Football Today
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Stoke City dreht das Spiel spät - Couto trifft wie ein Stürmer

Ein kalter Dienstagabend in Stoke-on-Trent, Flutlicht an, 29.648 Zuschauer im betagten Bet365 Stadium - und die 2. Liga England zeigt einmal mehr, warum sie das Herz des englischen Fußballs ist: ehrlicher Kampf, viel Matsch, wenig Glanz, aber reichlich Drama. Stoke City ringt Cambridge City mit 2:1 nieder, nachdem die Gäste in Führung gegangen waren.

Dabei sah es lange nicht nach einem Heimsieg aus. "Wir wollten das Spiel kontrollieren, aber irgendwie kontrollierte das Spiel uns", gab Stoke-Coach Horst Fiedler später mit einem gequälten Lächeln zu. In der ersten Halbzeit war seine Elf zwar bemüht, doch Cambridge hielt den Ball länger in den eigenen Reihen - 53 Prozent Ballbesitz sprechen eine klare Sprache. Und wenn Stoke mal durchkam, dann fehlte die Zielgenauigkeit: Feher verzog in der 18. Minute, Shum gleich zweimal (29. und 38.) - immer war Cambridge-Keeper Adam MacGregor auf dem Posten.

Auf der anderen Seite sorgte Callum Kenny, der flinke Linksaußen der Gäste, für die ersten Herzrhythmusstörungen im Heimblock. Schon kurz vor der Pause prüfte er den Stoke-Schlussmann, und als die zweite Halbzeit begann, schien sich das Unheil anzubahnen. In der 63. Minute war es dann soweit: Louis Stanton steckte durch, Kenny zog ab - 0:1. Eiskalt, typisch Cambridge. "Ich habe einfach draufgehalten, ehrlich gesagt", grinste Kenny später in der Mixed Zone. "Aber ich dachte, das reicht heute nicht zum Sieg - Stoke ist zu wild, um sich damit abzufinden."

Er sollte recht behalten. Denn nur fünf Minuten später schlug Stoke zurück - und das in bester Fiedler-Manier: wuchtig, direkt, ohne Umwege. Jose Duran, der bullige Mittelstürmer, der zuvor kaum in Erscheinung getreten war, verwertete eine Flanke von rechts zum 1:1. Das Stadion kochte. "Ich hab gar nicht nachgedacht", sagte Duran später, "ich hab nur gespürt, dass der Ball rein muss."

Von da an war es ein offenes Spiel - mit leichten Vorteilen für die Hausherren. Fiedler hatte zur Pause auf volles Risiko gestellt, den jungen Keeper Adam Perlman gebracht und das Pressing hochgefahren. Das zeigte Wirkung. Cambridge, bislang ruhig und strukturiert, verlor zunehmend den Faden. James Kendall sah in der 65. Minute Gelb, und die Gäste wirkten nervös.

Stoke hingegen witterte Blut. Gabor Feher und Gal Shum, beide gerade einmal 18 Jahre jung, wirbelten unermüdlich auf den Flügeln, während der erfahrene Jovanovic im Mittelfeld das Spiel diktierte. Fiedler brüllte von der Seitenlinie: "Weiter drauf!", und die Mannschaft gehorchte.

Die Entscheidung fiel in der 88. Minute - und sie war so kurios wie verdient. Rechtsverteidiger Agemar Couto, sonst eher als stiller Abräumer bekannt, schaltete sich in den Angriff ein und hämmerte nach Vorlage von Samuel Grantham den Ball aus 20 Metern in den Winkel. Ein Tor, das selbst den sonst eher stoischen Fiedler zu einem Jubelsprung zwang. "Ich wusste gar nicht, dass ich so schießen kann", lachte Couto später. "Vielleicht sollte ich Duran mal Konkurrenz machen."

Cambridge versuchte in den letzten Minuten noch einmal alles, doch Noe Antonio und Kenny scheiterten jeweils an Perlman, der in seinem ersten Profieinsatz erstaunlich souverän wirkte. "Der Junge hat Nerven aus Stahl", lobte Fiedler. "Ich hätte ihm auch zugetraut, den Bus nach Hause zu fahren, so ruhig war der."

Am Ende standen zwölf Torschüsse für Stoke, acht für Cambridge - und das Gefühl, dass die Gastgeber diesmal mehr Leidenschaft als System gezeigt hatten. "Manchmal musst du das Herz vor die Taktik stellen", so Fiedler, der das Spiel wohl am liebsten in einer Coaching-DVD mit dem Titel *Kampfgeist statt Ballbesitz* verewigen würde.

Cambridge-Coach (der sich anonym zitieren ließ, angeblich aus Scham) soll in der Kabine nur gesagt haben: "Wir haben Fußball gespielt, sie haben gearbeitet - und Arbeit hat heute gewonnen."

Stoke City klettert damit in der Tabelle weiter nach oben und beweist, dass Jugend und Mut eine gefährliche Mischung sind. Und während die Fans noch feierten, stand Couto am Spielfeldrand, das Trikot über die Schulter geworfen, und grinste in die Kameras: "Wenn ich das nächste Mal treffe, will ich vorne anfangen."

Vielleicht sollte Fiedler das ernst nehmen - oder einfach weiter auf den Fußballgott vertrauen, der an diesem Dienstagabend eindeutig ein Potters-Fan war.

14.07.643990 16:51
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Marcio Amoroso ist der Prototyp des Spielers, der nach einem 1:10 höchst zufrieden nach Hause geht, weil er das einzige Tor geschossen hat.
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