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Speldorf tanzt im Regen: 3:1-Gala gegen TuS Düsseldorf

Wenn es in Speldorf regnet, dann richtig - und wenn der VfB spielt, dann offenbar auch. 3:1 hieß es am Ende gegen TuS Düsseldorf, und die 3865 Zuschauer im prasselnden Regionalligawetter gingen beschwingt nach Hause. Das Ergebnis klingt deutlicher, als es zwischenzeitlich war - aber die Speldorfer hatten an diesem 14. Spieltag einfach mehr Wucht, mehr Witz und, ja, auch ein bisschen mehr Glück.

Dabei fing alles gar nicht so verheißungsvoll an. In der 19. Minute zappelte der Ball im Speldorfer Netz: Dylan Linney, der flinke Linksfuß der Düsseldorfer, traf nach Vorarbeit von Lewis Kirkwood zum 0:1. Der Jubel im Gästeblock war kurz, aber intensiv - man roch eine kleine Sensation. "Wir waren da einfach einen Schritt wacher", erklärte Linney später, "und dachten, das läuft jetzt so weiter. Spoiler: tat es nicht."

Denn der VfB Speldorf reagierte, wie man es von einer Heimmannschaft erwartet, die sich vorgenommen hat, den Abend nicht mit hängenden Köpfen zu beenden. Nur fünf Minuten später schlug Ethan Gallagher zurück. Nach feinem Zuspiel von Leandro Talarico zirkelte der 31-jährige Ire den Ball in die lange Ecke - 1:1, und plötzlich war Feuer drin. "Ich hab nur gesehen, dass der Keeper leicht nach rechts kippt", grinste Gallagher, "da dachte ich mir, gut, dann halt links."

Von da an war Speldorf nicht mehr zu bremsen. Die Mannschaft von Trainer Jakob Meier spielte weiter mit ruhiger Hand (und 53 Prozent Ballbesitz, wie die Statistik später nüchtern festhielt), aber auch mit erstaunlicher Zielstrebigkeit. In der 42. Minute war es der Routinier Timm Stumpf, der nach einem klugen Pass des 19-jährigen Javier Gonzalez das 2:1 markierte. Ein Tor, das aus dem Lehrbuch für "Erfahrung trifft Unbekümmertheit" stammen könnte.

Eine Minute später, kaum hatten die Düsseldorfer die Köpfe wieder gehoben, legte Gallagher noch einmal nach - diesmal bedient von Rafael Jung. 3:1! Die Tribüne bebte, die Ersatzspieler sprangen sich gegenseitig um den Hals, und Trainer Meier brüllte etwas, das nach "Jetzt stehen bleiben!" klang, aber im Jubel unterging.

Danach passierte auf der Anzeigetafel nichts mehr, aber auf dem Platz umso mehr. Beide Teams feuerten insgesamt je zwölf Torschüsse ab, und die Torhüter Stephan Karl (VfB) und René Caron (TuS) hatten reichlich zu tun. Besonders Karl zeigte in der zweiten Halbzeit, warum er im Verein "die Katze von Speldorf" genannt wird. Ein Flugparade gegen Leon Witt in der 65. Minute ließ sogar den gegnerischen Trainer kurz klatschen. "Da hab ich nur noch geguckt", gab TuS-Coach, der sich nach Abpfiff nicht namentlich äußern wollte, mit einem verschmitzten Lächeln zu.

Die Düsseldorfer versuchten es, blieben aber harmlos. Offensiv ausgerichtet, wie es ihre Taktik über 90 Minuten vorsah, fehlte irgendwann die Präzision. Lewis Kirkwood haderte: "Wir hatten unsere Chancen, aber Speldorf war einfach kaltschnäuziger. Und ehrlich gesagt: deren Rasen ist glatter als mein Wohnzimmerboden."

Speldorfs Trainer Jakob Meier war nach dem Spiel sichtlich zufrieden, aber auch bemüht, den Boden unter den Füßen zu behalten. "Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, danach eher verwaltet. Aber das gehört auch dazu. Die Jungs haben verstanden, dass man manchmal einfach clever sein muss - und nicht schön." Auf die Frage, ob Gallagher jetzt dauerhaft der neue Hoffnungsträger sei, antwortete Meier trocken: "Wenn er weiter so trifft, darf er sich das Trikot selber waschen."

Dass Speldorf mit diesem Sieg in der Regionalliga C weiter oben mitmischt, freute die Fans, die nach Abpfiff noch minutenlang "VfB, VfB!" skandierten. In der Kabine wurde später - so hört man - nicht weniger laut gefeiert. Timm Stumpf soll, als der Betreuer die Wasserkästen hereintrug, lachend gesagt haben: "Heute nehm ich lieber Sprudel, sonst werd ich noch torgefährlich."

Ein Abend, der zeigte: Fußball kann auch im Januar warm machen - zumindest das Herz. Und wer weiß, vielleicht war dieser 3:1-Sieg mehr als nur drei Punkte. Ein Statement, dass Speldorf mehr kann als nur mithalten. Oder, wie Coach Meier es am Ende formulierte, mit einem Zwinkern in Richtung der Journalisten: "Manchmal braucht’s eben kein Tiki-Taka, sondern einfach Timm und Ethan."

Ein Satz, den man sich merken darf - zumindest bis zum nächsten Heimspiel.

18.06.643987 15:14
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Weisweiler und Happel sind tot, Hitzfeld ist bei den Bayern. RWO hat den besten Trainer, den man kriegen kann.
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