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Südwind fegt über Stoke - Southampton zerlegt die Potters mit 5:0

Wenn 35.717 Menschen an einem kalten Januarabend ins Stadion kommen, hoffen sie auf ein bisschen Fußballromantik. Stattdessen bekamen die Fans von Stoke City am 14. Spieltag der 1. Liga England eine Lektion in britischer Demut serviert - und der FC Southampton spielte sich in einen wahren Rausch. 0:5 hieß es am Ende, und selbst das fühlte sich für die Gastgeber fast noch schmeichelhaft an.

Schon nach elf Minuten begann das Unheil: Billy Benett, 20 Jahre jung und offenbar ohne Respekt vor gestandenen Profis, zirkelte den Ball nach Vorlage von Rechtsverteidiger Leo Broderick ins lange Eck. Stoke-Torwart Simcha Amir flog vergeblich, wie ein Mann, der sich fragt, warum er überhaupt noch Handschuhe trägt. "Wir wollten mutig beginnen", seufzte Trainer Horst Fiedler später, "aber Mut allein stoppt keine Flügelspieler."

Acht Minuten später legte Bailey Kendall nach - der 30-jährige Rechtsaußen traf humorlos und trocken, als wolle er jedem Zweifel an seiner Torgefährlichkeit gleich im Keim ersticken. Southampton führte, dominierte und kombinierte, während Stoke so wirkte, als hätten sie vergessen, dass Ballbesitz zum Spiel dazugehört. Am Ende standen 61 Prozent für die Gäste - und der Rest war wohl eher Verlegenheit als Kontrolle.

Die zweite Halbzeit begann mit drei Auswechslungen bei Stoke - Fiedler brachte Jugendlust statt Routine. "Vielleicht wecken wir sie mit Frischluft auf", murmelte er da noch, halb ironisch, halb verzweifelt. Es half nichts. Southampton blieb gnadenlos effizient. Manuel Tiago erhöhte in der 62. Minute nach schöner Vorarbeit von Gabriel Beecroft auf 3:0. Der Portugiese grinste danach: "Ich sah den Torwart zu früh runtergehen - da musste ich ja treffen."

Kurz darauf folgte das 4:0 durch Nicolaas Derrick, der zentral aus 20 Metern abzog und den Ball unhaltbar in den Winkel jagte. "Ich wollte eigentlich flanken", gab er später mit einem Augenzwinkern zu. Sein Trainer Michael Böning kommentierte trocken: "Wenn unsere Fehlflanken so aussehen, kann ich damit leben."

Stoke versuchte zu reagieren. Louis Kirkwood prüfte in der 49. Minute zumindest einmal den Gästetorhüter Alberto Mancuso - einer von nur drei Torschüssen der Gastgeber. Später verletzte sich Kirkwood auch noch in Minute 70, humpelte davon, als wäre der Abend ohnehin verloren. Das Publikum applaudierte mitleidig. "Das war sinnbildlich", meinte ein Fan in der Kneipe hinter der Tribüne, "wir haben uns selbst ausgewechselt."

Den Schlusspunkt setzte erneut Bailey Kendall in der 90. Minute, nach Pass von Finlay Cort - 5:0, und niemand im Britannia Stadium konnte behaupten, das sei unverdient gewesen. Southampton hatte 17 Torschüsse, Stoke ganze drei. Der Rest war Schweigen - und ein bisschen Pfeifkonzert.

In der Nachspielzeit sah noch Ari Forssell Gelb, offenbar aus Langeweile. "Ich wollte nur zeigen, dass ich auch noch da bin", witzelte der 35-Jährige. Selbst Schiedsrichterin June Mallory musste sich ein Grinsen verkneifen.

Nach dem Spiel sprach Horst Fiedler von einem "gebrauchten Abend" und "zu viel Respekt". Sein Gegenüber Böning dagegen war bester Laune: "Unsere Jungs haben heute gezeigt, dass Offensivfußball keine Theorievorlesung ist. Wir wollten Spaß haben - und hatten ihn."

Das Publikum ging schweigend nach Hause, manche mit einem resignierten Schulterzucken. Einer rief noch: "Immerhin regnet’s nicht!" - was, bei allem Sarkasmus, tatsächlich das Beste war, was man über diesen Abend sagen konnte.

Southampton dagegen feierte ausgelassen vor dem Gästeblock. Fünf Tore, fünf verschiedene Spielzüge, ein Statement. Billy Benett bekam den Spielball als Souvenir - und grinste: "Ich hänge ihn mir über das Bett. Vielleicht träume ich dann wieder von Stoke."

Und so endete ein Abend, an dem Stoke Citys Offensive wie ein stumpfes Messer wirkte und Southamptons Angriff wie ein heißes Skalpell. Fußball kann grausam ehrlich sein - und manchmal ist das Ergebnis die freundlichste Wahrheit.

18.06.643987 14:38
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Man hetzt die Leute auf mit Tatsachen, die nicht der Wahrheit entsprechen.
Toni Polster
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