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SV Linx schockt OSV Hannover - frühe Tore entscheiden träge Regionalliga-Partie

Es war einer dieser Abende in Hannover, an denen der Flutlichtglanz mehr versprach, als der Fußball dann hielt. 3736 Zuschauer kamen zum 9. Spieltag der Regionalliga A ins Stadion des OSV Hannover - und viele davon dürften sich nach 23 Minuten gefragt haben, ob sie nicht besser beim warmen Tee zu Hause geblieben wären. Denn da stand es bereits 0:2 aus Sicht der Hausherren, und das war am Ende auch der Endstand.

SV Linx spielte dabei erstaunlich abgeklärt. Schon nach drei Minuten klingelte es im Kasten von OSV-Keeper Nick Lustig: Fabian Kopp, der quirlige Mittelfeldmotor der Gäste, zog nach einem Pass des jungen Rechtsverteidigers Andreas Menzel trocken aus 18 Metern ab - und traf so präzise, dass Lustig nur hinterherschauen konnte. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen, aber er hat sich noch reingedreht", murmelte der Torwart später halb belustigt, halb resigniert.

Der frühe Schock lähmte Hannover sichtlich. Zwar hatten sie über das gesamte Spiel hinweg mit 54 Prozent den größeren Ballbesitz, doch was nützt das, wenn vorne die Ideen fehlen? Georgi Donkow und Oskar Seitz rannten sich immer wieder fest, Walther Abel versuchte es aus der Distanz - doch entweder stand ein Linxer Bein im Weg oder Torwart Thomas Dietz griff sicher zu.

Und die Gäste? Die machten genau das, was man in der Fremde tun sollte: effizient und unaufgeregt agieren. In der 23. Minute erhöhte Wolfgang Seitz auf 2:0, nach einer klugen Vorlage von Innenverteidiger Linus Schmitt. Eine Kombination, die so gar nicht nach Verteidiger und Stürmer klang, aber eben funktionierte. "Wir hatten das einstudiert - naja, fast", grinste Schmitt nach dem Spiel.

Trainer Michal Dickschat vom SV Linx war entsprechend zufrieden: "Wir wollten ruhig bleiben, nichts Verrücktes machen. Zwei Tore früh, dann kannst du kontrollieren." Tatsächlich kontrollierte Linx das Geschehen, ohne sich übermäßig zu verausgaben. 14 Torschüsse insgesamt - viele davon in der ersten halben Stunde - zeugten von einem forschen Beginn, danach war eher Verwaltungsmodus angesagt.

OSV-Trainer (dessen Name an diesem Abend wohl niemand beneiden wollte) gestikulierte wild an der Seitenlinie, wechselte in der zweiten Halbzeit offensiver, brachte Eximeno weiter nach vorn. Doch das Resultat war vor allem Frust. Selbst als Hannover drückte, blieb Linx unaufgeregt. Die Gäste standen tief, schoben geschickt die Räume zu und kassierten in der Schlussphase nur zwei Gelbe Karten - Otto Fritsch und Bernt Prinz sahen Gelb für kleine taktische Unsitten, die man in so einem Spiel fast unter "professionell" abhaken kann.

Einmal, in der 68. Minute, durfte das Publikum noch kurz aufatmen: Donkow kam nach schöner Kombination frei zum Schuss, doch Linx-Keeper Dietz reagierte glänzend. "Wenn der reingeht, kippt das Spiel vielleicht", meinte OSV-Mittelfeldmann Abel nach Abpfiff. "Aber Fußball ist kein Konjunktiv."

Das 0:2 zur Pause blieb also auch das Endergebnis, und die zweite Halbzeit war eher ein Lehrstück in Spielkontrolle. Linx wechselte zur Pause den jungen Detlev Miller aus, brachte Robert Jahn, der sich mit frischen Beinen gleich in die Defensive einfügte. Später kam auch Karl Schwab für Mark Fritsch, und Morgan Shepherd durfte für Otto Fritsch ran - alle drei Einwechslungen wirkten wie kleine Stellschrauben in einer Maschine, die reibungslos lief.

Statistisch war’s ein unscheinbares Spiel: Hannover mit neun Torschüssen, Linx mit 14; etwas mehr Ballbesitz für die Hausherren, aber die bessere Zweikampfquote (52 Prozent) für die Gäste. Und das Entscheidende: zwei Tore mehr.

Nach Schlusspfiff applaudierten die Linxer Spieler ihren mitgereisten Fans, während die Hannoveraner in die Nacht schlichen. Auf die Frage, was er seinem Team nun sage, antwortete ein OSV-Spieler trocken: "Vielleicht, dass man auch in der dritten Minute schon wach sein sollte."

Ein Abend also, an dem SV Linx alles richtig machte - früh treffen, klug verteidigen, diszipliniert bleiben. Und Hannover? Die hatten zwar mehr Ballbesitz, aber kein Rezept gegen einen Gegner, der wusste, wann man Fußball arbeitet und wann man ihn spielt.

Oder, wie Trainer Dickschat es später mit einem Schmunzeln formulierte: "Manchmal ist ein 2:0 schöner als ein 5:4 - weil’s weniger Nerven kostet."

Ein nüchternes Fazit für einen Abend voller kleiner Geschichten, aber ohne große Emotionen. Nur eines ist sicher: In Hannover wird man sich noch eine Weile an diese ersten 23 Minuten erinnern - und daran, wie schnell ein Spiel entschieden sein kann, wenn man die Anfangsphase verschläft.

12.02.643994 01:00
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