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Stoke City ringt Nottingham Foresters in wildem 4:3 nieder

Manchmal ist Fußball kein Spiel, sondern eine Achterbahnfahrt mit Rasen unter den Füßen. Am 2. Spieltag der 2. Liga England legten Stoke City und die Nottingham Foresters im betagten Bet365 Stadium ein Spektakel hin, das den 32.191 Zuschauern noch lange in den Ohren rauschen dürfte. Am Ende hieß es 4:3 (2:1) - ein Ergebnis, das so knapp war, wie es klingt, und so turbulent, wie es die Statistik vermuten lässt.

Horst Fiedlers Stoke City begann mit Offensivdrang, als hätten sie vergessen, dass man theoretisch auch verteidigen könnte. Schon in der 7. Minute brachte der 18-jährige Innenverteidiger Linus Scherfke die Gastgeber in Führung - sein erstes Profi-Tor überhaupt. "Ich wollte eigentlich nur den Ball klären, dann war er plötzlich drin", grinste der blutjunge Verteidiger nach dem Spiel, und man glaubte ihm jedes Wort.

Doch Nottingham ließ sich nicht lange bitten. In der 14. Minute kombinierte sich die Elf von Trainer Leon Löwe mit einer fast unenglischen Leichtigkeit durch die Stoke-Abwehr - Flanke von Lucas Bloomfield, Abschluss von Luke O’Leary, 1:1. "Wir haben kurz gedacht, wir wären der FC Barcelona", witzelte Löwe später.

Wer dachte, das Spiel würde sich danach beruhigen, wurde vom Gegenteil überzeugt. Stoke Citys Rechtsverteidiger Agemar Couto - offenbar in der heimlichen Rolle des verkappten Mittelstürmers - drosch in der 24. Minute den Ball ins lange Eck und brachte seine Mannschaft wieder in Führung. Es war ein Treffer mit der Wucht eines Vorschlaghammers und der Präzision eines Chirurgen.

Mit 2:1 ging es in die Pause. Die Foresters hatten mehr Torschüsse (15 insgesamt), aber Stoke den Ball (56 Prozent Ballbesitz) - ein Muster, das sich durch das Spiel ziehen sollte. "Wir hatten den Ball, sie hatten die Chancen - das ist die moderne Balance des Leidens", kommentierte Fiedler mit einem ironischen Schulterzucken in der Pressekonferenz.

Nach der Pause wurde wild gewechselt, jung getauscht und vorne geballert. Nottingham kam mit Schwung aus der Kabine, und in der 52. Minute sorgte Max Prentiss nach Vorlage von Bloomfield für das 2:2. Löwe sprang an der Seitenlinie, als hätte er gerade den Lottojackpot gewonnen - und zwei Minuten später fast wieder verloren, denn Stoke antwortete im Gegenzug. Marco Travassos, der zuvor schon einige Male verzogen hatte, traf nach einer butterweichen Flanke von Carles Prieto zum 3:2.

Während die Zuschauer noch jubelten, zog das Spiel weiter seine Kreise zwischen Genie und Wahnsinn. In der 71. Minute glich Nottingham erneut aus - diesmal war es der eingewechselte Paulo Rielo, der eine flache Hereingabe von Michael Lansbury ins Netz drückte. 3:3, und der Puls im Stadion stieg auf Champions-League-Niveau.

Dann kam die 87. Minute, die in Stoke wohl auf ewig "Kirkwoods Minute" heißen wird. Der linke Flügelstürmer, 27 Jahre jung und mit einem Hang zum Dramatischen, verwandelte eine Vorlage des 19-jährigen Samuel Grantham eiskalt zum 4:3-Endstand. "Ich hab einfach draufgehalten - und gehofft, dass keiner im Weg steht", grinste Kirkwood, während er sich noch immer das Schweißband zurechtrückte.

Ganz ohne kleine Dramen ging es natürlich nicht: Kurz vor Schluss sah Carles Prieto die Gelbe Karte, weil er meinte, den Ball an der Eckfahne für eine Yoga-Matte halten zu können. Schiedsrichter und Gegner sahen das anders. "Ich wollte Zeit schinden, aber wohl etwas zu elegant", gab Prieto später zu.

Als der Schlusspfiff ertönte, fiel Fiedler seinem Co-Trainer um den Hals. "Ich hab noch nie so gelitten und gleichzeitig so gelacht", sagte er und meinte wohl beides ernst. Löwe hingegen zeigte sich gefasst: "Wenn du auswärts drei Tore schießt und verlierst, weißt du, dass du entweder Pech hattest - oder gegen Stoke gespielt."

Statistisch gesehen war Nottingham sogar das aktivere Team, mit 15 Schüssen aufs Tor gegenüber 10 der Gastgeber. Doch die Effektivität, dieser alte und launische Freund des Fußballs, stand an diesem Abend auf Seiten der Töpferstädter.

So endet ein Spiel, das keiner so recht erklären kann und doch jeder gesehen haben will. Stoke City feiert den ersten Heimsieg der Saison - Nottingham tröstet sich mit der Gewissheit, dass man auch beim Verlieren glänzen kann.

Und irgendwo, tief in der Kabine, soll Linus Scherfke leise gesagt haben: "Wenn Verteidiger treffen, ist das meist ein Unfall. Aber was für ein schöner."

Ein Satz, der den Abend perfekt zusammenfasst.

20.06.643990 16:10
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