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Strakonice siegt dank frühem Doppelschlag - Bystrc rennt vergeblich an

Es war einer dieser Abende, an denen Fußballromantik und Chaos eine Liaison eingingen. 32.667 Zuschauer in Strakonice erlebten beim 22. Spieltag der 1. Liga Tschechien ein Match, das in den ersten 30 Minuten so hitzig war wie ein Grillabend im Januar und danach allmählich verglühte. Am Ende jubelte der SK Strakonice über ein 2:1 gegen den FC Bystrc-Kninicky - und Trainer Markus Falb grinste so breit, als hätte er gerade einen Lottoschein gefunden.

Der Auftakt war ein Paukenschlag. Schon in der 5. Minute fasste sich Lukas Baros, der 22-jährige Mittelfeldmotor der Hausherren, ein Herz. Nach feiner Vorarbeit von Ivo Fryda drosch er den Ball aus gut 18 Metern ins rechte Eck. "Ich hab einfach mal draufgehalten", erklärte Baros später mit einem Schulterzucken, "und ehrlich gesagt - ich wollte eigentlich flanken." Das Publikum nahm’s ihm nicht übel.

Nur 15 Minuten später legte Strakonice nach - und das ausgerechnet durch Innenverteidiger Lorenzo Mari, der sich nach einer Ecke in den gegnerischen Strafraum verirrt hatte. Radek Kopic, der blutjunge Linksverteidiger, zirkelte die Hereingabe, Mari wuchtete den Ball per Kopf ins Netz. "Ich bin kein Torjäger", sagte er lachend nach der Partie, "aber heute war ich wohl kurz mal Stürmer."

Bystrc-Kninicky wirkte geschockt, fand aber schnell eine Antwort. In der 26. Minute kombinierte sich das Team von Trainer Carsten Achenbach mustergültig nach vorn. Karel Dostalek legte quer, Raphael Herzog vollendete eiskalt. "Das war die einzige Szene, in der wir mal so gespielt haben, wie ich mir das vorstelle", knurrte Achenbach später.

Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch - zumindest statistisch. Während Strakonice in der ersten Halbzeit mit langen Bällen und rustikalem Körpereinsatz auffiel, schraubte Bystrc die Zahl der Torschüsse in astronomische Höhen. 15 Abschlüsse standen am Ende für die Gäste zu Buche, neun für die Hausherren. Der Ballbesitz? 50,6 Prozent zu 49,3 - also praktisch Gleichstand. Nur beim Ergebnis blieb’s ungleich verteilt.

Kurz vor der Pause musste Bystrc umstellen. Drei Wechsel auf einmal - eine Art taktische Generalüberholung. Achenbach brachte unter anderem August Brun für den gelbverwarnten Innenverteidiger Karel Jarolim. "Wir wollten mehr Druck machen", erklärte der Coach, "aber das Pressing kam zu spät. Wir haben gedrückt, aber der Ball wollte einfach nicht rein."

In der zweiten Halbzeit schnürten die Gäste Strakonice phasenweise am eigenen Strafraum ein. Eric Marceau prüfte Keeper Henrik Sundström gleich mehrfach, Hermanni Pasanen verzog aus spitzem Winkel, und Adam Davonport zirkelte den Ball in der 85. Minute nur Zentimeter am Pfosten vorbei. Der junge Torwart Sundström, gerade einmal 18 Jahre alt, hielt, was zu halten war - und ein bisschen mehr. "Ich hab einfach versucht, ruhig zu bleiben", sagte er bescheiden. Falb konterte augenzwinkernd: "Er war so ruhig, dass ich dachte, er schläft gleich ein."

Auf der anderen Seite lauerte Strakonice auf Konter, ließ aber die Kaltschnäuzigkeit vermissen. Michal Kula vergab in der 73. und 78. Minute zwei Großchancen, die das Spiel endgültig entschieden hätten. "Ich wollte’s spannend machen", grinste er nach Schlusspfiff - und die Fans lachten mit.

Einige Härten durften natürlich nicht fehlen: Drei Gelbe Karten, verteilt auf beide Teams, sorgten für die nötige Würze. Besonders Bruno Chalana (Strakonice, 81.) bekam den Unmut des Schiedsrichters zu spüren, nachdem er bei einem Sprintduell mehr Gegner als Ball getroffen hatte.

Am Ende blieb es beim 2:1 - ein Ergebnis, das nüchtern betrachtet verdient war, auch wenn Bystrc-Kninicky optisch mehr vom Spiel hatte. "Wir haben das Herz auf dem Platz gelassen, aber keine Punkte mitgenommen", resümierte Achenbach mit einem müden Lächeln. Falb dagegen sprach vom "besten Arbeitssieg des Jahres" und fügte sarkastisch hinzu: "Wenn wir noch zwei solcher Arbeitssiege holen, brauchen wir keinen Urlaub mehr."

Fazit: Strakonice hat nicht schön gespielt, aber effektiv. Bystrc hatte mehr Chancen, dafür weniger Nerven. Und die Zuschauer? Die gingen zufrieden nach Hause - immerhin hatten sie alles gesehen: Tore, Emotionen, gelbe Karten und einen Torwart, der zum Helden wurde.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Wenn das noch so weitergeht, kauf ich mir eine Dauerkarte - aber nur, wenn sie Blutdrucktabletten dazulegen."

30.09.643987 18:37
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Wenn ich heute Kapitän bin und das Schiff sinkt, alle müssen helfen, dann kann doch der Koch nicht kommen und sagen: 'Ich kann nur die Bratpfanne halten.'
Otto Rehhagel
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