Anpfiff
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Stoke City zerlegt Yeading United nach der Pause - ein 6:2 mit Ansage

Ein kalter Februarabend in Stoke-on-Trent, aber das Britannia Stadium (nun offiziell anders benannt, doch die Fans nennen es natürlich noch immer so) kochte: 15.667 Zuschauer sahen, wie Stoke City nach einer wilden ersten Hälfte Yeading United mit 6:2 aus dem Liga-Pokal fegte. Wer zur Halbzeit Bier holen war, verpasste den Moment, in dem aus einem offenen Schlagabtausch ein Klassenunterschied wurde.

Marco Travassos eröffnete das Spektakel in der 6. Minute - selbstverständlich auf Vorlage von Louis Kirkwood, der wie ein Uhrwerk über den linken Flügel marschierte. "Ich hab’ Marco nur angeguckt, und er wusste schon, wo der Ball hinmuss", grinste Kirkwood später. Yeading antwortete jedoch frech: Adam Poe glich in der 18. Minute aus, nachdem Reece Maxwell mit chirurgischer Präzision den Steckpass durch die Abwehr schob. Und weil die Gäste plötzlich Blut geleckt hatten, drehte Maxwell das Spiel selbst - in der 35. Minute platzierte er den Ball trocken ins lange Eck.

Trainer Horst Fiedler an der Seitenlinie wirkte in diesem Moment so ruhig, als würde er eine Tasse Tee aufsetzen. "Ich hab den Jungs gesagt: Keine Panik. Wir haben ja noch 50 Minuten, um wieder Fußball zu spielen", erzählte er mit einem Augenzwinkern. Und seine Mannschaft hörte zu.

Kurz vor der Pause stellte Baysal Denizli, der 19-jährige Mittelstürmer mit Turboantritt, auf 2:2. Samuel Grantham, ebenfalls 19, hatte ihm den Ball punktgenau in den Lauf gelegt - die Jugend von Stoke rettete die alten Hasen vor der Pause.

Dann kamen 15 Minuten, in denen Yeading United kollektiv den Stecker zog. Direkt nach Wiederanpfiff (46.) drosch Dusko Jovanovic den Ball nach Vorlage von Travassos in die Maschen. Der Kapitän brüllte seine Freude so laut, dass man sie vermutlich bis Birmingham hörte.

Und dann begann die große Kirkwood-Show: In der 52. und 53. Minute traf der Linksaußen gleich doppelt - einmal nach Vorarbeit des omnipräsenten Jovanovic, einmal nach feinem Zuspiel von Grantham. "Ich dachte, ich träume. Zwei Tore in zwei Minuten? Das passiert mir sonst nur auf der PlayStation", scherzte Kirkwood später in der Mixed Zone.

Yeading hingegen wirkte zunehmend ratlos. Trainerin Maria Meier raufte sich die Haare, doch ihre Mannschaft fand keine Antwort. "Wir haben versucht, ruhig zu bleiben, aber Stoke war einfach zu zielstrebig. Und ehrlich - die haben eine Wucht entwickelt, da kannst du kaum gegenpressen", gab sie nach dem Spiel offen zu.

Jose Duran setzte in der 73. Minute den Deckel drauf. Der eingewechselte Stürmer verwertete ein feines Zuspiel von Joseph Latham zum 6:2-Endstand. Danach war die Luft raus, und Stoke spielte den Sieg mit 51 Prozent Ballbesitz und 18 Torschüssen souverän nach Hause. Yeading kam auf respektable sieben Abschlüsse, doch Torwart Simcha Amir musste nach der Pause kaum noch eingreifen.

Einziger kleiner Wermutstropfen: Der 18-jährige Innenverteidiger Linus Scherfke holte sich kurz vor Schluss noch Gelb ab - "Weil ich dachte, ich sei Sergio Ramos", witzelte er im Kabinengang, während Trainer Fiedler nur den Kopf schüttelte.

Statistisch gesehen war das Spiel fast ausgeglichen in Ballbesitz und Zweikampfquote (54 zu 46 Prozent zugunsten Stokes), aber die Effizienz der Hausherren war schlicht brutal. Vier der sechs Tore fielen nach Kombinationen durchs Zentrum, was Fiedlers "balanced attacking" perfekt widerspiegelt. Yeading hielt zunächst mit, wirkte aber defensiv überfordert, sobald Stoke das Pressing anzog - und das taten sie ab der 46. Minute gnadenlos.

Nach dem Abpfiff standen die Fans noch minutenlang und sangen, während Fiedler seinen Spielern gratulierte. "Heute haben wir gezeigt, dass wir nicht nur rennen, sondern auch denken können", sagte der Coach mit einem breiten Grinsen.

Maria Meier nahm es sportlich: "Wenn du sechs Gegentore kassierst, kannst du entweder weinen oder lachen. Ich hab mich für Lachen entschieden - immerhin war das erste Drittel richtig gut."

Und so endete ein Abend, der mit Nervosität begann und in Begeisterung mündete. Stoke City startet mit einem Kantersieg in die Gruppenphase des Liga-Pokals. Für Yeading bleibt die Erkenntnis, dass Offensivgeist zwar schön, aber ohne stabile Defensive gefährlich ist.

Oder, wie es ein älterer Fan auf der Tribüne trocken formulierte, als das 6:2 fiel: "Das war wohl nix mit dem Pokaltraum - aber wenigstens hat’s Spaß gemacht."

Ein bisschen Wahrheit steckt in jedem Scherz. Und an diesem Abend hatte Stoke City das letzte, laute Lachen.

02.07.643990 11:17
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Der Trainer hatte nach den ganzen Ausfällen im Angriff nur noch die Wahl zwischen mir und dem Busfahrer. Da der Busfahrer seine Schuhe nicht dabei hatte, habe ich gespielt.
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