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SV Linx feiert 3:1-Heimsieg gegen Freiburg - Rot, Rauch und reichlich Emotionen

An einem frostigen Freitagabend in der Regionalliga A verwandelten 4.692 Zuschauer das kleine Linxer Stadion in einen Hexenkessel, der selbst gestandene Profis hätte erzittern lassen. Am 16. Spieltag traf der SV Linx auf Freiburg - und wer dachte, das würde ein gemütlicher Südwest-Kick, wurde spätestens nach der 50. Minute eines Besseren belehrt.

Dabei begann alles recht harmlos. Beide Teams tasteten sich ab, Freiburg zeigte mit leichtem Ballbesitzvorteil (50,3 %) die etwas elegantere Klingenführung, Linx dagegen die robustere. In der 29. Minute dann der erste Paukenschlag: Bernt Kühne, der 32-jährige Mittelfeldmotor der Linxer, fasste sich nach einer schönen Vorlage von Robert Jahn ein Herz und drosch den Ball aus 20 Metern in den Winkel - ein Treffer, der so schön war, dass selbst der Linienrichter kurz vergaß, die Fahne zu heben. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Kühne später, "aber dann dachte ich: Ach, warum nicht mal was fürs Highlight-Video?"

Freiburg versuchte zu antworten, Andreas Gruber und Benjamin Schneider prüften den Linxer Keeper Oscar Haase gleich mehrfach, doch der 22-Jährige war an diesem Abend auf Koffein und Reflexe programmiert. So ging es mit einem 1:0 in die Pause - Linx effizient, Freiburg frustriert.

Die zweite Halbzeit begann, als hätte jemand an der Emotionenschraube gedreht. Freiburgs Innenverteidiger Andre Schumann sah in der 51. Minute glatt Rot - ein rustikales Einsteigen gegen den flinken Johannes Urban beendete seinen Arbeitstag abrupt. "Ich hab den Ball gespielt", behauptete Schumann nach dem Spiel, während ihm seine Trainerin Stefanie Becker mit einem Seufzer die Hand auf die Schulter legte. "Ja, und leider auch den halben Gegenspieler", murmelte sie.

Mit einem Mann mehr übernahm Linx endgültig das Kommando. In der 67. Minute erhöhte Robert Jahn nach einer butterweichen Hereingabe von Hermann Grimm auf 2:0. Der junge Stürmer riss die Arme hoch, grinste in Richtung Fanblock und rief: "Das war für Oma - die guckt immer, wenn ich spiele!"

Doch Freiburg gab sich nicht geschlagen. Nur drei Minuten später verkürzte der 17-jährige Werner Walter auf 2:1, nach Pass von Rui Zaera. Ein Treffer, der kurzzeitig für Nervosität im Linxer Lager sorgte - Trainer Michal Dickschat trommelte wild an der Coaching-Zone und brüllte: "Konzentriert euch, Männer! Das ist hier kein Kindergeburtstag!"

Die Partie blieb offen, bis in die Schlussphase hinein. Freiburg versuchte trotz Unterzahl, offensiv Akzente zu setzen, doch die Kräfte schwanden. Als dann in der 84. Minute der erst 18-jährige Detlev Miller, gerade eingewechselt, nach Vorlage von Carsten Vollmer das 3:1 markierte, explodierte das Stadion. Miller, selbst noch Schüler, rannte jubelnd zur Eckfahne, rutschte auf den Knien und sagte später mit rotem Kopf: "Ich hab gar nicht gemerkt, dass ich getroffen hab - ich wollte eigentlich flanken."

Die letzten Minuten waren dann ein einziges Linxer Schaulaufen. Urban sah noch Gelb für ein zu enthusiastisches Tackling (72.), Eduardo Henrico durfte in der 88. Minute noch ein paar Minuten Regionalliga-Luft schnuppern, und Trainer Dickschat grinste nach Schlusspfiff wie ein Mann, der wüsste, dass das Bier danach besonders gut schmecken würde. "Wir haben heute gezeigt, dass Erfahrung und jugendlicher Übermut eine gefährliche Mischung sein können", sagte er mit einem Augenzwinkern.

Freiburgs Trainerin Stefanie Becker hingegen suchte nach Fassung: "Das 3:1 klingt klar, aber wir waren drin im Spiel - bis zur Roten Karte. Danach war’s ein langer Abend."

Statistisch gesehen war’s ein Duell auf Augenhöhe: 13 Torschüsse für Linx, 10 für Freiburg, fast ausgeglichener Ballbesitz. Doch Linx hatte an diesem Abend die klareren Momente, die besseren Nerven - und vor allem das bessere Ende.

Am Ende blieb ein Spiel, das alles bot: einen Traumtreffer, einen Platzverweis, ein aufblühendes Talent - und die Erkenntnis, dass der SV Linx zu Hause mittlerweile so etwas wie eine Festung besitzt. "Wenn wir so weitermachen", sagte Bernt Kühne beim Verlassen des Platzes, "müssen wir bald Eintritt verlangen - auch fürs Training."

Ein bisschen übertrieben? Vielleicht. Aber an diesem Abend in Linx fühlte sich alles ein bisschen größer an, als es die Tabelle vermuten ließ. Und wer weiß - vielleicht war dieser Sieg mehr als nur drei Punkte. Vielleicht war es der Beginn einer Geschichte, die man in Linx noch lange erzählen wird.

11.07.643987 16:14
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Dann lebe ich in Oslo, spiele immer noch Fußball und bin immer noch so langsam.
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