Football Today
+++ Sportzeitung für England +++

Spektakel in Sheffield: Sechs Tore, Zittern bis zur letzten Minute

Ein kalter Januarabend, Flutlicht, 37.275 Zuschauer und ein Spiel, das man so schnell nicht vergisst: Der FC Sheffield und die Margate Reds lieferten sich am Freitagabend ein 3:3, das eher an ein Tennisergebnis erinnerte als an englische Effizienz. Wer im Stadion war, bekam alles - Drama, Tore und eine Prise Slapstick.

Kaum hatte der Schiedsrichter angepfiffen, zappelte der Ball schon im Netz. In der dritten Minute war Margates Innenverteidiger Danijel Turina zur Stelle - ja, Sie lesen richtig: ein Innenverteidiger! Nach einem Freistoß von Youngster Billy Henderson bugsierte er das Leder wuchtig ins Tor. "Ich dachte eigentlich, ich soll hinten bleiben", grinste Turina später, "aber manchmal ruft der Instinkt lauter als der Trainer." Coach Ata Lameck wirkte weniger erheitert: "Ich sagte ’bleib hinten’ - aber wenn er trifft, bin ich natürlich ein Genie."

Sheffield war noch im kollektiven Aufwachen, als Margates Harrison McGeady in der 12. Minute nachlegte. Wieder ein Pass von Henderson, wieder ein Schuss, diesmal aus halbrechter Position, und schon stand es 0:2. Viele dachten, das sei der Beginn einer einseitigen Angelegenheit. Doch die Hausherren dachten nicht daran, sich im eigenen Stadion vorführen zu lassen.

Ab der 30. Minute kippte das Spiel. Erst Christopher Finnan (31.) nach Vorarbeit von Pieter Vrooman, dann eine Minute später Daniel Bosworth (32.), ebenfalls nach einem Zauberpass des flinken Vrooman - plötzlich stand es 2:2, und Bramall Lane bebte. "Ich hab Pieter nur angeschaut, und er wusste, was ich will", sagte Finnan später mit einem Augenzwinkern. "Das war fast romantisch." Trainer Erich Speithvenne kommentierte trocken: "Wenn die beiden noch öfter so miteinander flirten, schreibe ich ihnen eine Hochzeitseinladung."

Nach dem Pausentee blieb es wild. Margate drückte, Sheffield konterte - und ausgerechnet Innenverteidiger Theo Preston brachte die Gastgeber in der 60. Minute erstmals in Führung. Nach einer Ecke von Lucas Lansbury stieg Preston höher als alle anderen und wuchtete den Ball zum 3:2 in die Maschen. "Ich hatte kurz Angst, dass meine Frisur das nicht überlebt", witzelte er hinterher, "aber für so ein Tor nimmt man das in Kauf."

Doch Margate wäre nicht Margate, wenn sie das Drama nicht liebten. Filipe Dominguez, der ohnehin schusswütigste Mann auf dem Platz (ganze fünf Versuche in der zweiten Halbzeit), rannte unermüdlich an. In der 86. Minute fand er McGeady im Strafraum, der cool blieb und den Ball unter die Latte nagelte - 3:3! Die Reds jubelten, als hätten sie den Titel geholt, und Sheffield sank enttäuscht zu Boden. "Wenn du so kurz vor Schluss den Sieg verlierst, tut das weh", sagte Kapitän Vrooman nachdenklich. "Aber wir haben Moral gezeigt - und das ist kein leeres Wort."

Die Statistik sprach am Ende leicht für die Gäste: 13 Torschüsse zu 5, 54 Prozent Ballbesitz, mehr gewonnene Zweikämpfe. Doch Sheffield hielt mit Leidenschaft dagegen. Besonders Torhüter Ingvar Afzelius rettete sein Team mehrfach, unter anderem in der 75. Minute, als Dominguez aus drei Metern nur noch einschieben musste - und doch am rechten Fuß des Keepers scheiterte. "Ich hab einfach gehofft, dass er mich anschießt. Hat funktioniert", lachte Afzelius später, während er sich Eis auf den Knöchel legte.

Kurios wurde es auch abseits der Tore: Margate wechselte in der 74. Minute den Torwart - Joshua Hannigan musste für Henry Thuringer weichen. "Er hatte kalte Hände", erklärte Trainer Lameck mit todernstem Gesicht. "Und ein Torwart mit kalten Händen ist wie ein Pianist mit Fäustlingen." Kurz darauf musste Sheffield auf der linken Seite improvisieren, als Jan Breska humpelnd vom Platz ging. Clément Melis kam - und brachte frischen Schwung, wenn auch keine neuen Tore.

Am Ende blieb es beim 3:3, einem Ergebnis, das beiden Teams nur halb schmeckte. "Ein Punkt ist besser als keiner", murmelte Speithvenne, "aber wir hätten ihn gern doppelt gezählt." Lameck dagegen grinste: "Wir haben dreimal geführt - ach nein, nur zweimal. Egal, es war unterhaltsam." Da konnte man ihm kaum widersprechen.

Vielleicht war das kein Spiel für Taktikfüchse, dafür aber ein Fest für alle, die Fußball als unberechenbares Theater lieben. Und wenn man die Gesichter der Fans beim Abpfiff sah - halb erschöpft, halb euphorisch - wusste man: So ein 3:3 ist manchmal genau das, was der Fußball braucht.

Oder, wie ein Zuschauer beim Ausgang seufzte: "Ich hab 90 Minuten lang geflucht - und würd’s nächste Woche wieder tun."

22.02.643987 20:20
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wenn mein Vater da gewesen wäre, hätte sich mein Leben vollkommen anders entwickelt. Viel zielgerichteter. Dann wäre meine Mutter zu Hause gewesen. Ich hätte vernünftig für die Schule gearbeitet, einen normalen Beruf erlernt und wäre nicht in den Fußball abgedriftet.
Felix Magath
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager