Anpfiff
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Speldorf tanzt im Flutlicht - 3:1 gegen Pfullingen mit Spielfreude und Sarkasmus

Ein nasskalter Januarabend, Flutlicht, 3642 Zuschauer, die sich fragten, ob sie lieber einen Glühwein oder gleich zwei nehmen sollten - und mittendrin der VfB Speldorf, der beim 3:1-Heimsieg gegen den VfL Pfullingen zeigte, dass man in der Regionalliga C auch mit Stil gewinnen kann.

Schon nach neun Minuten war die Sache angerichtet: Timm Stumpf, 35 Jahre jung, aber mit den Beinen eines Mannes, der das Spiel immer noch liebt, schlenzte den Ball nach feinem Zuspiel von Erik Bergmann in die lange Ecke. "Ich dachte erst, ich hätte zu viel Rücklage", lachte Stumpf später, "aber dann hab ich gemerkt, dass ich einfach Timm Stumpf bin." Das Publikum jubelte - und Speldorf war in seinem Element.

Pfullingen, von Trainer Günter Thiede defensiv eingestellt, wirkte zunächst wie ein Gast, der lieber draußen geblieben wäre. Zwar verteidigten sie tapfer, aber Speldorf kombinierte mit 57,9 Prozent Ballbesitz und sichtbarer Spielfreude. Besonders auffällig: Ethan Gallagher auf links, der gleich mehrere Male gefährlich vor Keeper Antonio Eusebio auftauchte.

In der 33. Minute dann das 2:0: Lasse Rose, 23 und mit dem Selbstbewusstsein eines Künstlers, vollendete nach Stumpfs Vorarbeit aus spitzem Winkel. "Das war einstudiert", behauptete Rose später. "Zumindest haben wir’s im Bus besprochen." Trainer Jakob Meier grinste: "Wenn das so weitergeht, dürfen sie im Bus jetzt öfter über Taktik reden."

Die erste Hälfte endete mit leichtem Speldorfer Übermut - und einer gelben Karte für Pfullingens Stephan Bach, der augenscheinlich beschlossen hatte, dass ein Trikotziehen wenigstens ein Statement sei.

Nach der Pause kam Pfullingen etwas mutiger aus der Kabine. Vielleicht hatte Thiede in der Halbzeit die Worte "Ihr dürft auch mal schießen" gefunden - jedenfalls setzte Fabian Kopp in der 61. Minute ein Ausrufezeichen: Nach Pass von Alexander Schreiber zimmerte er den Ball aus 20 Metern unter die Latte. 2:1, und plötzlich roch es im Ruhrgebiet nach Spannung.

"Da haben wir kurz gewankt", gab Meier zu. "Aber dann hat Ethan den Stecker wieder richtig reingesteckt." Der besagte Gallagher nämlich machte in der 73. Minute alles klar: Nach Vorarbeit von Lasse Rose traf er trocken zum 3:1. Ein Tor, so elegant, dass selbst einige Pfullinger Fans höflich klatschten.

Der Rest war Schaulaufen - und eine kleine Gelbsammlung: Oscar Diaz (60.) und Nick Fink (85.) auf Speldorfer Seite, Callum Cantwell (75.) auf Seiten der Gäste. Es passte ins Bild: Speldorf kontrollierte, Pfullingen kämpfte - aber ohne echte Durchschlagskraft.

Statistisch gesehen war’s eindeutig: 18 zu 11 Torschüsse, 52 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und eine Mannschaft, die einfach mehr Lust hatte. "Wir haben das Spiel von Anfang an gestaltet, nicht nur verwaltet", bilanzierte Meier. "Das war Regionalliga-Fußball, wie man ihn sich wünscht - mit Witz, Wille und ein bisschen Wahnsinn."

Pfullingens Trainer Thiede hingegen seufzte: "Wir wollten kompakt stehen, aber irgendwann war’s mehr Kompakt als Stehen." Sein Torwart Eusebio hatte immerhin einige Glanzparaden gezeigt - und rettete die Gäste vor einem höheren Debakel.

Nach dem Schlusspfiff klopfte Stumpf seinem jungen Mitspieler Rose auf die Schulter. "Wenn du so weitermachst, steh ich bald auf deiner Abschiedsliste", scherzte er. Rose grinste: "Dann bring ich wenigstens Kuchen mit."

Das Publikum verabschiedete die Mannschaft mit Applaus, während die Flutlichter langsam erloschen. Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, warum man den Fußball liebt - und dann fällt einem wieder ein: wegen Spielen wie diesem.

Speldorf klettert mit diesem Sieg weiter in der Tabelle, während Pfullingen im Tabellenkeller bleibt - aber immerhin mit der Erkenntnis, dass Defensivfußball ohne Ballbesitz selten Spaß macht.

Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen murmelte: "Wenn die so weitermachen, brauchen wir bald eine größere Kneipe fürs Feiern." Und wer weiß - vielleicht hat er recht.

23.07.643987 12:58
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