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Spektakel mit Schluss-Pointe: Atletic Barcelona und UD Tarragona trennen sich 3:3

Es war einer dieser Abende, an denen Fußballfans nach Hause gehen und nicht wissen, ob sie jubeln, fluchen oder einfach nur tief durchatmen sollen. 25.459 Zuschauer im Estadio de Montjuïc sahen beim 31. Spieltag der 2. Liga Spanien ein 3:3 zwischen Atletic Barcelona und UD Tarragona - ein Spiel, das alles bot: sechs Tore, eine Verletzung, eine Gelbe Karte und ein Happy End für alle, die Dramatik lieben.

Schon in der 14. Minute begann das Unheil für die Gastgeber. Tarragona-Rechtsverteidiger Barak Begin, normalerweise mehr für rustikale Grätschen bekannt als für filigrane Abschlüsse, traf nach Vorarbeit von Burak Janczyk trocken ins rechte Eck. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Begin nach dem Abpfiff. "Aber wenn der Ball schon mal fliegen will - warum ihn bremsen?" Trainer Al Bundy von Atletic Barcelona schüttelte später nur den Kopf: "Ein Verteidiger, der aus 20 Metern trifft - das ist wie ein Stürmer, der verteidigt. Selten, aber offenbar möglich."

Die erste Halbzeit gehörte klar den Gästen. Tarragona hatte mehr Ballbesitz (fast 57 Prozent), spielte cleverer, während Atletic Barcelona zwar angriffslustig, aber fahrig wirkte. Der junge Martin Flores (18) versuchte es mehrfach, scheiterte aber ebenso wie Pinchas Hasson. UD-Keeper Max Lewis musste zwar hin und wieder die Handschuhe bemühen, aber insgesamt sah es nach einem ruhigen Abend aus.

Nach der Pause kam Bewegung in die Sache - und das gewaltig. Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff erhöhte Guillermo Allegri auf 2:0. Nach einem herrlichen Zuspiel von Stille Van Cortlandt drückte der rechte Flügelstürmer den Ball über die Linie. Tarragona jubelte, die Heimfans murmelten bereits von einer kommenden Trainerdiskussion - und dann erwachte Atletic Barcelona.

In der 51. Minute war es Lajos Dumitrescu, der aus der zweiten Reihe abzog und den Ball sehenswert ins Netz nagelte. Assist: der quirlige Martin Flores, der kurz darauf allerdings verletzt vom Platz musste. "Ich habe nur kurz Sternchen gesehen", sagte der Teenager später. "Zum Glück keine roten." Für ihn kam der erfahrene Vitorino Couto - eigentlich Linksverteidiger. Bundy grinste: "Manchmal muss man improvisieren. Er hat wenigstens noch zwei Beine und den richtigen Trikot-Farbton."

Das Spiel kippte. Barcelona drückte, Dumitrescu traf erneut in der 69. Minute - diesmal nach Vorlage von Rafael Vico. Der 23-Jährige jubelte mit geballter Faust in Richtung Tribüne, während Tarragona plötzlich unsicher wirkte. Nur elf Minuten später stand das Stadion Kopf: Vico selbst erzielte das 3:2, nach schöner Vorarbeit von Couto. Der Teenager sprintete jubelnd zum Eckfahne, rutschte im Gras aus und verschwand in einer Jubeltraube.

Doch Fußball wäre nicht Fußball, wenn er nicht bis zur letzten Sekunde für Emotionen sorgen würde. Tarragona, das bis dahin kaum noch Akzente setzte, warf alles nach vorn. In der 92. Minute traf der eingewechselte Guillermo Pelaez zum 3:3-Ausgleich. Ein Schuss wie aus dem Nichts, und plötzlich war es wieder still im Stadion - zumindest für den Moment, bevor ein kollektives "Nicht schon wieder!" aus den Rängen hallte.

"Das war kein Spiel für schwache Nerven", sagte Tarragona-Coach, der seinen Namen lieber nicht nennen wollte (vielleicht aus Selbstschutz). "Aber meine Jungs haben Moral gezeigt." Statistisch gesehen war es ein ausgeglichenes Duell: Beide Mannschaften mit je zwölf Torschüssen, das Tackling-Verhältnis fast pari. Nur im Ballbesitz hatten die Gäste leichte Vorteile - was ihnen am Ende immerhin einen Punkt einbrachte.

Barcelonas Trainer Al Bundy wollte trotz des späten Ausgleichs nicht ganz unzufrieden wirken: "Wenn man 0:2 hinten liegt und 3:2 führt, dann kann man den letzten Treffer fast als Bonus sehen - für den neutralen Zuschauer." Lajos Dumitrescu, Mann des Abends bei Atletic, sah das ähnlich: "Wir haben Charakter gezeigt. Aber vielleicht sollten wir das mit dem Verteidigen auch mal üben."

Die Fans jedenfalls bekamen ihr Geld wert. Und während die Flutlichtmasten langsam erloschen, sagte ein älterer Herr auf der Tribüne, offenbar Stammgast: "Früher hat Barcelona solche Spiele gewonnen. Heute - immerhin verlieren sie sie nicht mehr." Wahrlich eine optimistische Sicht auf ein 3:3 der besseren Sorte.

Ein Fazit? Wer Tore liebt, kam auf seine Kosten. Wer Ordnung liebt, sollte lieber Schach schauen. Aber eines ist sicher: Wenn Atletic Barcelona und UD Tarragona wieder aufeinandertreffen, sollte man besser den Herzschrittmacher frisch aufladen.

21.03.643990 12:01
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Otto Rehhagel
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