schon in der 20. Minute prüfte Bernt Kühne den Darmstädter Torhüter Inigo Ronaldo mit einem satten Schuss, der das Netz nur um Zentimeter verfehlte. Trainer Michal Dickschat rieb sich die Hände: "Wenn Bernt trifft, dann rappelt’s meistens richtig. Heute halt nur fast."

In der 32. Minute rappelte es dann tatsächlich - und wie! Der 18-jährige Christian Stein, der aussieht, als würde er normalerweise noch Latein-Vokabeln pauken, spielte einen butterweichen Pass in den Lauf von Mark Fritsch. Der Rechtsaußen nahm Maß und jagte den Ball mit einer Mischung aus Wut und Eleganz in den Winkel - 1:0 für Linx. Fritsch grinste später: "Ich hab’ einfach draufgehalten. Wenn man’s nicht versucht, trifft man nie - hat mein Opa schon gesagt."

Darmstadt, das zuvor offensiv eingestellt war, wirkte kurz geschockt. Und ehe man sich auf der Gästebank sortiert hatte, klingelte es erneut: In der 39. Minute bediente Fritsch diesmal Johannes Urban, der eiskalt abschloss - 2:0. Urban, mit 25 Jahren fast schon ein Routinier im Linxer Sturm, stapfte nach seinem Treffer in Richtung Eckfahne und brüllte etwas, das wohl sinngemäß "Jetzt läuft’s!" bedeutete.

Zur Pause war die Partie fast entschieden. SV Darmstadt-Coach - der Name blieb in den offiziellen Unterlagen merkwürdigerweise ungenannt - versuchte es in der Kabine mit Motivationskunst, die wohl aus der Kategorie "Jetzt erst recht!" stammte. Es half: In der zweiten Halbzeit kamen die Lilien besser ins Spiel. Kay Geier, der auffälligste Darmstädter, belohnte den Aufwand in der 67. Minute. Nach feiner Vorarbeit von Yves Göbel schob er überlegt zum 2:1 ein. "Da war kurz Hoffnung", meinte Geier später, "aber Linx war heute einfach zu abgeklärt."

Die Hoffnung währte tatsächlich nur kurz. Linx blieb ruhig, ließ den Ball laufen, und während Darmstadt trotz nominell offensiver Ausrichtung (Pressing: Fehlanzeige) kaum Zugriff bekam, lauerte der Gastgeber auf die Entscheidung. In der 89. Minute war es wieder Urban, diesmal nach Vorarbeit des 17-jährigen Dieter Wagner, der den Sack zumachte. 3:1 - und das Stadion bebte.

Man merkte, wie sehr diese Mannschaft zusammengewachsen ist. Kein wildes Pressing, kein Hauruck-Fußball, sondern kontrollierte Offensive mit Präzision. 15 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache, ebenso die Zweikampfquote von über 53 %. Darmstadt kam zwar auf sieben Abschlüsse, doch Linx-Keeper Thomas Dietz - gerade einmal 18 Jahre alt - wirkte so souverän, als hätte er schon Dutzende Regionalligaspiele hinter sich. "Ich hatte heute nicht viel zu tun, aber das ist mir ganz recht", meinte er mit einem Grinsen.

Zwei Gelbe Karten für Darmstadt (Göbel in der 60., Bachmann in der 88.) rundeten das Bild eines Spiels ab, in dem der Gast nie wirklich in den Rhythmus kam. "Wir waren zu brav", gestand Göbel nach der Partie, "und Linx hat uns mit einfachen Mitteln auseinandergenommen."

Trainer Dickschat dagegen zeigte sich zufrieden, aber nicht euphorisch: "Wir wissen, wo wir stehen. Heute war’s stark, aber nächste Woche müssen wir das bestätigen. Die Jungs haben’s verstanden: Fußball ist kein Wunschkonzert."

Das Publikum verabschiedete die Mannschaft mit stehenden Ovationen. Einige Fans sangen lauthals Lieder, andere prosteten sich mit Plastikbechern zu - Regionalliga-Romantik in Reinkultur.

Und während die Flutlichter langsam erloschen, sah man auf dem Rasen einen lächelnden Johannes Urban, der seinem jungen Mitspieler Wagner den Arm um die Schulter legte. "Du spielst den Pass und ich mach das Ding - so einfach ist das", soll Urban gesagt haben. Eine simple Formel, die an diesem Abend wunderbar funktionierte.

Fazit: Der SV Linx gewann verdient mit 3:1 (2:0), war in allen Belangen überlegen und ließ Darmstadt nur kurz hoffen. Ein Abend, der zeigt, dass Fußball manchmal gar nicht kompliziert sein muss - wenn man ihn einfach gut spielt.

11.09.643990 07:39
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