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Süderelbe hält dicht: 0:0 trotz Wetzlarer Schussorkan

Landesliga 31 | 3. Spieltag | 19.09.26 | Süderelbe - Eintracht Wetzlar 0:0

Es gibt Fußballabende, an denen eine Mannschaft den Ball hat. Und es gibt Fußballabende, an denen eine Mannschaft vor allem dafür sorgt, dass der Ball nicht im eigenen Tor liegt. Süderelbe gehörte am Samstagabend eindeutig zur zweiten Kategorie. Beim 0:0 gegen Eintracht Wetzlar verteidigte der Gastgeber mit bemerkenswerter Hingabe - und überließ dem Gegner ansonsten erstaunlich viel Raum für Schüsse.

1651 Zuschauer waren zum dritten Spieltag der Landesliga 31 gekommen, Anstoß war um 20.15 Uhr. Viele von ihnen dürften sich schon früh gefragt haben, ob sie versehentlich zu einer Torwart-Gala angereist waren. Denn Wetzlar begann offensiv und kam bereits in der fünften Minute durch Curt Stock zum ersten Abschluss. Raphael Esser folgte in der 12. Minute, Ivan Antunes eine Minute später. Danach ging es munter weiter, als hätte jemand im Gästebereich den Schussknopf festgeklemmt.

Dennis Köhler, erneut Stock und dreimal Esser prüften Süderelbes Defensive bis zur 21. Minute. Die Gastgeber blieben derweil bei ihrer ausgewogenen Grundordnung, die in der Praxis allerdings eher wie ein kollektives "Bitte nicht durchlassen" wirkte. "Wir wollten kompakt stehen", sagte Trainer Maximilian Nachname später sinngemäß. "Sehr kompakt. Im besten Fall so kompakt, dass der Gegner gar nicht mehr wusste, wo das Tor steht."

Das Tor stand allerdings weiterhin dort, wo es immer steht. Wetzlar fand es auch, zumindest theoretisch. In der 26. Minute zielte Antunes erneut, vier Minuten später Innenverteidiger Linus Beckmann. Christopher Beckmann versuchte es in der 32. Minute, Antunes in der 31. und 40. Minute gleich noch einmal. Süderelbe verteidigte, blockte und hoffte. Zur Pause stand es 0:0 - ein Zwischenstand, der sich für die Gäste deutlich unverdienter anfühlte als für die Heimelf.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Wetzlar offensiv eingestellt. Die taktische Marschroute war klar: ausgewogen angreifen, gute Chancen herausspielen, aber bitte nicht überhastet schießen. An letzterem hielt sich die Eintracht nur bedingt. Stephan Busch eröffnete in der 65. Minute die zweite Hälfte des Schussprogramms, Antunes legte in der 67. und 82. Minute nach. In der 58. Minute sah Busch zudem die Gelbe Karte - möglicherweise, weil selbst ein Verteidiger irgendwann zeigen muss, dass er nicht nur zum Zuschauen auf dem Platz steht.

Süderelbe kam statistisch auf keinen einzigen Torschuss. Keinen. Wetzlar brachte es auf 20. Trotzdem blieb der Ball draußen - beziehungsweise dort, wo ihn Süderelbes Torwart Olaf Dietrich haben wollte. Die Gastgeber besaßen 49,38 Prozent Ballbesitz, Wetzlar 50,62 Prozent. Es war also kein vollständiger Belagerungszustand, eher eine beinahe gleichmäßige Verteilung mit einem deutlichen Unterschied bei der Frage, was man mit dem Ball anschließend anstellte.

In der Schlussphase wurde es noch einmal hektisch. Köhler schoss in der 83., 91. und Busch in der 92. Minute. Mike Kunkel versuchte es in der 90. Minute. Doch Süderelbe hielt. "Irgendwann haben wir aufgehört, auf die Statistik zu schauen", sagte Nachname sinngemäß. "Das war besser für die Nerven."

Am Ende stand ein 0:0, das Wetzlar vermutlich noch länger beschäftigen wird. Eintracht Wetzlar hatte 20 Torschüsse, Süderelbe keinen einzigen - und trotzdem teilten sich beide Mannschaften die Punkte. Im Fußball nennt man das Effizienz. Oder, je nach Sichtweise, eine besonders konsequente Form von Unentschieden.

19.09.2026 22:13
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