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Wenn der Liga-Pokal der Landesliga 32 so weitergeht, dann sollte man sich den Namen SC Steinhude fett im Terminkalender markieren. Die Gäste aus Niedersachsen eröffneten die Gruppenrunde am 9. Februar mit einem 4:0-Sieg beim TSV Munkbrarup - und das war noch schmeichelhaft für die Gastgeber. 952 frierende, aber bestens unterhaltene Zuschauer sahen, wie sich die Steinhuder Offensive nach Belieben austobte, während der TSV irgendwann nur noch darum kämpfte, nicht völlig auseinanderzufallen. Dabei fing alles gar nicht so einseitig an. Schon nach drei Minuten prüfte Marwin Singer den Steinhuder Keeper Walther Wilke mit einem satten Rechtsschuss - der erste und letzte Moment, in dem die Munkbraruper Fans auf etwas Zählbares hoffen durften. "Da dachte ich: heute geht was!", sagte Singer später mit einem gequälten Lächeln. Ging aber nicht. Denn ab der fünften Minute übernahm Steinhude das Kommando. Torvald Kristoffersen, der norwegische Wirbelwind auf dem linken Flügel, hatte sichtlich Spaß daran, die Defensive des TSV immer wieder schwindlig zu spielen. In der 42. Minute belohnte er sich selbst: Nach einem weiten Ball des Innenverteidigers Jonas Wolter zog Kristoffersen mit einem Haken nach innen - und versenkte das Leder trocken ins lange Eck. 0:1, und das völlig verdient. Zur Pause stand Munkbrarups Trainer - nennen wir ihn vorsichtshalber einfach "der Coach" - ratlos am Spielfeldrand. "Wir wollten kompakt stehen, aber das war eher kompakt daneben", murmelte ein Spieler, als sie in die Kabine trotteten. Nach dem Seitenwechsel wurde es dann bitter. Kaum zehn Minuten waren gespielt, da legte der SC Steinhude nach: Florian Dietrich, der rechte Stürmer mit der Schusspräzision eines Uhrmachers, verwertete einen feinen Pass von Klaus Prinz zum 0:2 (55.). Munkbrarup wirkte nun wie ein Boxer, der nach einem Wirkungstreffer zu früh wieder aufsteht - nur um gleich noch einen zu kassieren. In der 71. Minute war es erneut Dietrich, diesmal nach Vorarbeit von Berndt Nickel, der auf 0:3 stellte. Zwei Minuten später machte Kristoffersen den Deckel drauf - wieder auf Vorlage von Nickel, der an diesem Abend offenbar die Flügel erfunden hatte. 0:4, und noch waren knapp zwanzig Minuten zu spielen. Steinhude ließ es danach ruhiger angehen, vielleicht aus Mitleid, vielleicht aus Erschöpfung. Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: 19 Torschüsse für Steinhude, nur 4 für Munkbrarup. 53,9 Prozent Ballbesitz für die Gäste, aber gefühlt 90 Prozent Spielkontrolle. Selbst die Tackling-Quote sprach gegen den TSV - 43 Prozent gewonnene Zweikämpfe, was in etwa so erfolgreich ist wie ein Regenschirm im Sturm. "Wir wollten nicht arrogant auftreten, aber manchmal läuft’s einfach", grinste Steinhudes Trainer Xaver Zaske nach dem Spiel, während er mit seinem Team in die Kabine verschwand. "Die Jungs haben das umgesetzt, was wir trainiert haben: Tore schießen." Eine Taktikanalyse in drei Worten - effizient wie sein Team. Munkbrarups Kapitän Edvard Munch (nein, nicht der Schreiende, auch wenn er dazu allen Grund gehabt hätte) suchte nach Erklärungen: "Wir hatten den Plan, hinten sicher zu stehen und Nadelstiche zu setzen. Leider war das eher ein Nadelkissen." Im Publikum hörte man nach Abpfiff gemurmelte Trostfloskeln wie "Das wird schon" oder "Beim nächsten Mal". Einige Fans applaudierten trotzdem - vielleicht aus Lokalpatriotismus, vielleicht aus Erleichterung, dass es endlich vorbei war. Und doch: Ganz chancenlos war der TSV nicht. Der junge Uwe Brinkmann setzte in der 78. Minute noch einen Schuss aufs Tor - der Keeper hielt. Es war ein letzter Versuch, wenigstens den Ehrentreffer zu erzwingen. Danach schlich Munkbrarup in die Kabine, während Steinhude zu den mitgereisten Fans joggte und sich feiern ließ. "Vier Tore auswärts, das ist schon ein Statement", meinte Doppeltorschütze Dietrich. "Aber wir wissen auch: Nächste Woche zählt’s wieder bei null." Eine Bescheidenheit, die fast schon verdächtig wirkt. Fazit: Der SC Steinhude spielte nicht nur Fußball, er zelebrierte ihn - temporeich, zielstrebig, mit einem Hauch norddeutscher Gelassenheit. Der TSV Munkbrarup dagegen erlebte einen dieser Abende, an denen man sich wünscht, der Schiedsrichter hätte den Ball einfach vergessen. Wenn das der Auftakt zur Gruppenrunde war, dürfen sich die anderen Mannschaften warm anziehen. Und Munkbrarup? Sollte vielleicht beim nächsten Training einfach mal anfangen - Tore zu üben. 21.06.643990 21:55 |
Sprücheklopfer
Ganz gut. Ich habe mich die ganze Nacht um seine Frau gekümmert!
Mario Basler auf die Frage, wie es Dietmar Hamann nach seinem Schlaganfall geht