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SpVgg Ansbach ringt Einheit Frankfurt nieder - Heise trifft spät zum 1:0

Ein eisiger Januarabend, Flutlichtromantik in Ansbach und 12.397 Zuschauer, die sich nach 80 torlosen Minuten fragten, ob sie besser zuhause geblieben wären. Doch dann kam Simon Heise, der Mann mit dem goldenen Fuß - oder besser gesagt: mit dem richtigen Fuß zum richtigen Zeitpunkt. In der 83. Minute sorgte der 24-Jährige für das späte 1:0 der SpVgg Ansbach gegen Einheit Frankfurt und ließ die Ränge beben wie ein Heizlüfter auf Stufe drei.

Dabei hatte das Spiel eigentlich alles, was man nicht unbedingt sehen will: reichlich Chancen, kaum Tore und ein Frankfurter Team, das lieber den Ball in den eigenen Reihen zirkulieren ließ, anstatt gefährlich zu werden. 54 Prozent Ballbesitz für die Gäste, aber nur sieben Torschüsse - ein Musterbeispiel für gepflegtes Alibi-Fußballspielen. Ansbach hingegen schoss aus allen Lagen (20 Abschlüsse), als hätten sie eine Wette mit dem Platzwart laufen, wer den neuen Tornetzstoff zuerst zerreißt.

Schon in der ersten Minute prüfte Mike Keil den Frankfurter Jungkeeper Jack Henderson mit einem satten Schuss - der 19-Jährige parierte, als wolle er gleich das Torwartlehrbuch neu schreiben. "Ich dachte, der Ball sei schon drin", gestand Keil später grinsend. "Aber der Junge hat Reflexe wie eine Katze auf Koffein." In der neunten und zehnten Minute folgten zwei wuchtige Versuche von Heise - noch ohne Ertrag. Frankfurt konterte gelegentlich, wenn auch eher im Schritttempo: Kamuran Öztürk hatte in der 25. Minute die beste Chance, schoss aber so zentral, dass Ansbach-Keeper Riccardo Bruno den Ball vermutlich sogar mit geschlossenen Augen gefangen hätte.

Trainer Rainer Heckel blieb an der Seitenlinie erstaunlich ruhig, nur sein Schal flatterte aufgeregter als er selbst. "Wir wussten, dass Frankfurt auf Konter lauert. Da darfst du nicht den Kopf verlieren", erklärte er nach dem Spiel. "Aber ehrlich gesagt: Nach dem zwölften vergebenen Schuss hab selbst ich kurz mit dem Kopf geschüttelt."

Einheit Frankfurt hatte zur Pause schon zwei Auswechslungen hinter sich - unter anderem kam der 18-jährige Billy Reid für den verletzten Henderson ins Tor. "Ich war nicht nervös", behauptete Reid hinterher, "nur meine Hände haben gezittert, aber das war die Kälte." Trainer Leo Gert sah das etwas anders: "Wenn du mit einem Teenager im Tor spielst, hoffst du einfach, dass die Flutlichtmasten nicht umfallen - mehr kannst du eh nicht kontrollieren."

Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild gleich: Ansbach drückte, Frankfurt verteidigte. Die Heimelf spielte weiter offensiv, aber ohne Pressing - ein bisschen wie jemand, der Gas gibt, aber die Handbremse nicht löst. In der 60. Minute brachte Heckel frische Beine: Rafael Berndt kam für Kay Haas, und kurz vor Schluss sollte er noch entscheidend werden. Währenddessen erhielt der 17-jährige Niclas Ziegler seine erste Gelbe Karte im Profifußball - ein Andenken an eine beherzte Grätsche, die laut ihm "eigentlich ganz sauber" war. Seine Mutter auf der Tribüne dürfte das anders gesehen haben.

Die 83. Minute brachte dann endlich die Erlösung: Berndt schickte Heise mit einem präzisen Pass steil, der zog ab, und der Ball schlug unhaltbar im rechten unteren Eck ein. 1:0, Stadion explodiert, Bierbecher in der Luft. "Ich hab den Ball perfekt getroffen", sagte Heise später stolz. "Eigentlich wollte ich flanken, aber das muss ja keiner wissen." Selbst Trainer Heckel lachte: "Ich sag’s mal so - manchmal ist Plan B einfach ein besserer Schuss."

Frankfurt versuchte in den letzten Minuten verzweifelt, noch einmal zurückzukommen, doch die Defensive der Ansbacher hielt stand. Bruno pflückte hohe Flanken herunter, als wären sie Äpfel im Herbst, und in der Nachspielzeit schoss Rafael Berndt sogar noch einmal knapp vorbei - das wäre fast das Sahnehäubchen geworden.

Am Ende blieb es beim verdienten 1:0 für Ansbach. Die Statistiken untermauern das: 20:7 Torschüsse, 54 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und eine Mannschaft, die trotz weniger Ballbesitz das Spiel bestimmte. Frankfurt dagegen blieb brav, aber harmlos - ein bisschen wie ein Hund, der bellen könnte, aber lieber gähnt.

"Wir haben heute Geduld bewiesen", resümierte Heckel zufrieden. "Und Geduld ist im Fußball selten sexy, aber manchmal die Mutter aller drei Punkte." Kollege Leo Gert hingegen blickte düster drein: "Wir hatten den Plan, sie müde zu laufen. Blöd nur, dass wir selbst zuerst müde waren."

So endete ein kalter Abend mit einem warmen Gefühl für die Fans der SpVgg Ansbach - und mit der Erkenntnis, dass auch ein 1:0 ein kleines Fußballmärchen sein kann. Oder wie Simon Heise es lachend zusammenfasste: "Manchmal reicht eben ein Tor. Hauptsache, es ist meins."

22.02.643987 19:38
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