Außenseiter
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Stjernen Flensborg ringt Oldenburg nieder - rote Karte, Nervenschlacht und Heldenmut

Flensburgs Abendhimmel glühte am Sonnabend nicht nur wegen der Flutlichtmasten: IF Stjernen Flensborg gewann vor 3478 Zuschauern in der Oberliga A gegen den VfB Oldenburg mit 2:1 (1:0) - ein Spiel, das alles bot, was Herz, Humor und Schiedsrichterpfeife hergaben.

Es begann furios. Nach knapp 18 Minuten brandete Jubel auf, als Stjernens Wirbelwind Yanik Eder einen Abpraller humorlos in die Maschen drosch. "Ich hab einfach mal draufgehalten - manchmal hilft Denken ja auch nicht", grinste der 24-Jährige später in die Mikrofone, während Trainer und Ersatzbank kollektiv aufsprangen, als hätte jemand den Kaffee auf den Rasen geschüttet.

Oldenburg, anfangs mit kontrolliertem Aufbau und leichtem Ballbesitznachteil (48,5 %), suchte sein Glück in der Mitte. Doch gegen Flensburgs beherzt zupackende Defensive - namentlich Friedrich Lauer, der nicht nur den Strafraum abräumte, sondern später auch noch Gelb sah - biss man sich die Zähne aus.

Die Gäste hatten ihre Chancen: Julius Brauer prüfte den jungen Keeper Gustav Stefan bereits nach sieben Minuten, Maik Bock verpasste in der 34. Minute knapp. "Wir hätten zur Pause führen können, vielleicht sogar müssen", knurrte Oldenburgs Coach nach dem Spiel - man munkelt, er habe das "vielleicht" später noch gestrichen.

Kurz nach Wiederanpfiff dann die Wende zum Drama: In der 52. Minute machte Oldenburgs Routinier Maik Bock das, was er seit Jahren macht - treffen. Nach feinem Zuspiel von Alexander Ritter bugsierte er den Ball überlegt ins Netz. 1:1, die Partie offen, die Stimmung elektrisiert. "Da dachte ich: Jetzt holen wir das Ding hier", so Bock, der allerdings nur wenige Minuten später zum tragischen Helden wurde.

Denn in der 56. Minute sah Linksverteidiger Kurt Hauser Gelb - vier Minuten später Rot. Ein rustikales Einsteigen, das eher nach Rugby klang als nach Oberliga. "Ich hab den Ball gespielt", beteuerte Hauser, während sein Trainer ihn mit einem Blick bedachte, der eher nach "Urlaub auf der Bank" roch.

Mit einem Mann mehr übernahm Flensburg wieder das Kommando. Der Ball lief, die Zuschauer sangen, und in der 72. Minute fiel die Entscheidung: Helmut Haupt, 34 Jahre jung und mit der Ruhe eines Tischlers, der sonntags Holz spaltet, traf aus halblinker Position. Der Pass kam von Mümtaz Özgültekin, der danach so jubelte, als hätte er selbst den Lottojackpot gezogen. "Mümi hat mir das Ding auf den Fuß gelegt - ich musste nur noch Danke sagen", sagte Haupt, der sich kurz danach artig beim Applaus der Tribüne verbeugte.

Oldenburg versuchte trotz Unterzahl alles, kam sogar noch zu Abschlüssen - Ritter in der 90., Gayheart in der 91. Minute -, doch der Ausgleich blieb aus. Und dann kam die 88. Minute: Maik Bock verletzte sich bei einem Zweikampf, musste raus. Für ihn kam Ralf Peter, der kaum den Ball berührte, aber immerhin fair gratulierte: "Die waren heute einfach giftiger."

Beide Teams schossen je 15 Mal aufs Tor - eine Statistik, die trügt. Denn während Flensburg zielstrebiger wirkte, schien Oldenburg nach dem Platzverweis innerlich die Steckdose gezogen zu haben.

"Das war ein Arbeitssieg mit Charakter", urteilte Stjernen-Trainer - er nannte es "norddeutsche Effizienz mit emotionalem Unterton". Und tatsächlich: 51,5 Prozent Ballbesitz, 51,3 Prozent gewonnene Zweikämpfe, zwei Tore und drei Punkte - viel knapper kann man eine Partie kaum gewinnen.

Nach dem Schlusspfiff rannten Kinder aufs Feld, die Spieler klatschten mit den Fans ab, und irgendwo aus der Sprecherkabine klang eine euphorische Durchsage, die mehr nach Aufstieg als nach 17. Spieltag klang.

Oldenburgs Trainer fasste es mit norddeutscher Lakonie zusammen: "Wir haben uns nicht belohnt - und Kurt hat sich selbst bestraft."

Und so ging ein Abend zu Ende, an dem Flensburg bewies, dass man auch ohne Spektakel Herzen gewinnen kann - wenn man sie einfach niederläuft.

Ein Zuschauer brachte es beim Hinausgehen auf den Punkt: "Das war kein Spiel für Feinschmecker - aber eins für Geschichtsbücher mit Kaffeeflecken."

23.07.643987 08:23
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